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Es grünt so grün, wenn Stützengrüns Blüten blüh‘n.

Auf dem Weg in die Deutsche Bürstenregion im Erzgebirge fährt man an sehr viel Grün vorbei. An Grünheide, Carolagrün, Hohengrün, Rützengrün. So geht es noch lange weiter bis die Bürsten- und Pinselmachergemeinde Stützengrün, am Fuße des 795 Meter hohen Kuhberges, vor uns liegt. Seit Jahrhunderten werden hier Bürsten und Besen gefertigt. Mit dem Niedergang des Bergbaus entstand ab 1823 in der Region „Rund um den Kuhberg“ aus dem Holz des nahen Waldes und den Borsten aus den Abfällen der Fleischereien das Handwerk der Bürsten- und Pinselmacher. 

Ulrich Hochmuth übernahm 1985 als gelernter Bürstenmachermeister den Betrieb von seinem Vater, der ursprünglich Stadtbürstenmacher in Werdau war. Seit 2012 führen die Söhne Rico und André den kleinen Handwerksbetrieb Spezialbürsten Ulrich Hochmuth in Stützengrün. „Nach der Wende musste ich von vorne anfangen, 95 Prozent meiner Kunden waren weggebrochen“, erzählt Hochmuth Senior auf der Bank vor seinem Haus. „Da bin ich dann von Mühle zu Mühle und hab an jeder Tür geklopft. In den Mühlen stecken feine Bürsten zwischen den Mehlsieben, die mechanisch darüberstreichen und sie von Mehlstaub befreien. Heute beliefern wir rund 1.100 Bäcker.“

Ulrich Hochmuth pflegt mit seinem Stützengrüner Unternehmen die Tradition des Bürstenhandwerks. Foto: Erik Wagler| Studio2Media

„Sie kommen immer wieder, weil wir nur gute Qualität liefern.“

Ein Besen aus Rosshaar hält ein ganzes Leben – einfach kurz mit Spülmittel ausspülen, auskämmen, mit den Borsten nach oben stellen und wieder benutzen. „Ich wundere mich manchmal selbst, wo überall Bürsten drin sind“, schmunzelt er. Zum Beispiel werden in der Fischzucht Filterbürsten zur Reinigung von Dreck und Exkrementen im Wasser benutzt. Die Spezialbürstenbinderei fertigt Bäckerbürsten zur Reinigung von Brotkörben, Backöfen oder Butterpinsel, verdrillte Bürsten für den täglichen Hausgebrauch wie Herd-, Heizungs- oder Flaschenbürsten und technische Bürsten wie Dichtungsbürsten an.

„Ich wundere mich manchmal selbst, wo überall Bürsten drin sind.”
Ulrich Hochmuth
Spezialbürsten Hochmuth in Stützengrün

Handarbeit aus Stützengrün

Die Echtheit des Bürstenhaares lässt sich leicht überprüfen, indem man die Pinsel, Bürsten oder Besen in einen erhitzen Backofen legt. Kunsthaar kräuselt sich, Echthaar bleibt von der Hitze unberührt. Um konkurrenzfähig zu sein, wird natürlich auch Kunsthaar verwendet. Vor allem jedoch kann Hochmuth wegen der händisch gefertigten Spezialaufträge auf einen treuen Kundenstamm blicken, der sich über den ganzen Globus verteilt. Die Firma Hochmuth besitzt als einer der letzten Betriebe das notwendige Fachwissen, um auch für alte Maschinen Spezialbürsten anzufertigen, für die es schon lange keine Ersatzteile mehr gibt.

„Wir sind nur noch wenige in der Region, die mit der Produktion durchhalten“, so Rico Hochmuth. „Was aber kaum einer weiß, die hochwertigsten Schweineborsten importieren wir aus China. Nur dort kommt eine spezielle Schweineart mit harten Borsten im Hochgebirge vor, die lange haltbar und besonders widerstandsfähig sind. Solche finden Sie hierzulande nicht.“

Geschäftsführer Rico Hochmuth trägt die Tradition des Familienunternehmens weiter. Foto: Erik Wagler| Studio2Media
Maschine zur Bürsten- und Pinselherstellung im Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide. Foto: Bürstenmuseum

Den alten Bürstenbindern auf der Spur

Wer gern tiefer in die Geschichte der einzigartigen Region eintauchen möchte, ist im Bürsten- und Heimatmuseum Schönheide genau richtig. Hier präsentiert eine liebevoll gestaltete Dauerausstellung die über 200-jährige Entwicklung der regionalen Bürstenherstellung. Besondere Stücke sind u.a. ein früher Bürsten-Stanzautomat von ca. 1900, ein Bohrbock zum Bohren von Bürstenhölzern und eine alte Malerbürste mit einem Ziegenhorngriff von 1875. Auch Aspekte der erzgebirgischen Lebensweise vor 80 bis 100 Jahren werden gezeigt: Eine historische Wohnküche und eine Schusterwerkstatt sowie ein Tante-Emma-Laden entführen in eine längst vergangene Zeit. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist eine der ältesten Weihnachtspyramiden des Erzgebirges. Sie stammt aus der Zeit um 1830.

Das Museum ist samstags, sonntags und an Feiertagen von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

"Die Deutsche Bürstenregion"

Imagefilm 1 "Die Deutsche Bürstenregion"

Die Deutsche Bürstenregion stellt sich vor

Die Deutschen Bürstenregion ist mit ihrem Alleinstellungsmerkmal der zahlreichen Bürsten- und Pinselmanufakturen einzigartig. 

Mehr über "Die Deutsche Bürstenregion" erfahren.

Die Deutsche Bürstenregion

Entdecke eine Region, in der das Handwerk der Pinsel- und Bürstenmacher bis heute in traditioneller Handarbeit betrieben wird.

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