Navigation überspringen
Inhalt überspringen

Eisberg im Klassenzimmer

Eine Forschungsreise zu den Eisbären - davon dürfen Schülerinnen und Schüler in Sachsen bisher nur träumen. Das Leipziger Startup Heartucate will fächerübergreifende Lernabenteuer für alle Kinder ermöglichen. Mithilfe kreativer Konzepte und modernster Technologie bringen die Gründerinnen Franziska Weser und Anna Kirchberg die Arktis ins Klassenzimmer.

Anna und Franziska, mithilfe von Heartucate können Eisbären in Zukunft durch sächsische Klassenzimmer spazieren. Wie funktioniert das?

Franziska: Bei Heartucate nutzen wir die sogenannte “Augmented Reality” (AR) und „Mixed Reality“(MR) -Technologien, um Schülerinnen und Schülern ferne Orte wie die Arktis näher zu bringen. Dafür brauchen Lehrkräfte einen Tisch, Tablets und unsere Software. Über die Bildschirme können die Kinder ihr normales Klassenzimmer sehen, in dem plötzlich virtuelle Objekte wie Eisberge oder arktische Tiere auftauchen. Per Audio-Signal erhalten die Nachwuchsforschenden Aufträge: Sie nehmen Messungen vor oder interagieren z. B. mit einem Eisbären.

Anna Kirchberg ist als Head of Education und Community Management für die didaktisch-pädagogische Aufgabenentwicklung zuständig.

Anna: Die Arktis ist eine von verschiedenen Lernwelten, die wir planen. Die Kinder können dort besonders eindrücklich erfahren, wie sich der Klimawandel auswirkt und welche Rolle ihr Verhalten dabei spielt. Für eine realistische Gestaltung arbeiten wir mit Wissenschaftlerinnen zusammen, die selbst Forschungsreisen in die Region unternehmen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Anna: Bei unserer praktischen Arbeit in und mit Schulen fällt uns immer wieder auf, dass fachübergreifendes Lernen zu kurz kommt. Das betrifft den normalen Unterricht ebenso wie die Arbeit am Computer und selbst neue Lern-Apps, die sich oft auf einzelne Fächer und Einzelarbeit konzentrieren.

Franziska: Wir möchten Bildung transformieren. Dabei stehen die vier Ks Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken im Vordergrund - Fähigkeiten, die in unserer Gesellschaft, u. a. auch von Unternehmen, immer stärker benötigt und gefordert werden. Bei der Vermittlung ist die AR Technologie ein nützliches Medium.

Ihr habt euch bewusst entschieden, in Sachsen zu gründen. Wie kam es dazu?

Franziska: Wir haben in Leipzig ein großes kreatives Netzwerk, das uns bei der Umsetzung hilft. Außerdem gibt es für Gründerinnen und Gründer hier jede Menge tolle Fördermöglichkeiten. Wir erhalten ein EXIST-Stipendium und Unterstützung von der Mitteldeutschen Medienförderung.

Mehr über das Leipziger Start-up erfahren


Interview und Fotos: Anne Schwerin

In der historischen Konsumzentrale in Leipzig Plagwitz hat das Start-up ein kreatives Zuhause gefunden.