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„Unser innovatives Stecksystem funktioniert wie ein Legobaukasten“

Das Chemnitzer Start-up LiGenium bringt Nachhaltigkeit in den Maschinen- und Anlagenbau. Aus dem natürlichen, nachwachsenden Rohstoff Holz werden in Chemnitz unter anderem langlebige Transport- und Zulieferwägen für die Automobilindustrie gebaut. Dabei besitzt die Verwendung von Holz in vielerlei Hinsicht Zukunftspotenzial.

Die vier Gründer Angela Grimmer, Dr. Sven Eichhorn, Dr. Ronny Eckardt und Christoph Alt (im Bild v.l.n.r.), drei Ingenieure und eine Betriebswirtin, haben sich an der Technischen Universität Chemnitz in einer Forschungsgruppe zum Thema Holz kennengelernt. Sie hatten den Mut zu gründen und revolutionieren seitdem mit ihren Ideen die Transfer- und Logistikbranche. Schon viele große Unternehmen haben vor ihnen versucht, auf das nachhaltige und ressourcensparende Material im Automobilbau umzusteigen, jedoch immer wieder aufgegeben.

In der Fertigungshalle riecht es angenehm nach Holz. Der Geschäftsführer Christoph Alt erklärt souverän komplexe technische Zusammenhänge und das Besondere an ihrer Erfindung: das modulare Stecksystem. Jedes Teil ist genau gekennzeichnet und kann von „jedermann“ bedient werden. Weil der nachhaltige Gesamtkreislauf eben nicht getrennt betrachtet werden kann, werden zukünftig auch in der eigenen Produktion biobasierte Textilien eingesetzt. Kunststoffvlies wird durch Flachs ersetzt. Aus mehrmals verwerteten Abfallprodukten kann noch Cellulose oder der holzeigene Klebstoff Lignin gewonnen werden. 

Durch die Beschriftung der Einzelteile werden sonst komplizierte Systeme zu einem großen Legobaukasten. Foto: Klara Charlotte Zeitz

David gegen Goliath

Die ersten Jahre waren für die vier Macher jedoch eine Herausforderung: „Auf Messen wurden wir belächelt. Na dann viel Glück“, sagten sie uns. „Ein bisschen wie David gegen Goliath, anfangs glaubte kaum einer an uns.“ Doch sie wussten es besser. Mittlerweile haben sie viele wichtige Preise gewonnen. Zuletzt am 8. Juli 2020 den 20. Sächsischen Gründerpreis im Rahmen der futureSAX-Innovationskonferenz. Große Auftraggeber wie der Volkswagenkonzern kommen zu dem jungen Unternehmen, um innovative Prototypen umsetzen zu lassen. „Über einige Projekte können wir leider noch nicht sprechen, aber es bleibt spannend“, schmunzelt Alt. „Was wir den Anderen voraus haben, ist unser 15-jähriges Wissen durch Forschung, stetige Versuche und detaillierte Dokumentation, sodass wir Holz in den verschiedenen Zuständen und Einflüssen besser einschätzen können.

„Es braucht eine neue Vision der Urban Industry“

Nachhaltigkeit und Regionalität sind den vier Gründern sehr wichtig. Sie wollen den Firmensitz trotz rasantem Wachstum des kleinen Unternehmens in Chemnitz belassen. „Hier lässt es sich gut leben, die Natur ist herrlich, unsere Familien sind hier glücklich und es gibt noch viele Entfaltungsmöglichkeiten in der Stadt, anders als in Berlin oder Leipzig“, strahlt der Jungunternehmer. Und wo würde ein innovatives, dynamisches Unternehmen besser hinpassen als in die Stadt mit 200 Jahren Industriegeschichte. „Lieber exportieren wir von Chemnitz aus in die ganze Welt.“

Die Gründer von LiGenium: Christoph Alt, Dr. Ronny Eckardt (links), Dr. Sven Eichhorn, Angela Grimmer (rechts), Foto: LiGenium

Der Geschäftsführer Christoph Alt und seine drei Mitstreiter haben eine Vision: Sie wollen eine neue Form der Urban Industry schaffen. Dank der gesundheitsfreundlichen Verarbeitungskette sollen Industrie, Wohn- und Arbeitsraum in städtischen Zentren wieder im Einklang miteinander existieren können. Fabrik im Erdgeschoss, Büros in der ersten Etage und Wohnraum unterm Dach. Holz macht es möglich.

Hier erfahrt ihr noch mehr über das Chemnitzer Unternehmen: www.ligenium.de

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