Es ist offiziell! Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří wird künftig den Titel „UNESCO-Welterbe“ tragen. Die Bewerbung war ein Herzensanliegen der Menschen in der Region und zugleich ein grenzübergreifendes Projekt zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik. Insgesamt zählen nun 22 Bestandteile mit ausgewählten Bergbaugebieten und einer Vielzahl von landschaftlichen und baulichen Sachzeugen zum Welterbe: 17 auf deutscher und 5 auf tschechischer Seite. In Ihrer Gesamtheit repräsentieren sie die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus und vermitteln das Bild einer vom Bergbau geprägten historischen Kulturlandschaft.

Die Freude ist groß in Baku, als die Nachricht über den Welterbe-Titel verkündet wurde.

Der Ministerpräsident reiste am Freitag mit einer Delegation der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří zur UNESCO in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku. Er zeigte sich nach dem positiven Zuschlag erfreut und gratuliert: »Heute ist ein großartiger Tag für das gesamte Erzgebirge und Sachsen! Ich gratuliere allen, die zur erfolgreichen Aufnahme der Montanregion in die Welterbeliste mitgewirkt haben, ganz besonders dem Verein Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V. und allen weiteren Mitstreitern in Sachsen und Tschechien. Das langjährige Engagement und der unermüdliche Einsatz von vielen hat sich ausgezahlt. Über die Jahrhunderte ist durch den Bergbau im Erzgebirge eine einzigartige Kulturlandschaft entstanden, das hat nun auch die UNESCO anerkannt. Jetzt gilt es, mit dem Welterbetitel die Attraktivität des Erzgebirges weiter auszubauen, für seine Bewohner und Gäste. Die Montanregion kann dabei fest auf die Unterstützung der Staatsregierung zählen.«

Über Jahrhunderte war das Montanwesen der wichtigste Motor für die Entwicklung des Erzgebirges beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze. Über 800 Jahre Bergbau haben dabei Land und Leute sowie die Kultur der Region nachhaltig geprägt und eine auch im internationalen Vergleich bedeutende montane Kulturlandschaft hervorgebracht. Noch heute ist in der Region der Einfluss des Bergbaus in vielen Bereichen des täglichen Lebens spürbar und erlebbar. Nicht nur eine Vielzahl erhaltener Denkmale und Landschaften zeugen vom Einfluss des Montanwesens, sondern auch die tief verwurzelte lebendige Pflege von Kunsthandwerk, Brauchtum und Tradition.

Mit dem UNESCO-Welterbe-Titel wollen die Menschen im Erzgebirge nicht nur eine Brücke zur Vergangenheit schlagen, sondern auch in die Zukunft investieren und für die Region werben. Zusammen mit nationalen und internationalen Partnern aus der Region sollen neue Perspektiven für die Wirtschaft im Erzgebirge und die Menschen, die hier leben, entstehen.

Quelle und alle Informationen unter www.montanregion-erzgebirge.de

Glück auf und ab im Erzgebirg!

Sonderausstellung im Sächsischen Museum für Volkskunst

Alles kommt vom Bergbau her, sagt der Volksmund. Und der Stolz des paradierenden Bergmanns in seinem Habit fasziniert bis heute genauso wie seine geheimnisvolle, gefährliche und hochtechnisierte Arbeit unter Tage. Holzschnittartig kommentiert die Volkskunst seine Arbeit, seine Freizeit, seine Frömmigkeit und sogar seinen Einfallsreichtum in Krisenzeiten. 

Kupferstich nach Jacob Fehling 1724, Bergmannsaufzug im Plauenschen Grund; Foto: SKD

Zum Jubiläum der Hochzeit von Friedrich August (Sohn Augusts des Starken) mit Maria Josepha (der Tochter Kaisers Karls VI.) vor 300 Jahren ist im Museum für Sächsische Volkskunst eine ganz besondere Ausstellung zu sehen. Sie zeigt die Feierlichkeiten des Saturnfests im Plauenschen Grund bei Dresden mit über 1.400 paradierenden Bergleuten und beleuchtet das Saturnfest aus der offiziellen und aus der inoffiziellen Sicht der Teilnehmer und verfolgt seine Auswirkungen auf die Kultur und Mentalität des Erzgebirges. 

Fotos aus Baku: Pawel Sosnowski