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Beast Components

Dresden

"Das Fahrrad drückt aus, wer man ist."

Foto: Beast Components

Leichtbau-Experten

Als Leichtbau-Experten bezeichnen sie sich selbst, die Mitstreiter des Dresdner Start-ups Beast Components. Vor allem aber sind Mirko Filler und sein Team absolut fahrradbegeistert. Erst Studium am Leichtbaulehrstuhl an der TU Dresden, einer der wenigen Leichtbau-Hotspots in Europa. Dann über viele Jahre Arbeit in einem Entwicklungsteam am Leichtbau-Zentrum Sachsen (LZS) und zahlreiche Projekte für namhafte Firmen aus der Luft- und Raumfahrt, Automobil- und Marineindustrie. Es war eine nahezu schicksalhafte Begegnung, die Mirko Filler schließlich mit Andrés Martin-Birner zusammenführte, dem Gründer des erfolgreichen Dresdner Onlineversandhändlers Bike24. Gemeinsam entwickelten sie die Idee, Fahrradteile aus Carbon in Deutschland herzustellen. Heute gehören zum Unternehmensverbund drei Firmen: neben der Black East GmbH, die hinter der Marke Beast Components steht, CarboLife und Realize Engineering.

Die Firmenphilosophie?

„Der wichtigste Wert für uns ist die eigene Fertigung unserer Produkte“, betont Anne Schneider, zuständig für Marketing & Brand Management bei Beast Components. „‘Handmade in Germany‘ bedeutet uns wirklich alles. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, in Sachsen zu produzieren und Verantwortung für unsere Mitarbeiter vor Ort zu übernehmen.“ Jeder müsse die Frage, ob man echte Handarbeit aus Deutschland vorziehe oder ein günstig hergestelltes Massenprodukt aus Fernost, für sich beantworten. „Wir stellen aber fest, dass es immer mehr Kunden gibt, denen die Herstellung und die Fairness hinter einem Produkt wichtig sind, und die dafür auch etwas mehr Geld auszugeben bereit sind“, so Schneider weiter.

Foto: Beast Components
Foto: Beast Components

Die Nachhaltigkeit spiele eine immer größere Rolle, auch im Unternehmen: „Wir sind ein junges Team. Unserer Generation liegt Nachhaltigkeit am Herzen. Besonders wichtig ist uns die soziale Nachhaltigkeit. Hier sehen wir in der Bike-Branche dringenden Handlungsbedarf“, betont Anne Schneider. „Die Globalisierung bringt ein globales Ungleichgewicht mit sich. Durch unser westliches Konsumverhalten werden Gruppen systematisch ausgenutzt, und das alles nur, um Profit zu machen. Dieses Verhalten ist in der Bike-Branche regelrecht Standard geworden. Wir wollen diesem Standard ein klares Nein entgegensetzen und zeigen, dass es anders geht.“

Aktuell arbeiten 24 Mitarbeiter in der Dresdner Manufaktur an Carbonteilen für Rennräder, Gravel- und Mountainbikes. Die jüngste Kollegin ist 23 Jahre alt, der älteste 41. Und das junge Start-up entwickelt sich prächtig: 2021 konnte der Umsatz erneut gesteigert werden. Was die Kunden schätzen? Anne Schneider: „Wir sind eine kleine Manufaktur und können durch hundertprozentige Handarbeit nur eine begrenzte Anzahl an Komponenten herstellen. Wir produzieren keine Massenware. Wenn jemand Beast Komponenten fährt, ist das schon etwas Besonderes.“

Ein Trend – hin zum Besonderen, Hochqualitativen – der sich zunehmend auch in der Erwartungshaltung der Kunden widerspiegelt: „Die Bereitschaft, mehr Geld ins Fahrrad zu stecken, ist spürbar gestiegen“, betont die Marketingexpertin. „Das Fahrrad ist schon längst nicht mehr nur ein reines Fortbewegungsmittel. Immer weniger Radfahrer wollen ein Bike von der Stange kaufen. Fahrradfahren ist eine Leidenschaft, und es gibt unzählige Communities. Das Fahrrad drückt aus, wer man ist.“

Beast Components

Die Leichtbauexperten entwickeln und produzieren Fahrradteile aus Carbon.

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