René Seidel wuchs in der Nähe von Löbau auf. Für ein Studium musste er die Region kurzzeitig verlassen. Doch sein Herz schlägt für die Lausitz. Deshalb kehrte er alsbald zurück und gründete gemeinsam mit fünf Freunden den Verein LÖBAULEBT. Mittels kultureller und künstlerischer Projekte setzt er sich für die Entwicklung der Region ein. In seinem Liebesbrief an die Heimat erfährt man weshalb:

Im ländlichen Raum wohne ich schon seit ich denken kann. Den Großteil meiner Kindheit und Jugend habe ich in Kittlitz, bei Löbau, verbracht. Nach kurzen Zwischenspielen zu Studienzwecken in Zittau, Dresden, Manchester und kürzlich Kaiserslautern habe ich für mich festgestellt, dass die Hektik und Lautstärke der Großstadt zwar für einen gewissen Zeitraum aushaltbar sind, auf Dauer aber eher belastend als befreiend wirken. Deswegen stand nach meiner Rückkehr nach Löbau auch nie zur Debatte woanders mein Glück zu versuchen.

Ich mag die Art, wie Menschen miteinander reden und umgehen; wie sie sich auf der Straße grüßen. Ich mag das viele Grün. Ich mag es wie viele Möglichkeiten man hat sich einzubringen und sein Umfeld mitzugestalten. Und ich mag den Geist, der sich gerade entwickelt, das nicht mehr die Akteure jeder Stadt für sich wirtschaften, sondern, dass sich Initiativen über Städte hinweg vernetzen, anfreunden und unterstützen.

Durch meinen ländlichen Hintergrund fühle mich den grünen Seiten der Region besonders verbunden. Durch meine Arbeit bin ich viel per Zug und Auto zwischen den großen Städten von Zittau bis Weißwasser unterwegs und konnte die Landschaft ausgiebig erkunden.

Noch mehr schätze ich allerdings die Menschen, die hier leben und wie sie zusammen arbeiten, Dinge selbst in die Hand nehmen, ihr Lebensumfeld mitgestalten und verbessern wollen und zwar von den Jugendlichen bis zum Seniorenalter. Auch wenn es in den Medien oft anders dargestellt wird, sind wir eine Region der Macher, die in fast schon familiärer Atmosphäre Willkommen heißt und Möglichkeiten zur Mitgestaltung bietet.

Ich verdiene mein Geld mit Übersetzungen, Sprachkursen, der Moderation von unterschiedlichen Veranstaltungen zu Projektentwicklung oder Vereinsmanagement und Weiterbildungen in den Bereichen Erwachsenenlernen und eLearning. Außerdem stecke ich einen großen Teil meiner Freizeit in die Entwicklung sozialer, kultureller und künstlerischer Projekte mit dem Verein LÖBAULEBT.

Dies ist nur eine von vielen Raumpionier-Geschichten von Arielle Kohlschmidt und Jan Hufenbach. Sie haben es (vor-)gemacht: Nach vielen Jahren Großstadtleben sind sie in ein kleines Dorf in der Oberlausitz gezogen. Aus diesem „Machen“ ist ein Projekt entstanden, dass zum „Nachmachen“ anregen soll. Mit der Raumpionierstation Oberlausitz beraten sie potentielle Zuzügler und Rückkehrer und vernetzen die Neuen mit den Alten. Auf der Homepage des Projektes Raumpioniere Oberlausitz können die Erfolgsgeschichten der bereits angekommenen Pioniere nachgelesen werden.

Fotos: Paul Glaser & Marcel Schröder