2016 entdeckte ihr Freund zufällig die Ausschreibung von dem Projekt ‚Die Astronautin’. 2020 soll im Rahmen eines privatwirtschaftlich organisierten Vorhabens die erste deutsche Frau auf Weltraummission gehen. „Ich wusste sofort, das will ich probieren und habe mich beworben.“
Von über 400 hochkarätigen Bewerberinnen aus ganz Deutschland schaffte sie es bis unter die letzten 86. Und wie war es, als sie erfahren hat, dass sie nicht weiterkommt? „Klar war ich ein bisschen enttäuscht, aber nicht schlimm! Das, was ich im Rahmen der Auswahlrunden erlebt habe, war eine Bereicherung für mich. Ich habe so viele kluge, engagierte und tolle Frauen kennengelernt, mit einigen bin ich immer noch in Kontakt. Dafür hat es sich auf jeden Fall gelohnt.“ Alle Wissenschaftlerinnen eint, dass sie sich für Nachwuchsarbeit starkmachen. „Wir möchten, dass sich noch mehr Mädchen für naturwissenschaftliche und ingenieurtechnische Berufe interessieren.“
Thorid Zierold leitet deshalb beispielsweise die Naturforschergruppe am Museum für Naturkunde Chemnitz. Das ist eine monatliche Arbeitsgruppe für Kinder. „Mädchen sollen die Scheu vor Naturwissenschaften verlieren. Ich erlebe es häufig, dass bei Fragerunden hier im Museum die Lehrer bei einer Frage zuerst die Jungs ansprechen. Mir liegt am Herzen, dass sich alle Kinder mit Naturwissenschaften beschäftigen, nicht nur Jungs. Ich möchte den Kindern – Mädchen wie Jungen – beibringen, dass alles möglich ist, was sie wirklich wollen.“