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Kulturbotschafter

The Saxonz - „Beatstreet“ in Sachsen

Tänzer auf einem Felsen der sächsischen Schweiz bei Sonnenaufgang

Die Erben der Straßenkämpfer

Schnelle Beats peitschen durch den Raum und die Körper zweier Tänzer setzen den Rhythmus in akrobatische Bewegungen um. Drehsprünge aus dem Handstand, ein Wirbel um die Körperachse und dann – zack – friert die Bewegung für zwei Sekunden ein: „Air Freeze“ heißt das im Slang der Breakdancer. Die beiden Tänzer auf dem Parkett im Dresdner Stadtteilzentrum „Emmers“ heißen Felix Roßberg und Philip Lehmann. Sie sind Gründungsmitglieder der Breakdance-Crew „The Saxonz“ und haben im mehrfach beim deutschen „Battle of the Year“ den Meistertitel in den Freistaat geholt.

Der Name des wichtigsten Wettbewerbs spielt noch mit den Wurzeln des Tanzes, der in den 1970er Jahren auf den Straßen New Yorks entstand und ab 1984 mit dem Film „Beatstreet“ weltweit populär wurde. Doch mit den Straßenkämpfen der ersten Breakdancer haben die Tänzer von heute nichts mehr am Hut, auch wenn die Gruppen-Wettbewerbe immer noch „Battles“ genannt werden. Wer Roßberg und Lehmann beim Training beobachtet, fühlt sich eher an Hochleistungssport erinnert.

„Wer heute vorne mitspielen möchte, muss täglich ein paar Stunden trainieren.”
Philip Lehmann
32-Jährige

Mit Ehrgeiz zum Erfolg

Philip hat vor 18 Jahren angefangen und weiß, dass seine Mitstreiter der „Saxonz“ mit ähnlichem Ehrgeiz dabei sind. „Jedem von uns ist klar, dass es auch bei der Show in der Gruppe auf den Einzelnen ankommt“, ergänzt Felix Roßberg, der seit 15 Jahren Breakdancer ist. Zusammen hatten sie die Idee, mit den besten sächsischen Tänzern eine Breakdance-Crew zu gründen. 2013 wählten sie aus rund 40 Bewerbern 13 aus, die seitdem äußerst erfolgreich sind. Drei Wochen nach dem Sieg beim deutschen „Battle Of The Year“ trafen sie in Braunschweig auf die Landessieger aus der ganzen Welt und schafften es bei ihrem ersten Start gleich unter die Top Ten.

Philip Lehmann bei einem Dance-Move
Felix Roßberg beim Training

Tanzsport mit Zukunft

„Wir sind zufrieden und dankbar, Deutschland bei der Weltmeisterschaft vertreten zu haben“, sagt Philip Lehmann. „Wir stehen immernoch am Anfang unserer Crew–Entwicklung und haben definitiv Blut geleckt.“ Deshalb geht das Training nach aufreibenden Wettkämpfen weiter – in Dresden und Chemnitz und wo die „Saxonz“ sonst noch herkommen. Gemeinsam arbeiten sie meist nur vor den Wettkämpfen, denn die meisten der Breakdancer zwischen 16 und 28 Jahren müssen neben dem Tanz noch arbeiten oder studieren. Allerdings gibt es inzwischen durchaus auch berufliche Perspektiven für die „Tanzsportler“: Immer mehr Breakdancer verdienen inzwischen mit ihrem Können Geld, manche leben sogar schon vom Tanzen. Gefragt sind sie bei Shows, in Werbespots oder auch für die eine oder andere Spielzeit am Theater. „Auf jeden Fall“, sagt Felix Roßberg, „bleibt es spannend.“

Bildgewaltig mit Rhythmusgefühl

Ein Wirbel aus Bewegungen und atemberaubenden Bildern. Die Moves bilden einen reizvollen Kontrast zu erhabenen Landschaften, berühmten Bauwerken und Industriedenkmälern. Nach dem preisgekrönten Werk „Travel Where You Live“ entstand auch „Life is a Dance“ in Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Sebastian Linda, der seinen Freistaat auf ungewöhnliche Weise porträtiert. Der vierminütige Streifen, gedreht an 35 unterschiedlichen Orten in Sachsen, ging viral auf Vimeo, Facebook oder Instagram.

Roßberg bei der Dehnung

Ein besonderer Dreh - nicht ganz ungefährlich

Die Dreharbeiten zum Film begannen im Mai 2015 und liefen über einen Zeitraum von sechs Wochen. Gedreht wurde an insgesamt 35 sächsischen Locations, darunter bekannte Reiseziele und ungewöhnliche Orte wie das Freiberger Bergwerk. Die spektakulären Szenen in der Sächsischen Schweiz oder auf dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, wurden per Drohnen-Technik gefilmt. Besonders gefährlich waren dabei die Aufnahmen auf den Felsen in der Sächsischen Schweiz, auf denen die Breakdancer gänzlich ungesichert tanzten. Das Making Of zeigt weitere Eindrücke von den spektakulären Dreharbeiten und der Entstehungsgeschichte des Films.

Auf der Videoplattform Vimeo gibt es den Film und auch das Making of zum Download.

www.thesaxonz.com

Fotos: Martin Förster - centre films
 

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