Sechseinhalb Meter lang, vier Tonnen schwer und ziemlich laut: Eine Pantographen-Handstickmaschine möchte eigentlich niemand im Haus haben, aber Familie Heckel in Rempesgrün hatte keine Wahl. Bis in die 1950er-Jahre verdiente sie ihren Lebensunterhalt mit der monströsen Maschine, die gleich neben der Küche stand. Als die Stickereierzeugnisse der Heckels keinen Absatz mehr fanden, landete die Maschine schließlich im Industriemuseum Chemnitz. Dort ist sie Teil einer beeindruckenden Sammlung, die auf erstaunlich lebendige Weise sächsische Wirtschaftshistorie illustriert. Und um Geschichte oder Geschichten dreht sich wirklich viel rund um Chemnitz, auch wenn der Blickwickel dabei ständig variiert.

Zeugen aus grauer Vorzeit sind beispielsweise die 291 Millionen Jahre alten Bäume, die den „Versteinerten Wald“ bilden, der zum Teil im Museum für Naturkunde und im Kulturkaufhaus DAStietz zu bewundern ist. Zwischen den Museumsbummeln empfiehlt sich ein Spaziergang über den Kaßberg. Der bevölkerungsreiche Stadtteil nahe dem Chemnitzufer ist eines der bedeutendsten Gründerzeit- und Jugendstilviertel Deutschlands und begeistert nicht nur Architekturliebhaber.

Vor dem Abschied aus Chemnitz wartet noch ein „Pflichttermin“ für Kunstkenner: Die herausragende Sammlung von Werken der klassischen Moderne im Museum Gunzenhauser. Erst 2007 eröffnet, zählt das Haus schon jetzt zu den renommiertesten Adressen seiner Art, denn seine Schauen speisen sich aus 2.459 Werken von 270 Künstlern des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Münchner Kunsthändlers Alfred Gunzenhauser, zu der besonders viele Gemälde von Otto Dix zählen.

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