150 Jahre Anton Günther
Drei Ständchen für den »Bob Dylan des Erzgebirges«
150 Jahre Anton Günther – 150 Musiker für ein besonderes Jubiläum gesucht!
Im Jahr 2026 jährt sich der Geburtstag des erzgebirgischen Volksdichters und Sängers Anton Günther (*05.06.1876 – †29.04.1937) zum 150. Mal. Aus diesem Anlass planen der Kunst- und Kulturverein Erzgebirge e.V. und „So geht Sächsisch.“ ein musikalisches Jubiläumskonzert auf dem Marktplatz in Annaberg-Buchholz.
Unter dem Motto »150 für Anton Günther« werden mindestens 150 Musikerinnen und Musiker gesucht, die am 17. Mai 2026 in Annaberg-Buchholz zusammenkommen, um gemeinsam drei Lieder von Anton Günther zu spielen. Das besondere Gemeinschaftsprojekt soll die Verbundenheit zur erzgebirgischen Tradition und Heimatkultur eindrucksvoll zum Klingenbringen.
Wir freuen uns auf zahlreiche Mitwirkende, um gemeinsam Anton Günthers Leben und Werk gebührend zu feiern.
Wir sehen uns in Annaberg-Buchholz – GLÜCK AUF!
FAQ zur Anton Günther-Wette
Wann und wo genau?
Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 17. Mai 2026, um 11:00 Uhr, auf dem Marktplatz von Annaberg-Buchholz statt.
Wer kann mitmachen?
Kurzum: Alle die Anton Günther und seine Musik lieben und obendrein in der Lage sind ein Musikinstrument zu bedienen oder dies zumindest gerne tun. Wer lieber singt und textsicher ist, ist ebenso gern gesehen.
Welche Lieder sollen gespielt werden?
Gemeinsam gespielt werden sollen folgende drei Klassiker:
→ Wu da Wälder hamlich rausch’n
→ Vergass dei Hamit net
→ ’s is Feierobmd
Wie kann ich mich anmelden?
Wer sich angesprochen fühlt und mitwirken möchte, kann sich per E-Mail anmelden unter: kuk-erz@web.de
Die drei Lieder
Die Lieder „Wu da Wälder hamlich rausch’n“ (1905), „Vergass dei Hamit net“ (1910) und „’s is Feierobmd“ (1903) gehören zu den bekanntesten Lieder Anton Günthers und sind bis heute zeitlose Klassiker erzgebirgischer Mundartmusik.
Bob Dylan des Erzgebirges?
Wer war Anton Günther?
Anton Günther war ein Volksdichter, Sänger und Komponist, der als einer der wichtigsten kulturellen Vertreter des Erzgebirges gilt. Geboren wurde er am 5. Juni 1876 im böhmischen Grenzdorf Gottesgab (heute Boží Dar) und starb dort am 29. April 1937. Als gelernter Lithograf arbeitete er zunächst in Prag, später lebte er von Landwirtschaft und Liedverkäufen. Bekannt als „D´r Toler-Hans-Tonel ", trug er Joppe, Hut, Pfeife und Gitarre und wurde zur Ikone der erzgebirgischen Folklore.
Günther komponierte und sang fast 200 Lieder zur Gitarre. Er trat in Gaststätten, Vereinen und vor König Friedrich August III. auf, sang in Oberwiesenthal, Dresden, Berlin und Wien. Schellackplatten und Postkarten verbreiteten seine Werke deutschlandweit. Seine Lieder und Texte prägten die regionale Identität der Region nachhaltig. Günther schrieb seine Liedtexte und Gedichte meist im erzgebirgischen Dialekt, wodurch seine Lieder für die Menschen der Region besonders authentisch waren und sind. Viele seiner Erzgebirgslieder, die Themen wie Heimat, Heimweh, Bergbau, Natur und das Leben der Menschen behandeln, wurden zu heimlichen Hymnen des Erzgebirges und werden bis heute gesungen. Anton Günther ließ Postkarten mit seinen Liedtexten und von ihm angefertigten Illustrationen drucken, welche sich im gesamten deutschsprachigen Raum verbreiteten und ihn weit über die Grenzen des Erzgebirges bekannt machten.
Bezogen auf das Erzgebirge und in puncto Popularität kann man Anton Günther also durchaus mit dem weltberühmten Folkmusiker und Liedermacher Dylan vergleichen.
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Titel- & Artikelbild: Anthon Günther, um 1930, Foto: Franz Landgraf (1870–1953), digital koloriert und animiert.