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Moped-Gottesdienst in Großsschirma

Was passiert, wenn jüdische und christliche Tradition auf sächsische Zweitakt-Kultur treffen? In Großschirma entsteht daraus ein Gottesdienst, den man so schnell nicht vergisst. Unter dem Motto „Zwei Takte für ein Halleluja“ trafen sich am vergangenen Sonntag in Großschirma bei Freiberg Gläubige, PS-Fans und Neugierige zum Moped-Gottesdienst unter freiem Himmel. Initiiert und organisiert von Pfarrer Justus Geilhufe und seiner Gemeinde, begleitet von Landesrabbiner Zsolt Balla und Pfarrer Roman Neumüll – und natürlich mit jeder Menge MZ- und Simson-Geknatter.

Mit Pfarrer Justus Geilhufe

Auf zum Gottesdienst

Passend zum aktuellen Themenjahr der jüdischen Kultur in Sachsen wurde in Großschirma bewusst eine Brücke geschlagen. Denn Kultfahrzeuge wie die MZ TS 250, die S51 oder die Schwalbe erzählen nicht nur ostdeutsche Industrie- und Alltagsgeschichte, sondern sind auch mit der jüdisch-deutschen Geschichte verbunden: Die Historie der heißgeliebten Simson-Mopeds beispielsweise führt zurück zu den jüdischen Brüdern Löb und Moses Simson, die 1856 die ihr Werk im thüringischen Suhl gründeten. Die Verfolgung und Enteignung der Familie Simson oder der Einsatz von hunderten Zwangsarbeitern bei MZ im erzgebirgischen Zschopau während des Nationalsozialismus sowie die spätere Verstaatlichung in der DDR, gehören ebenso zu dieser Geschichte.

In Großschirma wurden Vergangheit, Gegenwart, Zukunft, Glaube, Dialog und Tradition lebendig und gemeinsam erfahrbar.

Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Moped-Gottesdienst und wünschen allen: Allzeit gute Fahrt!

„Das hat wirklich gezeigt, was Gesellschaft zusammenhält.”
Alexander Dierks
Präsident des Sächsischen Landtags