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Reisen & Entdecken

Musik inspiriert vom Elbsandsteingebirge

Sächsische Schweiz

Interview mit Daniel O'Rhys, Komponist

"Cloud Hands" ist die erste Single aus der im November erscheinenden "The Winterstein Suite" von Daniel O'Rhys. Die Suite, alle Fotos und Videos basieren auf Reisen ins Elbsandsteingebirge.

Sie haben Konzerte in ganz Europa gespielt, die Klaviermusik ist Ihre große Leidenschaft. Was treibt Sie an?

Daniel O'Rhys: Ich entdecke auf meiner Reise immer wieder neue Seiten an mir und suche künstlerische Wege, um ihnen Ausdruck zu verleihen. Meine Klaviermusik ist gutes Beispiel dafür. Ich könnte wohl auf keinem anderen Instrument eine Reise oder einen bestimmten Ort beschreiben. Das Klavier hat mein musikalisches Denken und Fühlen am längsten geprägt. Es ist selbst eine Art Rückzugsort geworden.

Die jüngste Reise hat ins Elbsandsteingebirge geführt. Wie kam es zu der Idee für die „Winterstein Suite“?

Daniel O'Rhys: Eines Tages haben wir mit Freunden einen spontanen Ausflug ins Elbsandsteingebirge unternommen. Ich war noch nie dort gewesen und war sofort fasziniert. Unser Ziel war es damals eigentlich, bis zum Winterstein zu laufen. Aufgrund der Witterung an diesem Tag schafften wir es aber nicht. Der Winterstein wurde eine Art Sehnsuchtsort an jenem Tag. Am gleichen Abend schrieb ich dann das erste kleine Stück für eine neue Suite. Ich bin dann in der Folge natürlich noch etliche Male hingefahren. Ein Ort, oder in diesem Fall eine ganze Landschaft, muss in dich hineinstrahlen, damit du darüber komponieren kannst.

Können Sie uns dieses ungewöhnliche Projekt kurz beschreiben?

Daniel O'Rhys: Ich komponiere Klaviermusik für bzw. über bestimmte Orte. Das Elbsandsteingebirge ist mein aktuellstes Projekt. Es gibt bereits eine Klavier-Suite über Island, den Schwarzwald, das Baltische Meer. Ich habe immer unheimlich viele Ideen, sobald klar ist, dass ich einen besonderen Ort für mich gefunden habe und ich mit der Arbeit an einer neuen Suite beginne. Nach und nach kristallisiert sich eine bestimmte musikalische Essenz heraus, also sprich: Wie ein bestimmter Ort für mich klingt. Das versuche ich dann in Kompositionen festzuhalten. Manchmal schreibe ich auch Dinge auf und verwerfe es direkt einen Tag später wieder. Das macht dann jedoch auch deutlich, dass es nichts mit dem Ort zu tun hat, über den ich gerade komponiere. Allerdings war mir bei der aktuellen Suite schnell klar, wie es klingen wird. Die Melodie steckt ja bereits in der Landschaft.

Sie leben und arbeiten in Leipzig. Was findet man vielleicht aus Sicht des Musikers nur hier?

Daniel O'Rhys: Man kann bei dieser Frage immer schnell auf die lange Musiktradition der Region verweisen. Und Bach und Mendelssohn. Und natürlich stimmt das irgendwie auch. Aber es trifft sicher auf andere Musiker mehr zu. Für einen Musiker wie mich, der nicht wirklich vom Spielen „klassischer Musik“ lebt, ist diese Frage schwer zu beantworten. Es ist eine sehr lebendige Stadt, ich lebe hier sehr gern. Warum ich in Leipzig lebe, hat aber wenig mit meiner Profession zu tun.

Sie haben über 16.000 Follower auf Instagram, mehr als 40.000 Hörer pro Monat auf Spotify. Sie komponieren, fotografieren, drehen Filme… Das klingt schon heute nach einem gut durchdachten „Gesamtpaket“. Wohin wird die Reise für Sie persönlich gehen?

Daniel O'Rhys: Erstmal auf jeden Fall weiter. Auf den Kompass gucke ich von jeher nur im Ausnahmefall. Wobei ich sagen muss, dass „The Winterstein Suite“ und die damit verbundene Zeit und die Wanderungen schon ein echter Höhepunkt waren. Damit möchte ich die anderen Orte, über die ich geschrieben habe, nicht hintenanstellen. Aber aus rein musikalisch-künstlerischer Sinne ist die Suite die für mich persönlich bisher authentischste. Wirklich jeder Ton ist für mich nun mit einem Moment dort verbunden.