Ein Film wie ein Feuerwerk! Der neue Clip des Dresdner Filmemacher Sebastian Linda zeigt, dass die gemeinsame Leidenschaft zum Tanz die Grenzen von Sprachen und Kulturen spielerisch überwinden lässt. Den ganzen Film gibt es hier:

Aufregung, Anspannung, Arbeit: Es ist ein bisschen wie eine Prüfung, obwohl alle „Prüflinge“ erfahrene und gestandene Tänzer auf den großen Bühnen sind. Bei „Floor on Fire – Battle of Styles“ stehen sie plötzlich wieder am Anfang. Das Wichtigste ist nicht mehr das, was jeder kann, sondern die Improvisation, das Aufeinandereingehen.

Es werden jeweils Tänzerinnen und Tänzer mit ganz verschiedenen Tanzstilen zusammengelost, und dann treten diese Teams gegeneinander an. Klassisches Ballett trifft auf Breakdance, zeitgenössischer Tanz auf brasilianischen Passinho. Genauso ist es mit der Musik, von Hip-Hop bis Barock kann alles dabei sein, meist in fließenden Übergängen und ohne Ankündigung.

Eine Jury entscheidet, wer der Beste ist und weiterkommt. Das jeweilige Gewinnerteam darf immer noch eine Tänzerin oder einen Tänzer aus der anderen Mannschaft wählen. Dann geht’s in die nächste Runde. Ein klassisches K.o.-Prinzip wie beim Battle im Breakdance.

Carmen Mehnert, Programmleiterin für Performing Arts in Hellerau, hat sich die wilde Mischung ausgedacht:

„Es geht darum, sich selbst, sein Ego und seinen Stil zurückzunehmen. Im Idealfall vergessen die Leute ihren eigenen Background, wachsen über ihre Grenzen hinaus und im Team kann dann etwas ganz Neues entstehen.“

Der Tänzer und Performer Christian Novopavlovski hat schon mehrfach mitgemacht: „Man muss ganz schnell reagieren und sich auf den anderen einstellen. Das ist wie ein Gespräch, nur eben mit unseren tänzerischen Mitteln.“ Tagelang habe er nach einer solchen Show Muskelkater. Zu sehen ist von der Anstrengung nichts, für die Zuschauer ist es ein einziger Augenrausch und Genuss, weil es überall und ständig Bewegungen zu entdecken gibt.

Alexander Kelox Miller von den Saxonz beschreibt es so: „Man kann sich nicht vorbereiten, du weißt nicht, was passiert. Du springst über deinen eigenen Schatten und dann kannst du einfach nur du selbst sein.

Und dann sagt er noch: „Tanz ist einfach die universelle Sprache. Das ist bei kaum einer anderen Show so deutlich zu sehen wie bei Floor on Fire. Anything can chance, anything can happen.“ Floor on Fire ist damit wie eine Parabel auf das Leben selbst.

Mittlerweile sind zwischen den Tänzern Freundschaften entstanden und das zusammengewürfelte Bühnengeschehen hat ein neues Netzwerk zwischen ganz unterschiedlichen Künstlern geknüpft. Und das, obwohl die klassischen Tänzer des Semperopernballetts am Anfang mühsam überzeugt werden mussten, wie Carmen Mehnert erzählt. István Simon, Solotänzer an der Semperoper, schwärmt von der  unglaublichen Nähe zum Publikum, die ihn inspiriert. „Das kennen wir aus der Oper so überhaupt nicht.“

Es ist das Andere, das Neue, das Offene, was diese Tanzabende so einzigartig macht. Und das nicht nur für die Tänzer, sondern vor allem für das Publikum, das diese Verwandlungen miterleben darf.