Original „Radeberger“ – da kann es sich doch nur um Bier handeln. Weit gefehlt: in einer kleinen Fabrik mitten in der Stadt wird seit 1877 Kräuterlikör hergestellt. Und seit letztem Jahr gibt es eine neue besondere Spezialität aus der Radeberger Destillation & Liqueurfabrik – die Radeberger Reserve.

Thomas Tiebel übernahm die Fabrik, die um die Jahrtausendwende vor der Auflösung stand, aus eigenem Interesse. „Ich hatte einen kaufmännischen Beruf und mit Kräuterlikör eigentlich nichts zu tun. Mich reizte aber die Aufgabe und die Möglichkeit, die Fabrik zu modernisieren und wieder aufzubauen.“ So lernte er das Handwerk und die geheimen Rezepte kennen und lies die Fabrik grundlegend renovieren.

Schon beim Betreten des Ladens, der seit jeher zur Fabrik gehört, riecht man, was hier hergestellt wird. Am Duft des Kräuterlikörs kommt man nicht vorbei. Vor mehr als 140 Jahren gründete Wilhelm Richter das Familienunternehmen, das mit Ausnahme der DDR-Zeit bis zur Jahrtausendwende in Familienbesitz war. Diese lange Zeit hat natürlich nicht nur beim Geruch ihre Spuren hinterlassen.

Damals. © Radeberger Destillation & Liqueurfabrik
Heute. © Radeberger Destillation & Liqueurfabrik

Seit nun fast 20 Jahren sorgt Thomas Tiebel dafür, dass die Likörtradition in Radeberg fortgeführt wird. Das Rezept ist das Original. „Wir verändern weder etwas an der Rezeptur, noch am Alkoholgehalt.“

Für ihn ist es, neben der Treue zur Tradition, wichtig, immer auch etwas Neues auszuprobieren. „Am Anfang stand ein bisschen Spinnerei. Wir suchten nach einer Idee, für eine ganz besondere Edition.“ Dabei arbeitet Tiebel mit seinem Team eng zusammen, aber auch Verwandte und Freunde bindet er in seine Überlegungen mit ein. Die Idee: den Likör im Whiskeyfass ein Jahr lang reifen lassen und den Radeberger Kräuterlikör damit feiner und spezieller machen.

© Radeberger Destillation & Liqueurfabrik

Nach dem traditionellen Rezept des Original Radebergers aus Gewürzen und Wurzeln und ohne künstliche Zusatzstoffe ist auch die „Radeberger Reserve“ hergestellt. Zunächst wurde ein Probefass aus den schottischen Highlands besorgt. Nachdem der Likör ein Jahr lang in dem Fass schlummerte war nach der Verkostung klar: es funktioniert! „Wir waren von dem Geschmack komplett überzeugt. Neben dem traditionellen Geschmack des Original Radebergers sind holzige und rauchige Noten, leichte Bitterstoffe, etwas Karamelliges und ein Hauch von Zitrus und dunkler Schokolade hinzugekommen.“ Schwärmt Thomas Tiebel von seinem neuen Produkt.

Die alten schottischen Fässer kommen u. a. von der Whisky-Insel Islay © Sebastian Thiel

Für die Etablierung des neuen Produktes bestellte Tiebel Ende 2017 weitere gebrauchte Whisky-Fässer aus Islay, der berühmten Whisky-Insel, die mindestens 12 Jahre in Benutzung waren. Nach etwa neun Monaten war sie dann fertig, die „Radeberger Reserve“. „Wir haben während dieser Zeit regelmäßig Fassproben entnommen, um zu sehen, wie sich der Geschmack entwickelt. Irgendwann haben wir uns entscheiden, so gefällt er uns am besten, so ist es richtig gut.“

Insgesamt 9.500 nummerierte Flaschen sind im Dezember in den Handel gegangen. Und die Kunden sind begeistert. So können die Fässer sicher auch noch mehr Original Radeberger Kräuterlikör veredeln.

Mehr Informationen unter www.radebergerlikoer.de