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150 Jahre Anton Günther

Drei Ständchen für den »Bob Dylan des Erzgebirges«

Ein Fest zum Jubiläum

Im Jahr 2026 jährt sich der Geburtstag des erzgebirgischen Volksdichters und Sängers Anton Günther (*05.06.1876 – †29.04.1937) zum 150. Mal. Aus diesem Anlass organisierten der Kunst- und Kulturverein Erzgebirge e.V. und „So geht Sächsisch.“ am 17. Mai ein großes Jubiläumskonzert auf dem Marktplatz in Annaberg-Buchholz. 150 Musikerinnen und Musiker waren gesucht, rund 215 haben sich angemeldet. Gemeinsam mit über 1.500 Besucherinnen und Besuchern wurden drei der bekanntesten Lieder von Anton Günther gesungen und gespielt!

Wir danken den zahlreichen Mitwirkenden dafür, dass Anton Günthers Leben und Werk gebührend und gemeinsam Feiern konnten.

Wir sehen uns in Annaberg-Buchholz – GLÜCK AUF!

Zur Pressemeldung

Suu schie wars Fest'l fürn Anton

„Dieses Konzert steht für den starken Zusammenhalt in Sachsen.”
Michael Kretschmer
Ministerpräsident des Freistaates Sachssen

Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich beeindruckt: »Ich freue mich sehr über die überwältigende Resonanz und die große Begeisterung des Publikums. Dass so viele Menschen gemeinsam singen und musizieren, zeigt eindrucksvoll, wie lebendig unsere Traditionen sind. Dieses Konzert steht für den starken Zusammenhalt in Sachsen. Für gelebte Heimat und zeigt, dass unsere kulturellen Wurzeln auch in Zukunft tragen. Anton Günther verbindet Generationen – genau das war heute auf beeindruckende Weise zu spüren.«

„Anton Günthers Lieder haben einmal mehr gezeigt, wie kraftvoll Mundart, Musik und Gemeinschaft zusammenwirken.”
Georg-Stefan Seidl
Kunst- und Kulturverein Erzgebige e.V.

Auch Georg-Stefan Seidl vom Kunst- und Kulturverein Erzgebirge e.V. zog eine positive Bilanz: »Was wir heute erlebt haben, übertrifft all unsere Erwartungen. Anton Günthers Lieder haben einmal mehr gezeigt, wie kraftvoll Mundart, Musik und Gemeinschaft zusammenwirken. Dieses Konzert war ein starkes Zeichen für die Lebendigkeit der erzgebirgischen Kultur.« Neben zahlreichen regionalen Musikvereinen trug auch das traditionsreiche Bergmusikkorps »Frisch Glück« Annaberg-Buchholz maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Die Bart-Challenge

Foto: 16zu9 Medienproduktion – Sebastian Paul

Ein Bart für alle!

Als witzige Aktion hatte der Kunst- und Kulturvereins Erzgebirge e.V. vor einigen Wochen zudem zur »Bart-Challenge« aufgerufen. Vor allem in den sozialen Netzwerken übertrumpfen sich die Freunde gepflegter Gesichtsbehaarung seitdem mit Fotos ihrer »Anton-Günther-Gedächtnisbärte«. Viele der stolzen Bartträger mischten sich am Sonntag auch unters Publikum und sorgten so für zusätzliche Aufmerksamkeit. Die »Bart-Challenge« geht noch bis zum 5. Juni, dem eigentlichen Geburtstag Anton Günthers. 

FAQ zum Anton Günther-Jubiläumskonzert

Wann und wo genau?

Die Veranstaltung findet am Sonntag, den 17. Mai 2026, um 11:00 Uhr, auf dem Marktplatz von Annaberg-Buchholz statt. 

Wer kann mitmachen?

Kurzum: Alle die Anton Günther und seine Musik lieben und obendrein in der Lage sind ein Musikinstrument zu bedienen oder dies zumindest gerne tun. Wer lieber singt und textsicher ist, ist ebenso gern gesehen.

Welche Lieder sollen gespielt werden?

Gemeinsam gespielt werden sollen folgende drei Klassiker:

Wu da Wälder hamlich rausch’n
Vergass dei Hamit net
’s is Feierobmd

Wie kann ich mich anmelden?

Wer sich angesprochen fühlt und mitwirken möchte, kann sich per E-Mail anmelden unter: kuk-erz@web.de

Die drei Lieder

Die Lieder „Wu da Wälder hamlich rausch’n“ (1905), „Vergass dei Hamit net“ (1910) und „’s is Feierobmd“ (1903) gehören zu den bekanntesten Liedern Anton Günthers und sind bis heute zeitlose Klassiker erzgebirgischer Mundartmusik.

Bob Dylan des Erzgebirges?

Anthon Günther, um 1930, Foto: Franz Landgraf (1870–1953), digital koloriert.

Wer war Anton Günther?

Anton Günther war ein Volksdichter, Sänger und Komponist, der als einer der wichtigsten kulturellen Vertreter des Erzgebirges gilt. Geboren wurde er am 5. Juni 1876 im böhmischen Grenzdorf Gottesgab (heute Boží Dar) und starb dort am 29. April 1937. Als gelernter Lithograf arbeitete er zunächst in Prag, später lebte er von Landwirtschaft und Liedverkäufen. Bekannt als „D´r Toler-Hans-Tonel ", trug er Joppe, Hut, Pfeife und Gitarre und wurde zur Ikone der erzgebirgischen Folklore.

Günther komponierte und sang fast 200 Lieder zur Gitarre. Er trat in Gaststätten, Vereinen und vor König Friedrich August III. auf, sang in Oberwiesenthal, Dresden, Berlin und Wien. Schellackplatten und Postkarten verbreiteten seine Werke deutschlandweit. Seine Lieder und Texte prägten die regionale Identität der Region nachhaltig. Günther schrieb seine Liedtexte und Gedichte meist im erzgebirgischen Dialekt, wodurch seine Lieder für die Menschen der Region besonders authentisch waren und sind. Viele seiner Erzgebirgslieder, die Themen wie Heimat, Heimweh, Bergbau, Natur und das Leben der Menschen behandeln, wurden zu heimlichen Hymnen des Erzgebirges und werden bis heute gesungen. Anton Günther ließ Postkarten mit seinen Liedtexten und von ihm angefertigten Illustrationen drucken, welche sich im gesamten deutschsprachigen Raum verbreiteten und ihn weit über die Grenzen des Erzgebirges bekannt machten. 

Bezogen auf das Erzgebirge und in puncto Popularität kann man Anton Günther also durchaus mit dem weltberühmten Folkmusiker und Liedermacher Dylan vergleichen.

Titel- & Artikelbild: Anthon Günther, um 1930, Foto: Franz Landgraf (1870–1953), digital koloriert und animiert.