Mit Spannung schaut das Erzgebirge an diesem Wochenende nach Baku. Dort entscheidet am Sonntag die UNESCO darüber, ob die Montanregion künftig den Titel „UNESCO-Welterbe“ tragen darf. Die Bewerbung ist ein Herzensanliegen der Menschen in der Region und zugleich ein grenzübergreifendes Projekt zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik. Insgesamt setzt die Nominierung auf 22 Bestandteile mit ausgewählten Bergbaugebieten und einer Vielzahl von landschaftlichen und baulichen Sachzeugen: 17 auf deutscher und 5 auf tschechischer Seite. In Ihrer Gesamtheit repräsentieren sie die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus und vermitteln das Bild einer vom Bergbau geprägten historischen Kulturlandschaft.

Über Jahrhunderte war das Montanwesen der wichtigste Motor für die Entwicklung des Erzgebirges beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze. Über 800 Jahre Bergbau haben dabei Land und Leute sowie die Kultur der Region nachhaltig geprägt und eine auch im internationalen Vergleich bedeutende montane Kulturlandschaft hervorgebracht. Noch heute ist in der Region der Einfluss des Bergbaus in vielen Bereichen des täglichen Lebens spürbar und erlebbar. Nicht nur eine Vielzahl erhaltener Denkmale und Landschaften zeugen vom Einfluss des Montanwesens, sondern auch die tief verwurzelte lebendige Pflege von Kunsthandwerk, Brauchtum und Tradition.

Bereits die dem Maler Hans Hesse zugeschriebenen Werke des Altenberger Bergaltars von 1521 zeigen eindrucksvoll eine erzgebirgische Bergbaulandschaft und bergmännisches Leben vor 500 Jahren. Der Altar wurde von der Bergknappschaft in Auftrag gegeben. Quelle: J. Kugler

Mit dem angestrebten UNESCO-Welterbe-Titel wollen die Menschen im Erzgebirge nicht nur eine Brücke zur Vergangenheit schlagen, sondern auch in die Zukunft investieren und für die Region werben. Zusammen mit nationalen und internationalen Partnern aus der Region sollen neue Perspektiven für die Wirtschaft im Erzgebirge und die Menschen, die hier leben, entstehen.

Der Ministerpräsident reist am Wochenende mit einer Delegation der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří zur UNESCO in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku. Kretschmer hofft auf eine positive Entscheidung: „Ich bin in Baku dabei, um die Bewerbung zu unterstützen. Viele Menschen in der Region engagieren sich seit vielen Jahren für den Welterbetitel. Auch aus diesem Grund bin ich ein großer Fan dieser Bewerbung. Sachsen hat einen Großteil seines Wohlstandes, seiner Kultur und Tradition dem jahrhundertealten Bergbau im Erzgebirge zu verdanken. Die Einzigartigkeit der Montanregion verdient den Titel UNESCO-Welterbe.“

Schaltung nach Baku zur Entscheidung am 7. Juli 2019 und Festakt zu 25 Jahre Saigerhüttenknappschaft in Olbernhau

Im Rahmen des Grünthaler Sommers 2019 wird in der Saigerhütte Olbernhau-Grünthal der 25. Jahrestag der Wiedergründung der Saigerhüttenknappschaft gefeiert. Zeitgleich können die Gäste die 43. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO in Baku verfolgen und der Aufnahme der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die UNESCO-Welterbeliste entgegenfiebern.

Der Landrat des Erzgebirgskreises und stellvertretender Vorsitzender des Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V., Frank Vogel wird in Olbernhau dabei sein. Er sagt zu der anstehenden Entscheidung: „Nach mehr als zehn Jahren intensiver Vorbereitung befinden wir uns nunmehr in der letzten und entscheidenden Phase unserer grenzüberschreitenden Titelbewerbung zum UNESCO-Welterbe. Mit der tschechischen Seite haben wir über die Jahre eine sehr gute Zusammenarbeit gepflegt. Sollte es in Baku zur Ernennung der Montanregion Erzgebirge zum UNESCO-Welterbe kommen, wird diese sicherlich zusätzliche Kräfte freisetzen und unseren Zusammenhalt in der Region noch enger werden lassen. Das wäre vor allem auch touristisch gesehen ein weiterer Meilenstein.“

Alle Informationen zur Veranstaltung gibt es hier. Der Eintritt ist frei.

Quelle und alle Informationen unter www.montanregion-erzgebirge.de

Titelbild: 360-Grad-Team vom Gymnasium Marienberg