Sächseln Juden eigentlich auch?
Ist die Eierschecke koscher? Und wer oder was ist eigentlich Tacheles? Echte Fragen, echte Antworten. Die Initiative „Fragemauer“ begegnet Antisemitismus mit Aufklärung. Ein Frage- und Antwort-Spiel mit Aha-Effekt. Nun ist die Kampagne auch in Sachsen angekommen - als Teil von TACHELES, dem Jahr der jüdischen Kultur im Freistaat.
Frage-und-Antwort-Spiel mit Aha-Effekt
Spielen Israelis eigentlich auch „Reise nach Jerusalem“? Hört man Helene Fischer auch in Israel? Essen fromme Juden Cheeseburger? Hinter jeder dieser Fragen steckt etwas, das in Deutschland dringend gebraucht wird: echtes Interesse am jüdischen Leben, jenseits von Holocaust-Gedenken und Nahostkonflikt.
Hinter „Fragemauer“ steckt die gemeinnützigen Organisation ELNET, und ihr Konzept ist so einfach wie wirkungsvoll. Menschen können anonym Fragen stellen, zu jüdischer Religion, zum Alltag, zu Vorurteilen und zu Antisemitismus. Alle Fragen werden beantwortet und veröffentlicht. Kein Thema ist zu heikel, keine Frage zu dumm. Wer fragt, will verstehen. Und wer versteht, begegnet anderen mit mehr Offenheit, Verständnis und Toleranz.
Ziel: Mindestens eine Frage und Antwort für jede antisemitische Straftat in Deutschland
Doch „Fragemauer“ bleibt nicht im Ungefähren, sondern verfolgt ein konkretes Ziel: Für jede antisemitische Straftat in Deutschland sollen mindestens eine Frage und Antwort stehen. 2022 waren das 2.641 Straftaten - eine erschreckende Zahl, die seitdem weiter gestiegen ist. Inzwischen sind über 2.000 Fragen und Antworten eingegangen, zu Schläfenlocken und Schabbat, zu Chuzpe und Kibbuz, zu Klischees und Geschichte des Judentums. Dafür wurde die Kampagne 2024 sogar mit dem Deutschen Digital Award in Silber ausgezeichnet.
2026 kommt „Fragemauer“ nun mit eigenen sächsischen Motiven nach Sachsen, als Teil von TACHELES, dem Themenjahr der jüdischen Kultur. Die Motive greifen bewusst Themen mit regionalem Bezug auf: den Dialekt, die Eierschecke und das Wort Tacheles selbst, das aus dem Jiddischen kommt und für „Klartext“ reden steht und die offene, direkte Kommunikation. Treffender könnte man es nicht auf den Punkt bringen. Verständigung beginnt mit Dialog – oder eben einer Frage und einer Antwort.
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