Schneeberg. Ä scheenes Fleggl!
Willkommen zur Schneeberg-Woche bei „So geht Sächsisch.“! Vom 13. bis zum 19. Juli 2026 entdecken wir gemeinsam die wunderschöne Bergstadt im oberen Westerzgebirge die in diesen Jahr »555 Jahre Berggeschrey« feiert. In sieben launigen Kurzfilmen erfahren wir was es mit dem Berggeschrey auf sich hat, brauen eine Runde mit, schlüpfen in eine Erzgebirgswelt à la miniature, hören, wie so eine Bergstadt klingt und noch vieles, vieles mehr – für jeden Geschmack ist etwas dabei.
In Schneeberg gibt es Erstaunliches zu entdecken und zu erleben. Freut euch auf sieben Tage voller »Glück Auf!«, spannender Geschichten und überraschender Einblicke in eine Stadt mit besonderer Anziehungskraft! Und danach? Auf zur Festwoche »555 Jahre Berggeschrey«
Alle Videos auf einen Blick!
So schön ist Schneeberg!
Schneeberg-Fakten
Schneeberg, kurz vorgestellt!
Schneeberg ist eine traditionsreiche Bergstadt im Westerzgebirge und liegt im sächsischen Erzgebirgskreis auf etwa 470 Metern Höhe. Mit rund 13.400 Einwohnerinnen und Einwohnern zählt sie zu den bedeutendsten Städten der Region. Geprägt wird das Stadtbild von der imposanten St.-Wolfgangs-Kirche, die als Wahrzeichen weithin sichtbar über der historischen Altstadt thront.
Die Geschichte Schneebergs ist eng mit dem Bergbau verbunden. Nach reichen Silberfunden wurde die Stadt 1471 gegründet und entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Bergbauzentren Sachsens. Später prägten vor allem der Abbau von Kobalt und im 20. Jahrhundert der Uranbergbau die wirtschaftliche Entwicklung. Noch heute erinnern zahlreiche historische Gebäude, Besucherbergwerke und bergmännische Traditionen an die über 550-jährige Bergbaugeschichte. Als Teil der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří, die zum UNESCO-Welterbe gehört, bewahrt Schneeberg dieses einzigartige kulturelle Erbe bis heute.
555 Jahre Berggeschrey
Das 555. Berggeschrey in Schneeberg ist eines der bedeutendsten Stadtjubiläen des Jahres 2026. Es erinnert an den Beginn des sogenannten Großen Berggeschreys, das 1470/1471 durch reiche Silberfunde ausgelöst wurde und Schneeberg innerhalb weniger Jahre zu einer der wichtigsten Bergstädte in Mitteleuropa machte.
Vom 22. bis 26. Juli 2026 feiert die Bergstadt ein fünftägiges Stadtfest unter dem Motto „…und immer noch laut“. Neben dem Bergstreittag mit Bergparade, Berggottesdienst und Markttreiben, Open-Air-Kino, Rock- und Kulturabend, Vereins- und Genussmeile, Sommerkonzert des Musikkorps werden zahlreiche Sonderveranstaltungen im gesamten Festjahr stattfinden.
Erst war das Silber, dann kam das Kobalt
1470 lösten reiche Silberfunde das sogenannte Erste Berggeschrey aus – tausende Menschen strömten nach Schneeberg, vergleichbar mit einem Goldrausch.
Nach dem Silber kam das Kobalt und jenes silbergraue Element ist einer der wichtigsten Gründe, warum Schneeberg nach dem Ende des Silberbooms wirtschaftlich bedeutend blieb. Tatsächlich verdankte die Stadt einen großen Teil ihres späteren Wohlstands nicht dem Silber, sondern dem Kobalt.
Die Geschichte begann um 1600: Nachdem die ergiebigen Silbervorkommen weitgehend erschöpft waren, entdeckten die Bergleute große Lagerstätten von Kobalterzen im Schneeberg-Neustädtler Revier. Über mehrere Jahrhunderte entwickelte sich die Region zum weltweit bedeutendsten Abbaugebiet für Kobalt.
Anfangs galt Kobalt sogar als wertlos. Die Bergleute nannten das Erz „Kobold“, weil es beim Schmelzen kein Silber lieferte und stattdessen giftige Dämpfe freisetzte. Sie glaubten, böse Berggeister – die Kobolde – hätten das wertvolle Silber „verhext“. Von diesem Aberglauben leitet sich der Name des chemischen Elements Kobalt ab.
Erst später gelang es, aus dem Erz das begehrte Kobaltblau herzustellen – ein leuchtendes, dauerhaftes blaues Pigment. Dieses war in Europa äußerst gefragt und wurde unter anderem verwendet für das weltberühmte Meißner Porzellan, die blauen Kacheln aus Delft und venezianisches Glas.
Das Besondere: Sachsen besaß über lange Zeit nahezu ein Monopol auf die Herstellung dieses Farbpigments. Das technische Wissen zur Gewinnung des Kobaltblaus wurde streng gehütet und machte das Erzgebirge zu einem führenden Zentrum der europäischen Farbenproduktion.
Die St.-Wolfgangskirche
Obwohl St. Wolfgang nie Bischofssitz war und deshalb kein Dom ist, wird sie wegen ihrer Größe und ihrer engen Verbindung zum Bergbau liebevoll „Bergmannsdom“ genannt. Errichtet wurde sie mit dem Reichtum, den die Silberfunde des 15. Jahrhunderts nach Schneeberg brachten.
Die Kirche zählt zu den größten spätgotischen Hallenkirchen des Freistaats. Ihr lichtdurchfluteter Innenraum und die einheitliche Raumwirkung gelten als Meisterleistung der spätgotischen Baukunst.
Der größte Schatz der Kirche ist der Schneeberger Reformationsaltar. Er wurde zwischen 1532 und 1539 von der Werkstatt des Lucas Cranach der Ältere geschaffen und gilt als erster großer protestantischer Reformationsaltar überhaupt. Damit besitzt Schneeberg ein Kunstwerk von europäischem Rang.Der Flügelaltar gehört zu den umfangreichsten Werken der Cranach-Werkstatt. Er besteht aus zwölf Bildtafeln und vermittelt die zentralen Gedanken der Reformation in eindrucksvollen Bildern.
St. Wolfgang gilt als früher Typ einer lutherischen Predigtkirche. Der Chor ist kaum vom Kirchenschiff abgesetzt, sodass sich der Blick aller Besucher auf Predigt und Altar richtet – ein architektonischer Ausdruck der Ideen der Reformation.Der Kirchturm ist 72 Meter hoch. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über Schneeberg, das Westerzgebirge und bei guter Sicht bis ins Vogtland und nach Böhmen.Im Turm befand sich früher eine Türmerwohnung. Der Türmer hielt Ausschau nach Bränden und läutete im Ernstfall die Glocken – eine wichtige Aufgabe in der dicht bebauten Bergstadt.
Der erste Streik Sachsens?
Der Bergstreittag ist das traditionsreichste Fest der Bergstadt Schneeberg und erinnert an einen außergewöhnlichen, legendarischen Arbeitskampf Schneeberger Bergleute. Im Jahr 1496 wollten die Grubenbesitzer den Wochenlohn der Bergleute kürzen. Diese wehrten sich geschlossen gegen die Entscheidung – mit Erfolg. Der Lohn blieb bestehen und der 22. Juli entwickelte sich zum Gedenktag dieses historischen Ereignisses.
Bis heute wird der Bergstreittag jedes Jahr am 22. Juli mit einem Berggottesdienst, einer großen Bergparade und einem bunten Festprogramm gefeiert. Die jahrhundertealte Tradition steht für Zusammenhalt, Gerechtigkeit und den Stolz auf das bergmännische Erbe. Gemeinsam mit den sächsischen Bergparaden gehört der Bergstreittag zum Immateriellen Kulturerbe Deutschlands.
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Bildnachweis
→ Titelbild und Oschatz-Impressionen: Patrick Eichler, patrickeichler.de