Löbau. Ä scheenes Fleggl!
Löbau steckt voller Geschichten – und genau diese wollen wir erzählen. Deshalb heißt es vom 24. bis zum 30. August 2026: Bühne frei für die Löbau-Woche bei „So geht Sächsisch.“! Eine Woche lang zeigen wir euch, warum die traditionsreiche Stadt im Herzen der Oberlausitz weit mehr ist als nur eine der historischen Sechsstädte.
Unsere sieben Kurzfilme führen euch zu Orten und Menschen, die Löbau unverwechselbar machen: Wir tauchen ein in die bewegte Geschichte der Stadt, entdecken ein Klavier mit Zapfhahn, folgen den Sagen rund um den Löbauer Berg, besuchen die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde, blicken hinter die Kulissen der ehemaligen Nudelfabrik und heben bei einem spektakulären Drohnenflug über Dächer, Türme und Gassen ab. Dabei begegnen wir Geschichte, Handwerk, Technik und jeder Menge liebenswerter Kuriositäten.
Wer glaubt, Löbau bereits zu kennen, wird überrascht sein. Und wer die Stadt noch nie besucht hat, bekommt vielleicht genau den Anstoß für den nächsten Ausflug in die Oberlausitz. Wir wünschen viel Vergnügen bei der Löbau-Woche – und viele neue Lieblingsgeschichten aus Sachsen!
Alle Videos auf einen Blick!
So schön ist Löbau!
Löbau-Fakten
Löbau, kurz vorgestellt!
Löbau ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Görlitz und liegt im Herzen der Oberlausitz am Ostrand des Lausitzer Berglandes. Eingebettet in den fruchtbaren Löbauer Kessel und umgeben von den vulkanisch geprägten Erhebungen des Löbauer Berges und des Schafbergs verbindet die Stadt reizvolle Natur mit einer langen Geschichte. Rund 14.500 Einwohnerinnen und Einwohner leben heute in Löbau.
Die Geschichte Löbaus reicht bis ins frühe 13. Jahrhundert zurück. Erstmals urkundlich im Jahr 1221 erwähnt, entwickelte sich die Stadt dank ihrer günstigen Lage an bedeutenden Handelswegen zu einem wichtigen Zentrum der Oberlausitz. Als Mitglied des Oberlausitzer Sechsstädtebundes gewann Löbau über Jahrhunderte hinweg wirtschaftliche und politische Bedeutung und ist bis heute ein bedeutender Verwaltungs-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort der Region.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der König-Friedrich-August-Turm auf dem Löbauer Berg – Europas einziger erhaltener gusseiserner Aussichtsturm –, das weltberühmte Haus Schminke des Architekten Hans Scharoun sowie das historische Rathaus mit seiner markanten Mondphasenuhr. Als „Tor zum Oberlausitzer Bergland“ ist Löbau zudem ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die reizvolle Natur- und Kulturlandschaft der Oberlausitz.
Historisch wertvoll
Der Name Löbau erscheint erstmals 1221 in einer Urkunde als „Lubaw“. Er stammt aus dem Altsorbischen und erinnert an die slawischen Wurzeln der Region Oberlausitz, die bereits vor der Gründung der Stadt besiedelt war.
Löbau entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts als planmäßig angelegte Stadt unter böhmischer Herrschaft. Durch ihre günstige Lage entwickelte sie sich rasch zu einem bedeutenden Handelsplatz und wurde 1346 Gründungsmitglied des Oberlausitzer Sechsstädtebundes. Als zentral gelegene Stadt war Löbau über Jahrhunderte hinweg Tagungsort des Bundes und nahm damit eine besondere politische Stellung innerhalb der Oberlausitz ein. Kaufleute, Handwerker und Tuchmacher trugen wesentlich zum Wohlstand der Stadt bei.
Im Laufe ihrer Geschichte musste Löbau mehrfach schwere Rückschläge verkraften. Stadtbrände, Kriege und wirtschaftliche Krisen hinterließen ihre Spuren, dennoch gelang es der Stadt immer wieder, sich neu zu entwickeln. Im 19. Jahrhundert hielten Industrie und Eisenbahn Einzug und machten Löbau zu einem wichtigen Verwaltungs- und Wirtschaftsstandort der Oberlausitz. Heute prägen die liebevoll sanierte Altstadt, zahlreiche Baudenkmäler und die enge Verbundenheit mit der oberlausitzischen Kultur das Bild der Stadt. Als Große Kreisstadt verbindet Löbau seine mehr als 800-jährige Geschichte mit einer lebendigen Gegenwart im Herzen der Oberlausitz.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen der König-Friedrich-August-Turm auf dem Löbauer Berg – Europas einziger erhaltener gusseiserner Aussichtsturm –, das weltberühmte Haus Schminke des Architekten Hans Scharoun sowie das historische Rathaus mit seiner markanten Mondphasenuhr. Als „Tor zum Oberlausitzer Bergland“ ist Löbau zudem ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die reizvolle Natur- und Kulturlandschaft der Region.
Löwenstark dieses Löbau
Löbau blickt nicht nur auf einen possierlichen, böhmischen Löwen in seinem Wappen sondern auch auf eine lange Tradition als Handels- und Wirtschaftsstandort zurück. Bereits im Mittelalter entwickelte sich die Stadt dank ihrer Lage an wichtigen Handelswegen zu einem bedeutenden Zentrum der Oberlausitz. Als Mitglied des Oberlausitzer Sechsstädtebundes profitierten insbesondere Handel und Handwerk von den weitreichenden Wirtschaftsbeziehungen. Im 18. Jahrhundert erlangte Löbau vor allem durch die Leinenweberei und Tuchmacherei überregionale Bekanntheit. Später entwickelte sich der Löbauer Garnmarkt zu einem der bedeutendsten Märkte der Oberlausitz, ehe die Stadt im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Industriestandort heranwuchs. Mit dem Eisenbahnanschluss entstanden Unternehmen des Maschinenbaus, der Metallverarbeitung, der Textilindustrie sowie der Papier-, Gummi- und Lebensmittelproduktion.
Heute ist Löbau das wirtschaftliche Zentrum der südlichen Oberlausitz und wird von einem leistungsfähigen Mittelstand geprägt. Besonders der Maschinen- und Anlagenbau, die Metallverarbeitung sowie zahlreiche Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe bilden das Rückgrat der regionalen Wirtschaft. Gleichzeitig profitiert die Stadt von ihrer Lage im Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien und ihrer guten Verkehrsanbindung. Historische Traditionsunternehmen stehen dabei ebenso für den Wirtschaftsstandort wie innovative Industriebetriebe und zukunftsorientierte Forschungseinrichtungen in der Region. So verbindet Löbau seine wirtschaftliche Vergangenheit mit modernen Perspektiven und bleibt ein attraktiver Standort zum Leben, Arbeiten und Investieren.
Pasta aus Löbau für die ganze Welt!
Heute denkt man bei Italien sofort an Pasta – doch einst kam ein Teil davon aus der Oberlausitz. Ab 1874 produzierte die Löbauer Firma Loeser & Richter unter der Marke „Anker“ Nudeln, die weit über Sachsen hinaus bekannt wurden. Dank innovativer Produktion, geschicktem Marketing und bester Qualität fanden die Löbauer Teigwaren ihren Weg auf Esstische in ganz Deutschland und sogar bis in die USA.
Dabei war das Unternehmen seiner Zeit voraus: Als erste Nudelfabrik Deutschlands verpackte Loeser & Richter seine Produkte in Cellophan – damals eine echte Innovation. Mit Werbesprüchen wie „Anker koche jede Woche!“ trug die Firma außerdem dazu bei, Nudeln als alltägliches Gericht in deutschen Küchen zu etablieren. Und wer glaubt, es habe damals nur Spaghetti gegeben, irrt: Neben Eiernudeln wurden sogar Spezialitäten mit Kiebitz-, Perlhuhn- und Minorka-Eiern hergestellt.
Übrigens: Die Erfolgsgeschichte der Anker-Nudeln ist eng mit dem weltberühmten Haus Schminke verbunden. Dessen Bauherr Fritz Schminke leitete die Nudelfabrik und machte sie zu einem der modernsten Lebensmittelunternehmen ihrer Zeit. So wurde Löbau für viele Jahrzehnte zu einem Ort, an dem nicht nur Geschichte geschrieben, sondern auch jede Menge Pasta produziert wurde.
Sagenhaftes Löbau
Wer glaubt, Löbau habe nur einen gusseisernen Aussichtsturm und ein weltberühmtes Architektenhaus zu bieten, sollte sich einmal auf den Löbauer Berg wagen. Dort warten keine Drachen – dafür aber jede Menge Sagen, geheimnisvolle Orte und eine ordentliche Portion Oberlausitzer Fantasie.
Da wäre zum Beispiel der Geldkeller. Der Legende nach öffnet sich die verborgene Schatzkammer nur zu ganz bestimmten Zeiten. Gold und Silber liegen dort angeblich in Hülle und Fülle bereit. Dumm nur, dass Gier meist keine gute Idee ist: Wer zu viel will, geht am Ende oft leer aus – oder muss gleich ein ganzes Jahr bis zur nächsten Gelegenheit warten.
Nicht weniger geheimnisvoll ist der feurige Hund, der mutige Wanderer zu verborgenen Diamanten führen soll. Ob man dabei tatsächlich reich wird oder nur eine gute Geschichte mit nach Hause bringt, bleibt jedem selbst überlassen. Sicher ist nur: Auf dem Löbauer Berg sollte man ungewöhnlichen Vierbeinern lieber aufmerksam folgen.
Und dann wäre da noch die Wunderblume. Sie blüht der Sage nach nur in einer einzigen Nacht im Jahr und soll ihrem Finder Glück und Erfüllung schenken. Bis heute ziert sie sogar die goldene Inschrift am König-Friedrich-August-Turm – ein schöner Hinweis darauf, dass in Löbau manchmal eben doch ein wenig Magie in der Luft liegt.
Ob Schatzsucher, Sagenfreund oder einfach neugieriger Spaziergänger: Der Löbauer Berg zeigt, dass Geschichte nicht nur in Büchern steckt. Manchmal versteckt sie sich zwischen Felsen, alten Bäumen – und vielleicht sogar hinter einer geheimnisvollen Blume.
Ein Jahr, vier Jubiläen
Löbau feiert 2026 gleich mehrere Jubiläen: Vor 680 Jahren, am 21. August 1346, wurde in Löbau der Sechs-Städte-Bund bestehend aus Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau und Zittau gegründet. Vor 180 Jahren wurden die Eisenbahnstrecke Löbau–Bautzen eingeweiht und die Bergquell-Brauerei gegründet. Und vor 120 Jahren öffnete das bis heute beliebte Herrmannbad seine Türen. Ein Jahr voller Geschichte, Tradition und besonderer Höhepunkte.
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Bildnachweis
Titelbild und Löbau-Impressionen: Philipp Herfort