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Peter Riedel sportstechnology

Image movie 2018 Peter Riedel sportstechnology

Peter Riedel sportstechnology

Je schneller die Anlaufspur, desto weiter der Sprung, lautet eine Faustregel beim Skispringen. Beim Skispringen in Seefeld/Tirol im Rahmen der Nordischen Ski-WM 2019 hatten die Athleten dabei gute Karten. Sie starteten auf einer Hochleistungsspur aus Eis, entwickelt und gebaut von Peter Riedel aus Raschau in Sachsen. Riedel, Jahrgang 1963, hat kein Problem damit, dass der derzeitige erzgebirgische Winter in diesem Jahr eher sparsam mit Schnee ist. Ganz im Gegenteil, genau dieses Wetter ist die Grundlage für seine Geschäftsidee. „Ich lebe davon, dass es sehr wenig oder gar keinen Schnee gibt, dafür sind unsere Anlaufspursysteme gemacht.“ Der studierte Bauingenieur hat eine spezielle Spur für Skispringer entwickelt, die auch bei Plusgraden funktioniert. Der umtriebige Geschäftsmann steht in seiner Werkhalle und demonstriert die Innovation an der Testanlage: „Die Sportler rauschen auf einer 7,5 Zentimeter dicken Doppel-Eisspur die Schanze runter, die über ein spezielles und energiesparendes Kühlsystem perfekt in Form bleibt. Unsere Fräsmaschinen haben der Eis-Oberfläche außerdem ein besonderes Profil verpasst. Das verringert die Reibung und macht die Sportler noch schneller.“

Von Sachsen nach Österreich, Russland, Japan oder Norwegen

Darunter sind viele Schanzen, die in der Wintersportszene einen Ruf haben – von Garmisch-Partenkirchen in Deutschland, dem russischen Tschaikowski über Zao in Japan bis zum norwegischen Trondheim. Peter Riedel glüht für den Wintersport, seine Sportbegeisterung wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Vater Eberhard Riedel war einer der erfolgreichsten alpinen Ski-Sportler der DDR, bis die DDR-Führung diese Sparte als Profisport einstampfte. Die Leidenschaft für den Wintersport gab der Vater an seine Söhne weiter. Peter Riedel, der Jüngere von beiden, machte sein Hobby schließlich zum Beruf. Heute ist seine Expertise weltweit gefragt, unter anderem als Partner des österreichischen Skiverbands. Der 56-Jährige ist gern und viel unterwegs. Jetzt sitzt er schon wieder auf gepackten Koffern und ist gedanklich in Garmisch-Partenkirchen bei der Vierschanzentournee. Dort wird er mit seinen Mitarbeitern dafür sorgen, dass das von ihm entwickelte Anlaufspursystem auf der 140 Meter hohen Schanze perfekt funktioniert.

Die Schanze von Garmisch-Partenkirchen

Fotos: (c) Martin Förster www.foerstermartin.de

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