Die junge Intendantin des Gerhart-Hauptmann-Theaters macht Kultur in Zittau und Görlitz zur internationalen Angelegenheit.

Dorotty Szalma hat sich viel vorgenommen für Zittau und Görlitz. Die junge Intendantin des Gerhart-Hauptmann-Theaters bringt Internationalität nach Sachsen. Gerade ging das erste trinationale Theaterfestival erfolgreich zu Ende. Dorotty Szalma ist eine echte Europäerin, mit einer Vita, wie sie heute wieder möglich ist: 1974 in Ungarn geboren, machte in Österreich Abitur, studierte in Wien und Frankfurt. Danach arbeitete sie in Ungarn und im gesamten deutschsprachigen Raum an Hochschulen und Theatern und betreute 43 Inszenierungen als Regisseurin.

Europa im Dreiländereck

Gerhart Hauptmann, Namenspatron des Zittauer Theaters, schrieb einmal: „Ich war Europäer ebenso selbstverständlich, wie ich Deutscher war, und vielleicht war man kein ganz richtiger Deutscher, wenn man sich nicht gleichzeitig als Europäer fühlte.“ Intendantin Szalma ließ dieses Zitat in das Programmheft des „3Länderspiels 2014“ drucken und markiert damit den Anspruch ihrer Arbeit. Traditionell sei die alte Handelsstadt Zittau international geprägt gewesen und das, so Szalma, „muss sich auch in der Kultur wiederfinden.“ Das jährliche gemeinsame Theaterfestival mit den Bühnen im tschechischen Liberec und Jelenia Gora in Polen liegt ihr deshalb besonders am Herzen. „Als zusätzliches Gastland hatten wir in diesem Jahr Ungarn dabei, das einen phantastischen ‚König Lear’ mitbrachte“, sagt sie. Im nächsten Jahr liebäugelt sie mit einem Stück aus Georgien.

„Utopien sind das A und O meiner Arbeit, so die Intendantin. Eine dieser Utopien wäre ein gemeinsames Theaterfest „aller Dreiländerecke“, mit dem man die wunderbaren kulturellen Erfahrungen aus Zittau und Görlitz mit anderen Regionen teilen könnte.

Kultur für jeden

Dabei hat Dorotty Szalma natürlich immer das Publikum in der Region im Blick. „Wir müssen eine gute Balance zwischen Bewährtem und Neuem halten“, sagt sie. So wird sie in diesem Jahr noch die Geschichte des Räuberhauptmanns Karasek für die Waldbühne Jonsdorf inszenieren – und daneben weiterhin Grenzen überwinden. Auch zwischen Zittau und dem nahen Görlitz, wo seit 2011 Oper und Musiktheater angesiedelt sind. Hier forciert sie mit Erfolg einen stetigen Austausch: Die Görlitzer Sänger stehen auch mal in Zittau auf der Bühne und umgekehrt. Besonders erfreulich für die Intendantin: Auch das Publikum zieht mit und schaut jetzt gerne mal auf der Bühne der Nachbarstadt vorbei.