Andreas Schädlich kehrte mit Familie zurück ins erzgebirgische Sachsen, um die beiden Apotheken seiner Eltern zu übernehmen

Den Gedanken, irgendwann ins Erzgebirge zurückzukehren hatte Apotheker Dr. Andreas Schädlich nie verloren. Dabei schlugen zwei Herzen in seiner Brust: eins für die pharmazeutische Forschung, das andere für die elterliche Apotheke in Schneeberg. Dann fiel die Entscheidung für die Heimat. Aus Verantwortung für das Familienunternehmen, aber auch gegenüber seiner beiden Töchter.

Vom Gymnasium aus hatte Andreas Schädlich immer die Merkur Apotheke im Blick. Zwischen Laborgeräten und Verkaufstresen wuchs er auf. Denn gleich nach der Wende übernahmen seine Eltern die Löwen Apotheke in Schneeberg-Neustädtel. 1995 kam schließlich die Merkur Apotheke dazu. Es waren schwierige aber auch spannende Jahre, verlangte die mutige Selbstständigkeit der Eltern doch viel ab. Mit dem Start des Studiums der Pharmazie an der Universität Halle ging der Kontakt mit Chemie in die Tiefe. Im Praxisjahr lernte Herr Schädlich dann beide Seiten der Pharmazeutenkarriere kennen – ein halbes Jahr in einer Apotheke, das andere in der Forschung.

Mit pharmazeutischen Forschungsthemen auf Reise um die Welt
„Als ich zum Studium ging, wollte ich eigentlich so schnell wie möglich zurück ins Erzgebirge“, erinnert sich Andreas Schädlich. Die Aussicht auf spannende Themen in der Forschung hielten ihn in Halle – und seine jetzige Frau Annekatrin, die er im Studium kennenlernte. Nach der Promotion fragten sich beide, wo es nun hingehen soll. „In die Apotheke wollte ich noch nicht– ich wollte zunächst Großstadt spüren“. Aber: Der Pharmamarkt, war schon damals schwer einzuschätzen. Die Wahl fiel schließlich auf Frankfurt am Main. Die vier Jahre in hier glichen einer Reise um die Welt mit regelmäßigen Einsätzen u.a. in Großbritannien, Indien, den USA. Heute sagt er über diese Zeit: „Hektik, viele Autos, Ellenbogenmentalität. Das Leben in der großen Stadt war stressig.“

Andreas Schädlich kehrte mit Familie zurück ins erzgebirgische Sachsen, um die beiden Apotheken seiner Eltern zu übernehmen

Andreas Schädlich und Familie vor einer ihrer beiden Apotheken im erzgebirgischen Schneeberg. Foto: Foto-Atelier LORENZ

Das Lebenswerk der Eltern als Ruf aus der Heimat
„Entscheidungen sind immer abhängig von den eigenen Zielen“, weiß der Apotheker heute. Und so setzte mit der Geburt der ersten Tochter das Umplanen ein. Das Thema „Heimat“ rückte in den Vordergrund. Zu dem Zeitpunkt stand der Schneeberger auf der Karriereleiter weit oben. Er war im Pharmaunternehmen schon zum Abteilungsleiter aufgestiegen. Chancen weltweit lockten. Mit ihnen kamen bohrende Fragen: Möchte ich mein Kind aufwachsen sehen oder weiter heimatlos unterwegs sein? Die Apotheken im Erzgebirge dominierten gedanklich immer mehr, zumal aufgrund der anstehenden Altersruhe der Eltern das Thema Unternehmensnachfolge ins Spiel kam.

Pro Leben auf dem Land
Seit 2016 führt Dr. Andreas Schädlich zwei Apotheken. Der Apothekenmarkt ist im digitalen Zeitalter hart umkämpft. Und trotz aller Widrigkeiten ist sich der Erzgebirger sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Sich zukunftsorientiert aufstellen, Zeit für den Kunden nehmen, persönlich beraten, Herzlichkeit leben. Für Hobbies blieb bisher wenig Zeit. Ein kleines Haus zur Miete im Nachbardorf, die Natur direkt vor der Tür sorgen für den seelischen Ausgleich. Andreas Schädlich sagt: „Das Erzgebirge hat eine tolle Lebensqualität. Ich schaue täglich auf die Berge und lebe doch mitten in einer florierenden Industrieregion“.

„Man muss sich im Leben immer vor Augen halten, was man hat“, resümiert der Familienvater. In den erzgebirgischen Städten sei das eine ganze Menge, hätten diese doch in den letzten Jahren sehr an Attraktivität gewonnen. „Von Kindergarten bis zum Gymnasium, eine faszinierende Natur, gelebte Traditionen, die Großstädte um die Ecke – was braucht man mehr zum Leben?“ Und dann gibt es doch noch eine Sache, die Andreas Schädlich aus seiner Zeit in der Großstadt nicht loslassen kann: die Pharmaindustrie. Mit seinem Nebenjob dort bleibt er dieser noch verbunden. „Das erweitert immer wieder meinen Horizont und ich bekomme einen neuen Blick auf meine Arbeit in der Apotheke.“