Der Architekt Hans Scharoun entwarf das Gebäude in den 1930er Jahren für die sechsköpfige Familie des Löbauer Nudelfabrikanten Fritz Schminke. Die Anker-Teigwaren aus Löbau gehörten seinerzeit zu einer der ersten bekannten deutschen Lebensmittelmarken.
Charlotte Schminke, die Frau des Hauses, arbeitete während der Entwurfsphase eng mit Hans Scharoun zusammen und entwickelte das Gebäude maßgeblich mit. Die Umsetzung ist extravagant und funktionell zugleich. Der lang gestreckte Korpus mit seinen Rundungen, Terrassen, Außentreppen, mächtigem Schornstein und Bullaugen weckt die Assoziation zu einem Schiff – nicht umsonst trägt das Haus bis heute den liebevollen Beinamen Nudeldampfer.
Die Wohnräume sind von geschwungenen Linien und offenen Raumstrukturen bestimmt und überraschen durch viele praktische Details, die genau auf das Leben der sechsköpfigen Fabrikantenfamilie zugeschnitten sind. Großzügige Glasflächen beziehen den Garten als erweiterten Wohnraum mit ein. Haus und Garten bleiben damit unmittelbar verbunden und traten in ein beständiges Wechselspiel zwischen noch drinnen und schon draußen.