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Reisen & Entdecken

„Glück auf, der Steiger kommt.“

„So geht sächsisch.“ zeigt mit neuen Steigerlied-Variationen die Vielfalt Sachsens

Steigerlied ist Kult – damals wie heute

„Glück Auf, der Steiger kommt!“ – So beginnt der Liedertext des weltberühmten Steigerliedes. Dieses besondere Lied wird bei Bergparaden, in Fußballstadien und an vielen anderen Orten gesungen, nicht nur im Ursprungsland, dem Erzgebirge, sondern in nahezu allen Bergbauregionen Deutschlands. Das Steigerlied lebt und bewegt die Menschen. Seit 2023 gehört es zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Das Steigerlied ist ein großes Stück sächsischer Identität und Heimat. Es kommt ursprünglich aus dem Erzgebirge, bis heute kann diese besondere Hymne hier fast jedes Kind auswendig singen. Die Ernennung zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe hat nicht nur im Erzgebirge große Begeisterung hervorgerufen, sondern den gesamten Freistaat stolz gemacht.“ Mit vielen neuen Interpratationen laden wir ein zu einer Entdeckungsreise, wir zeigen, wie lebendig und international das Steigerlied ist.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

Steigerlied reloaded: klassisch, improvisiert, mutig

#1 Steigerlied goes Klassik

„Fantasie über die Melodie des Steigerliedes“ so heißt die Neukomposition von Philipp Kaufmann. Der junge Dirigent und Orchesterleiter hat mit der Jungen Philharmonie Augustusburg ein ganz neues musikalisches Kunstwerk geschaffen. Viele der jungen Musikerinnen und Musiker waren bisher mit dem Lied nicht vertraut. „Wir waren von der Idee sofort begeistert“, erklärt Pascal Kaufmann, der mit der Jungen Philharmonie Augustusburg und dem Augustusburger Musiksommer zwei neue Formate geschaffen hat, die sich seit 2019 großer Beliebtheit erfreuen. „Das Licht spielte für die Kumpel unter Tage eine immense Rolle. Das auch über die Musik zu transportieren, war eine ziemliche Herausforderung,“ so der Orchesterchef. Kaufmann gehört gemeinsam mit seinem Bruder Markus Kaufmann als Klavier- und Orgelduo zu den Musikstars im In- und Ausland. Der 30-Jährige gebürtige Lichtensteiner ist mit zahlreichen Auszeichnungen dekoriert und hat als jüngster Absolvent der Dresdner „Hochschule für Kirchenmusik" sein Diplom erhalten.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

400 kleine „Welterbe-Entdecker“ in Freiberg

#2 Steigerlied goes Kinderchor

Welch verbindende Kraft das Steigerlied entfalten kann, zeigt sich an einem ganz besonderen Projekt in Freiberg. Ein Jahr lang beschäftigen sich die Freiberger Vorschulkinder mit dem Welterbe, sie lernen, entdecken und die Geschichte der Silberstadt und des ganzen Erzgebirges. Der „Welterbe- Entdecker-Tag“ ist der Höhepunkt. Die Kinder ziehen wie die Großen in einer Bergparade durch die Stadt und am Ende wird textsicher auf dem Obermarkt das Steigerlied gesungen.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

Erzgebirgsstadion in Aue-Bad Schlema

#3 Steigerlied goes Stadion

Im Stadion des FC Erzgebirge Aue wird das Steigerlied als Vereinshymne regelmäßig von den Fans gesungen. Eine besondere Premiere erlebt das Erzgebirgsstadion im September 2020 anlässlich der Feier zu 30 Jahre Freistaat Sachsen. Erstmals in ihrer über 450 jährigen Geschichte spielte die Staatskapelle gemeinsam mit einem Bergmusikkorps. Der krönende Abschluss des Konzertes war natürlich das „Glück auf, Glück auf der Steiger kommt“, gesungen von Klaus Florian Voigt, begleitet vom Musikkorps der Bergstadt Schneeberg und der Staatskapelle Dresden, unter der Leitung von Maestro Christian Thielemann.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

Jazz-Pianist Bert van den Brink im Freiberger Dom

#4 Steigermarsch goes Silbermannorgel

Die größte und berühmteste Silbermannorgel im Freiberger Dom kann nicht nur Kirchenmusik. Der renommierte niederländische Jazz-Pianist, Komponist und Musikproduzent und Professor Bert van den Brink entlockt dem Instrument ganz neue Töne. Der von Geburt an blinde Pianist, der schon mit vielen namhaften Künstlern konzertierte, darunter Gino Vannelli, Richard Bina, Chet Baker und Maria Markesin, spielt virtuos eine improvisierte Jazz-Variante des Steigerliedes.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

E-Gitarrist Martin Fankhänel in Oelsnitz/Erzgebirge

#5 Steigerlied goes Blues

Gitarrist und Rocksänger Martin Fankhänel liebt den Blues. In der Meisterwerkstatt für Gitarrenbau Roy Fankhänel im Erzgebirgischen Oelsnitz wird aus der Erzgebirgshymne ein Stück zeitlos klassische Bluesmusik. Der Multi-Instrumentalist macht seit mittlerweile über 20 Jahren aktiv Musik. In den vergangenen Jahren hat er mit seiner Band THE LATERISER drei Studioalben herausgebracht und mehrere hundert Auftritte absolviert. Nun ist er mit einer neuen Band am Start - MAAMUUT – das Debütalbum ist gerade in Arbeit und soll im kommenden Jahr erscheinen. Der Steiger-Blues wird gesungen von Lucy-Marie Rockstroh. Sie hat mit ihrer Schülerband „Bad Romance“ bereits erste Bühnenerfahrungen gesammelt und ist bei der britischen Musicaldarstellerin und Sängerin Lindsay Hamilton in die Schule gegangen. Hamilton hat bereits in namhaften Produktionen wie „My Fair Lady“ mitgewirkt und hat sich nun im Erzgebirge niedergelassen.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

„Glückauf“-Gymnasium in Dippoldiswalde/Altenberg

#6 Steigerlied ist Schulhymne

Der Name ist Programm am „Glückauf“-Gymnasium in Dippoldiswalde/Altenberg. Hier werden die neuen Gymnasiasten alljährlich zu Schuljahresbeginn feierlich mit „Glück auf!“ und dem Steigerlied begrüßt. Das Steigerlied und eine gemeinsame feierliche Aufführung gehört gewissermaßen zum Lernstoff der Fünftklässler. Mit diesem Zeremoniell heißt sie Schuldirektor Volker Hegewald offiziell willkommen: „Unser Gymnasium befindet sich in einer Region, die sehr lange und sehr intensiv durch den Bergbau geprägt wurde und vielleicht in Zukunft auch wieder geprägt wird. Natürlich lautet da auch unser Schulgruß ‘Glück Auf!“ Das Steigerlied werde zu vielen Anlässen – und seit 25 Jahren auch anlässlich der Aufnahme der jüngsten Schülerinnen und Schüler - im tiefen Bünau-Stollen gesungen. Eine schöne und wichtige Tradition, wie der Rektor findet, die noch viele künftige Schülergenerationen an das bergmännische Erbe ihrer Heimat heranführen möge.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

„Glück auf, Salam!“

#7 Steigerlied auf Persisch

Singen macht glücklich und verbindet Menschen über alle Sprachbarrieren hinweg. Wer könnte das glaubhafter vermitteln als der Dresdner Chorverein „Singasylum“, der Sängerinnen und Sänger aus vielen Teilen der Welt vereint. Der „Chor für alle“, wie sich „Singasylum“ selbst bezeichnet, wurde 2015 von Studierenden der Evangelischen Hochschule Dresden gegründet und gibt Asylsuchenden aus aller Welt eine Stimme. Vor allem aber ist er offen für alle Menschen, die für Demokratie, Inklusion, Toleranz, Partizipation, Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt eintreten. Mitmachen kann jeder – unabhängig von Herkunft, Alter oder musikalischer Erfahrung. Allein die Freude am gemeinsamen Singen steht im Mittelpunkt, und die ist dem Ensemble in ihrer Steigerlied- Interpretation auf Persisch von Anbeginn anzusehen - „Glück auf, Salam!“

„Glück auf, der Steiger kommt.“

Steigerlied goes Swing

#8 Steigerlied goes Swing

Klavierspielen mit Händen und Füßen gleichzeitig – das geht nur auf dem „Pedalflügel“. Dieses einzigartige Exemplar hat Markus Ludwig dem Zwickauer Robert-Schumann-Haus geschenkt. Der Flügel wurde von Clara Schumanns Cousin Wilhelm Wieck gebaut. Unter dem Flügel befindet sich eine Pedalklaviatur, wie sie auch Robert Schumann nutzte. Durch ein unter einen Flügel (oder ein Klavier) gestelltes Pedalier, einer Pedalklaviatur mit eigener Hammermechanik und dickumsponnenen Saiten, kann man auf einem Klavier mit Händen und Füßen spielen – wie auf der Orgel, aber mit Anschlagsdynamik.

Der Vollblutmusiker Markus Ludwig beherrscht den Pedalflügel exzellent. Als ehemaliger Organist und Kantor der Lößnitzer Kirche, pensionierter Musikschullehrer und langjähriges Mitglied mehrerer Jazzbands ist er in vielen musikalischen Genres zu Hause. Spielerisch wandelt Markus Ludwig zwischen Jazz, Romantik, Rock oder Swing. Virtuos spielt er nicht nur sieben Instrumente (Klavier, Trompete, Posaune, Tuba, Schlagzeug, Gitarre und Orgel), sondern versteht sich auch exzellent aufs Improvisieren. Und so hat er im Geburtshaus von Robert Schumann am Zwickauer Obermarkt seinen „Steigerlied-Swing“ zum Besten gegeben und schlägt damit die musikalische Brücke zwischen Volkslied, Robert Schumanns Träumerei und der Swing-Tradition des 20. Jahrhunderts.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

„Zärtlichkeiten mit Freunden“

#9 Steigerlied mal ganz zärtlich

Auch wenn sie keine Bergleute sind, fühlen sich Cordula Zwischenfisch und Ines Fleiwa inniglich dem Erzgebirge verbunden. Familie, Freunde, Verflossene… Und ganz besonders liebt die bekannte Band „Zärtlichkeiten mit Freunden“ das Steigerlied. Da bubbern die aus Frohnauer Lindenholz geschnitzten Engelsherzen der beiden Grobmusiker. Und genau deshalb haben sie beschlossen, der Nachwelt eine aufs Wesentliche reduzierte Steigerliedvariation mit Horn und Marschtrommel zu kredenzen und sich dabei von einem Argrarflugzeug filmen zu lassen.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

#10 Steigerlied meets Breakdance

#10 Steigerlied meets Breakdance

Wenn sich die besten BBoys und BGirls Sachsens, "The Saxonz", zusammentun mit den wilden Berliner Folks der "The Trouble Notes“, und sie dann gemeinsam auch noch quasi ein Erzgebirgisches Nationalheiligtum zelebrieren, dann kann dabei nur eine geniale Mischung herauskommen. Gestatten: das Steigerlied, erstmals in rhythmischen und hochdynamischen Moves getanzt, in der ehrwürdigen Kulisse der Sächsischen Staatskanzlei. Die Breakdance-Profis rund um Felix Rossberg und Joanna Mintcheva geben dem traditionellen Bergmannslied ihre ganz eigene Note, wild, waghalsig, voller Power und Lebensfreude – und das Ganze begleitet vom mindestens ebenso wilden und kraftvollen Geigenspiel von „The Trouble Notes“-mit Frontmann Bennet Cerven.

„Glück auf, der Steiger kommt.“

#11 Steigerlied trifft kolumbianischen Lebensfreude

#11 Steigerlied trifft kolumbianischen Lebensfreude

Salsa, Merengue, Vallenato, Cumbia - Kolumbien begeistert mit großem kulturellen Reichtum und einer beeindruckenden musikalischen Vielfalt. Mit mehr als tausend folkloristischen Rhythmen zählt die kolumbianische Musik zu einer der reichsten und bekanntesten der Welt. Vielfalt prägt die kolumbianische Musik, und Vielfalt lautet das Credo der Steigerlied-Serie von „So geht sächsisch.“ – was lag da näher, als kolumbianische Musiker und den Steigerlied-Spirit zusammenzuführen? Und so kam es anlässlich des 30. Blasmusikfestivals in Aue-Bad Schlema Mitte September zu einem ganz besonderen Intermezzo, als die Banda Sinfónica La Estrella unter der musikalischen Leitung von Daniel Ocampo Ayala das Steigerlied interpretierte. Gegründet 2003, besteht das Ensemble derzeit aus 35 Musikerinnen und Musikern im Alter zwischen 19 und 43 Jahren.

Die Kulisse für die Aufnahme ist der Purple Path mit einer Bronze-Skulptur von Tony Cragg. Er gehört zu den namhaftesten Künstlern und Bildhauern der Welt. Seine Werke stehen in Paris, New York, Berlin und jetzt in Aue-Bad Schlema als Teil der Kulturhauptstadt Europas.

Denn so ist Kulturhauptstadt gedacht: Wir verbinden die Kulturen und zeigen neue Möglichkeiten des friedlichen und Miteinanders.

#12 Steigerlied goes Bandoneon

#12 Steigerlied goes Bandoneon

Robert Wallschläger hat eine Passion. Sie gehört dem für das Erzgebirge wohl wichtigsten Instrument: Dem Bandoneon. Seit 2007 hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Gemeinsam mit seiner Frau Petra betreiben sie eine kleine Manufaktur, bauen und reparieren Instrumente und halten so die große Tradition des Ortes am Leben. Das kleine Carlsfeld war der Bandoneon-Ort schlechthin. 1836 entstanden hier die ersten Instrumente und wenig später waren hunderte Mitarbeiter mit der bis heute aufwändigen Bau der Bandoneons beschäftigt. Ca. 180 Arbeitsstunden stecken in einem der Instrumente.

Gleichzeitig haben die Wallschlägers mit Freunden und Unterstützern den „Bandonionverein Carlsfeld“ gegründet, hier wird gemeinsam musiziert und besonders wichtig, die Leidenschaft wird auch an die junge Generation weitergegeben. In ihrem Haus haben sie eine eigene kleine Musikschule.

Im späten 19 Jahrhundert kam das erzgebirgische Bandoneon mit den Auswanderern auch nach Argentinien und erlebte dort eine beispiellose Erfolgsgeschichte als das Tango-Instrument schlechthin. Auch diese Tradition wird in Carlsfeld gelebt. Jedes Jahr gibt es Tangoworkshops mit argentinischen Profis, zu dem Interessenten aus ganz Deutschland anreisen.

Natürlich gehört die Erzgebirgshymne zum festen Repertoire im Bandonionverein Carlsfelde.V und für Petra und Robert Wallschläger und ihre vielen Mitstreiter ist es Ehrensache, in der Steigerlied- Serie mit ihrer eigenen Interpretation dabei zu sein.

#13 Steigerlied goes Tag der Sachsen

#13 Steigerlied goes Tag der Sachsen

Zu einem besonderen Rekordversuch riefen die Organisatoren beim "Tag der Sachsen" das Publikum im Rahmen einer Stadtwette am 2. September um 18 Uhr auf das Steigerlied zu singen. An allen Ecken der Stadt und aus möglichst vielen Kehlen sollte die Hymne der Bergleute „Glück auf, der Steiger kommt!“ erklingen. Einen Chor aus mindestens 15.000 Stimmen brauchte es, um die Stadtwette zu gewinnen. Am Ende waren es über 21.000 - Wette gewonnen. Das Steigerlied-XXL war ein absoluter Höhepunkt und sorgte für Gänsehaut bei den Teilnehmern.

#14 Steigerlied goes „Happy Metal“

#14 Steigerlied goes Rock

Die Freiberger „Cramer Band“ hat das bisher wohl inbrünstigste Steigerlied beigesteuert. Die Band mit „Manne“ (Matthias Reich) an der Gitarre, „Siggi“ (Klaus Borrmann) am Bass und „Hotte“ (Hannes Schmidt) an den Drums spielte ihren Steiger während einer Studentenfeier mit Unterstützung der Bigband der Freiberger Berguniversität. Dort im Übrigen, wo Matthias Reich hauptberuflich die deutschlandweit einzige Professur für Bohrtechnik innehat. „Wir waren von der Steigerlied-Serie von ‘So geht sächsisch.‘ sofort begeistert“, erklärt Matthias Reich. „Hier in Freiberg ist jeder textsicher, und Gänsehaut vorprogrammiert. Mit unserer Rock-Version wollen wir zeigen, dass sich Tradition und Moderne immer unter einen Hut bringen lassen – genau wie an unserer Universität.“

#15 Steigerlied goes New York

#15 Steigerlied goes New York

Von Meerane nach New York City: Fleißig haben die „Draufgänger Guggis“ in ihrer Heimat Meerane geprobt, um unser geliebtes Steigerlied in der Weltmetropole zu performen. Auf der berühmten „Steubenparade“ auf der 5th Avenue haben sie das Publikum überrascht.

Über eine Städtepartnerschaft mit Lörrach in Südbaden kam die Guggenmusik 1990 nach Meerane und entwickelte hier über die Jahre eine bemerkenswerte Fangemeinde. Prominenteste Vertreter: die „Draufgänger Guggis“, die mittlerweile höchst professionell unterwegs sind und erstmals am weltgrößten Umzug deutscher und deutsch-amerikanischer Vereine und Spielmannszüge, der „Steubenparade“, teilnehmen durften. Was für eine Ehre!

#16 Steigerlied trifft Mathe-Genie

#16 Steigerlied trifft Mathe-Genie

Mit seinen Mathe-Songs rockt Johann Beurich – aka „DorFuchs“ – die deutschen Klassenzimmer. Nun hat er das Steigerlied auf seine einzigartige Weise interpretiert. Der Mathematiker aus Leidenschaft hat sich einen Namen gemacht, indem er durch mitreißende Mathe-Songs die Herzen der Schülerinnen und Schüler erobert.

Mit seinem unverwechselbaren Stil verbindet „DorFuchs“ nun das Steigerlied mit ein paar spannenden Fakten und auch das Kazoo kommt dabei zum Einsatz. Um mit einem Kazoo zu spielen, singt der Musiker in das offene Ende, während er gleichzeitig das dünnwandige Material am anderen Ende vibrieren lässt. Dadurch entstehen die charakteristischen, surrenden Töne des Kazoos.

#17 Steigerlied goes Volksmusik mit „de Randfichten“

#17 Steigerlied goes Volksmusik mit „de Randfichten“

Gemeinsam mit der Erzgebirgischen Kultband „de Randfichten“ entstand eine volkstümliche Version. Gedreht wurde das Video im Besucherbergwerk Aurora Erbstolln in Dorfhain.

Die Musiker sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der Volksmusik, ihre Herzen schlagen für das Erzgebirge und die Heimat und es war völlig klar, dass sie bei diesem Projekt dabei sein müssen.

#18 Steigerlied goes Blasmusikfestival

#18 Steigerlied goes Blasmusikfestival

Über alle Grenzen hinweg: Inmitten der idyllischen Kulisse des 30. Europäischen Blasmusikfestivals vereinten sich 16 herausragende Orchester mit über 600 talentierten Musikanten aus elf verschiedenen Nationen, um eine beeindruckende Interpretation des Steigerlieds zu präsentieren. Dieses musikalische Spektakel übertraf nicht nur alle Erwartungen, sondern schuf auch eine unvergessliche Brücke zwischen den kulturellen Grenzen.

#19 Steigerlied trifft mexikanisches Temperament

#19 Steigerlied trifft mexikanisches Temperament

José Luis Gutiérrez Hernandez ist Mexikaner wie er im Buche steht: stolz, temperamentvoll, leidenschaftlich. Und er ist Dirigent und Kapellmeister am Mittelsächsischen Theater Freiberg. Eine bemerkenswerte Reise liegt hinter dem gerade mal 28-jährigen Pianisten, der seit August 2020 der Mittelsächsischen Philharmonie vorsteht. Geboren 1995 in Mexiko, begann er im Alter von zehn Jahren mit dem Klavierspiel und hatte rasch erste Wettbewerbserfolge. Sein Interesse am Dirigieren führte ihn über Meisterkurse nach England, Deutschland, Italien und Mexiko bis ans Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck, wo er 2015 sein Dirigierstudium mit Auszeichnung abschloss. Seit Januar 2019 ist José Luis Gutiérrez am Mittelsächsischen Theater engagiert, leitet die Big Band der Mittelsächsischen Philharmonie.

Für „So geht sächsisch.“ hat er das Steigerlied nun gemeinsam mit den Bläsern der Mittelsächsischen Philharmonie und dem Saxonia Bermusikkorps Freiberg in der Version „Buena Suerte“ neu eingespielt. Hier sind mexikanisches Temperament mit Freiberger Tradition vereint. Wie es dazu kam? José Luis Gutiérrez Hernandez erinnert sich: „Es war im Frühjahr 2020. Die Bigband der Mittelsächsischen Philharmonie sollte beim Neujahrsempfang der Stadt Freiberg spielen und am Ende den ‘Steiger‘ intonieren. Da kam mir die Idee, den Steiger zu erfrischen. Innerhalb von zehn Stunden schrieb ich ein neues Arrangement. Das war eine sehr kurze Nacht!“

In der Silberstadt Freiberg sind Tradition und Moderne gleichermaßen zuhause. Das beweisen eindrucksvoll die Musiker der Philharmonie des Mittelsächsischen Theaters und des Bergmusikkorps Saxonia Freiberg gemeinsam mit der Freiberger Band Die Notendealer und Mitglieder des Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft e.V.

#20 Ode an das Erzgebirge

#20 Ode an das Erzgebirge

Klöppeln, Schnitzen, Handwerk, Musik, Natur, Kirchen und Silbermann-Orgeln, Bergbau, Tradition – all das ist das Erzgebirge. Hier leben freundliche, offene, zupackende und engagierte Menschen. Menschen, die ihre Heimat im Herzen tragen und sich ihrer Geschichte und Tradition bewusst sind. Dieses Bewusstsein wird von Generation zu Generation weitergegeben. „Alles kommt vom Berge her“- dieses Motto steht für das Erzgebirge, und das Steigerlied ist die dazu gehörige Heimat-Hymne. Jedes Kind lernt hier dieses Lied und lebt mit der Melodie ein Leben lang. Aus den Tönen und Klängen des Erzgebirges mit den Menschen des Erzgebirges entstand so eine ganz besondere Version des Steigerliedes: eine Ode an das Erzgebirge. 

#21 Steigerlied trifft auf Dresdner Kreuzchor

#21 Steigerlied trifft auf Dresdner Kreuzchor

Welterbe mal drei: Seit 2014 sind die einzigartigen sächsischen Knabenchöre Immaterielles Kulturerbe, seit 2023 das Steigerlied, und das kommt aus dem Erzgebirge, das seit 2019 UNESCO Welterbe ist. Das ist unser Sachsen. 

Im festlichen Glanz der Weihnachtszeit präsentiert der renommierte Dresdner Kreuzchor gemeinsam mit dem Capell Brass Quintet eine eindrucksvolle Interpretation des Steigerlieds. Dieses Meisterwerk wurde in der ehrwürdigen Kulisse der Kreuzkirche Dresden aufgenommen und beeindruckt durch das harmonische Zusammenspiel von kraftvollen Chorklängen und den strahlenden Tönen der Blechbläser.

#22 Steigerlied auf den Bergparaden

#22 Steigerlied auf den Bergparaden

Bergparaden sind ein Höhepunkt im Erzgebirgischen Advent. Hier kommen Heimat, Tradition und Stolz zusammen, bei Alt und Jung. Wir haben ein Steigerlied zusammengestellt aus den Bergparaden in Freiberg, Lößnitz, Schneeberg und Schwarzenberg. Festlich, traditionell und selbstbewusst. Das ist das Erzgebirge, das ist Sachsen.

Mit dabei waren:

Musikkorps der. Bergstadt Schneeberg

Bergbrüderschaft "Schneeberger Bergparade"

Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft

Bergmusikkorps Saxonia

Bergbrüderschaft Schneeberger Bergparade

Bergknappschaften Schwarzenberg

#23 Steigerlied goes Carillon

#23 Steigerlied goes Carillon

"Glück Auf, aus Chemnitz!" – Das Steigerlied verschmilzt harmonisch mit den Glockenklängen des Chemnitzer Carillons. Dies spielbare Glockenspiel befindet sich im Rathaus der Stadt und beeindruckt mit 48 Glocken, die einen Tonumfang von vier Oktaven abdecken. Die größte Glocke, mit einem Gewicht von 957 Kilogramm und einem Durchmesser von 1,12 Metern, verleiht dem Carillon eine imposante Präsenz. Selbst die kleinste Glocke trägt mit 9,5 Kilogramm zum Gesamtklang bei. Trotz des beeindruckenden Gewichts von insgesamt 5200 Kilogramm erfüllt das Chemnitzer Carillon die Luft mit einer Leichtigkeit, die dem Steigerlied eine einzigartige Note verleiht. Gespielt von Marc van Eyck - Carillonneur an der Sankt-Gertrauden-Kirche in Leuven (Belgien), ausgebildet an der Königlichen Carillonschule Mechelen.

#24 Steigerlied aus Ehrenfriedersdorf

#24 Steigerlied aus Ehrenfriedersdorf

Ehrenfriedersdorf hat eine lange Bergbautradition. Hier lebten und arbeiteten zahlreiche Bergleute, die ihr Leben unter Tage verbrachten. Das Steigerlied war ein wichtiger Bestandteil des bergmännischen Alltags in Ehrenfriedersdorf und anderen Bergbau-Orten. Den Ehrenfriedersdorfer Bergleuten ist zudem um 1545 eines der bedeutendsten Erfindungen in der Bergbautechnik, speziell zur Wasserhebung zu verdanken, die Ehrenfriedersdorfer Radpumpe, die den damaligen Bergbau revolutionierte.

#25 Steigerlied auf der Orgel

#25 Steigerlied auf der Orgel

Die Orgel wird oft als die "Königin der Instrumente" bezeichnet, aufgrund ihrer Vielseitigkeit und der Fähigkeit, eine breite Palette von Klängen zu erzeugen. Aber es bedarf auch jeder Menge Koordinationsfähigkeit, eine Orgel zu spielen. Kantor Clemens Lucke kann das in Perfektion und er hat an der Silbermannorgel in Freiberg unser geliebtes Steigerlied gespielt. So pflegt man kulturelle und musikalische Tradition. Ein echter, imposanter Klang!

FAQ

Was ist das Steigerlied?

Das Steigerlied ist die Hymne der Bergleute. Es bedeutet Identität und steht für das Erzgebirge, denn dort hat es seine Wurzeln und genießt große Popularität. Seine Anfänge reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, doch auch heute ist es quicklebendig und wird nicht nur im Erzgebirge, sondern in vielen aktiven und ehemaligen deutschen Bergbaurevieren gesungen. Seit 2023 steht das Steigerlied im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.

Wer verbirgt sich hinter dem Begriff „Steiger“?

Der „Steiger" war einst der Bergaufsichtsbeamte, der für die Leitung und Organisation des Bergbaus verantwortlich war. Der Begriff ist abgeleitet von der früheren Tätigkeit des Steigers und dem steten Steigen und Einfahren in die Gruben. Auch heute noch ist der Steiger die Aufsichtsperson und trägt die Verantwortung für einen Teil des Bergwerks und die ihm unterstellten Personen.

Bei welcher Gelegenheit wird das Steigerlied gesungen?

Bergleute sangen das Steigerlied, um ihre Verbundenheit mit dem Bergbau und ihre Hoffnung auf eine sichere Rückkehr aus dem Bergwerk zum Ausdruck zu bringen. Es ist fester Bestandteil der Bergmannskultur, steht für Identität und Gemeinschaft in den vom Berg- und Hüttenwesen geprägten Kulturlandschaften und wird oft bei festlichen Anlässen wie Bergparaden oder Bergmannsfeiern gesungen.

Wann wurde das Steigerlied erstmals erwähnt?

Ein erster konkreter Nachweis stammt aus dem Jahr 1678. Damals wurde das Steigerlied beim Besuch des Kurfürsten Johann Georg II. von Sachsen in Schneeberg erstmals von Bergsängern vorgetragen. Der Kurfürst war so begeistert, dass er die Bergsänger aufforderte, es ein zweites Mal zu singen. Damals begann das Lied mit den Worten „Wache auf, der Steiger kommt". Erst im 19. Jahrhundert änderte sich dies zu dem heute bekannten „Glück auf, der Steiger kommt".

Wer hat die Melodie komponiert?

Die frühesten Überlieferungen der Steigerlied-Melodie stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert, vornehmlich von den Volksliedsammlern Erk und Irmer, die im preußischen Raum sammelten. Schon 1838 präsentierten sie eine Volksliedsammlung mit den Melodien, die wir heute kennen. Interessant ist, dass in der Sammlung von Erk und Irmer die Vorlagen für das Steigerlied aus verschiedenen Bergbauregionen kamen, jedoch Sachsen fehlte. Ein weiteres Kuriosum zeigt sich in einem Bergliederbüchlein aus dem Jahr 1700, vermutlich in Freiberg verlegt. Hier findet sich der Text des Steigerliedes erstmals mit den heute bekannten vier Strophen. Allerdings gibt es eine Variation in der dritten Strophe, die in Sachsen früher von den „hübschen und feinen" Bergleuten handelte, die Silber und Gold aus Felsgestein gruben – die so genannte „sächsische Strophe“. Diese sächsische Version ist heute weniger bekannt, da sich in anderen Regionen die Textzeile zu „ins Bergwerk ein, wo die Bergleut seien" änderte. Die Verbindung des Steigerliedes mit einem weiteren Volkslied namens „Herr Wirt schenk ein" auf derselben Melodie war im 18. Jahrhundert üblich. Beide Lieder wurden gemeinsam gesungen, bis sie im 19. Jahrhundert getrennt wurden. Die sächsische Strophe geriet dabei in Vergessenheit.

Wer war Sigismund August Wolfgang von Herder und welche Rolle spielte er für den sächsischen Bergbau?

Freiherr von Herder war ein deutscher Geologe, Mineraloge und Oberberghauptmann, unter dessen Einfluss der sächsische Bergbau Anfang des 19. Jahrhunderts einen erneuten Aufschwung nahm. Herder setzte sich für die Einführung neuer Maschinen und der Gasbeleuchtung ein. Gleichzeitig erhielt das Studium an der Bergakademie zu seiner Zeit durch seine Anregungen zu wissenschaftlicher Forschung und strengere Aufnahmekriterien eine deutlich höhere Qualität. Herder, der auch der Musik und Dichtkunst sehr zugetan war, förderte nicht zuletzt auch die Verbreitung und Aufführung bergmännischen Liedgutes. Prächtige Bergaufzüge in prunkvollem Berghabit waren Herders besondere Leidenschaft. Auch als Förderer von Parade- und Dienstuniformen sowie kultureller Elemente wie den Bergoboisten mit russischen Hörnern trug er zur Entwicklung und Erhaltung des Steigerliedes bei.

Wie wurde das Steigerlied in der DDR praktiziert?

In den Anfangsjahren der DDR wollte man das Lied zunächst nicht singen, ja sogar verbieten. Interessanterweise tauchte es 1954 im Liederbuch der FDJ, dem sogenannten „kleinen Blauen", wieder auf. Als dieses in den späten 1960er-Jahren überarbeitet wurde, erlebte das Steigerlied eine besondere Veränderung: Die Melodie, die wir heute kennen, wurde durch eine Fanfarenmelodie ersetzt. Diese Fanfarenmelodie hat tatsächlich eine historische Berechtigung, die jedoch nicht mit der im FDJ-Liederbuch dargestellten Erklärung übereinstimmt, denn sie stammt aus dem fränkischen Raum, einer Region mit einer langen Bergbaugeschichte, insbesondere im Goldabbau.

Was ist die „Arsch-Leder-Strophe“?

Diese zusätzliche Strophe wurde von Studenten im 19. Jahrhundert hinzugefügt und gesungen, insbesondere an der Bergakademie in Freiberg. Dort wurde das Steigerlied oft unter dem Namen „Schichtwechsel" vornehmlich zu nächtlicher Stunde gesungen. Diese studentische Tradition hielt das Lied am Leben und führte dazu, dass auch die „Arsch-Leder- Strophe“ inoffiziell weiterlebte.

Das Steigerlied ist Immaterielles Kulturerbe: Wie kam es dazu?

2019 bewarb sich das Ruhrgebiet mit dem Steigerlied um den Titel „Immaterielles Kulturerbe Deutschlands“. Den Oelsnitzer Museologen Heino Neuber, profunder Kenner der Ortsgeschichte und ausgewiesener Steigerlied-Experte, ließ diese Nachricht keine Ruhe. Der Gedanke, dass das Steigerlied ohne Beteiligung des sächsischen Ursprungslands in das Kulturerbe aufgenommen werden könnte: inakzeptabel! So nahm Neuber Kontakt zum Ruhrgebiet auf, um eine gemeinsame Lösung, doch die Bewerbung scheiterte, die Aufnahme des Steigerlieds in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes wurde abgelehnt. Enttäuscht von dieser Entscheidung und motiviert, die Bedeutung des Steigerlieds für Sachsen zu dokumentieren, begann Neuber, sich intensiver mit der Geschichte des Liedes im mitteldeutschen und sächsischen Raum auseinanderzusetzen. Er sammelte Quellen, darunter aus dem Volksliedarchiv in Freiburg und im Breisgau. Im Zuge seiner Recherchen gelang es ihm, wertvolle Original-Liederbücher zu sichern, darunter das Bergliederbuch von 1700. Auch fand er heraus, dass die offizielle Bezeichnung „Steigerlied" noch gar nicht so alt ist. Der erste schriftliche Nachweis als „Steigerlied" stammt aus dem Jahr 1991. Zuvor war das Lied im sächsischen Raum mit verschiedenen Titeln versehen gewesen, beispielsweise „Bergmannslied", und manchmal hatte es auch überhaupt keinen Titel. Neuber beschloss, seine Erkenntnisse in einem Buch festzuhalten, um das historische Erbe des Steigerlieds im sächsischen Raum nicht nur zu dokumentieren, sondern vor allem zu bewahren. Im März schließlich gelang es: Dank der gemeinsamen Anstrengungen vieler engagierter Partner schaffte das Steigerlied die Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe. Glück auf!