„Früher Vogel…“ dachte sich Helmut Roßkopf wohl damals, kurz nach der Wende, im Jahr 1991, als er auf der Suche nach dem perfekten Standort für eine neue Niederlassung seiner Firma Rosskopf + Partner war. Fündig wurde er im sächsischen Augustusburg-Hennersdorf. Hier, im Herzen des Erzgebirges, konnte er bei Fachleuten für die Holzverarbeitung aus dem Vollen schöpfen. „Viele Tischler waren hier nach der Wende arbeitssuchend, das war für uns  ein großes Glück“, erinnert sich der Unternehmer.

Heute beschäftigt er 112 Mitarbeiter am Produktionsstandort Hennersdorf – Tischler, Schreiner, Natursteinmechaniker – und noch etwa ebenso viele im Thüringer Werk in Obermehler. Dass er sich auf die Verarbeitung von Mineralwerkstoffen spezialisiert hat, tut der Sache dabei keinen Abbruch, denn: „Die Mineralwerkstoffe – eine Kombination auf Mineralstoffen und Acrylharz – werden genauso wie Holz verarbeitet, und davon gibt es im Erzgebirge naturgemäß eine große Expertise“, so Roßkopf.

Innovative Oberflächenstoffe sind seine Leidenschaft – und das Potenzial enorm: „Mineralwerkstoffe sind nach Erhitzung verformbar und erlauben so eine unglaubliche Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten“, kommt Roßkopf ins Schwärmen. Auch könnten sie fugenlos verarbeitet werden, seien extrem beständig und wirkten im Zusammenspiel mit LED-Beleuchtung nahezu wie eigene Kunstwerke. Die Bücher sind mittlerweile mit Aufträgen aus der ganzen Welt gefüllt, Inneneinrichtungen und Häuserfassaden in Hamburg, Berlin, Paris und sogar der jordanischen Hauptstadt Amman tragen die Handschrift der Erzgebirgler. Selbst mit der renommierten Architektin Zaha Hadid habe man bei einem Hotelbau in Madrid bereits zusammengearbeitet.

Wenn man ihn so reden hört, denkt man schnell: ein „Vollblutunternehmer“. Doch Helmut Roßkopf treibt mehr an als Gewinnmaximierung und gefüllte Auftragsbücher. Er ist ein Wandler zwischen den Welten. Wenn er in Anzug und Krawatte sein Büro betritt, liegt bereits die Morgenandacht als Bruder Helmut in der Klosterkirche Volkenroda hinter ihm. Was nicht viele wissen: Roßkopf ist Geschäftsführer der Firma Rosskopf + Partner und zugleich zölibatär lebendes Mitglied der Jesus-Bruderschaft im Kloster des thüringischen Volkenroda. Und in dieser Rolle sind ihm nicht nur die soziale Verantwortung für die in Summe rund 200 Mitarbeiter und ihre Familien wichtig, sondern auch der Glaube an den christlichen Wertekanon, der sein unternehmerisches Handeln seit jeher prägt. „Das war mir eine starke Motivation, aus dieser Überzeugung heraus habe ich mich engagiert, und diese Entscheidung habe ich auch nie bereut.“

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Alle Fotos im Beitrag ©Anke Wolten-Thom