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Gründen & Unternehmen

Auf dem (kurzen) Holzweg

Ein Haus, gebaut mit Holz aus heimischen Wäldern

In der neuesten Herzland-Reportage von Erzgebirge - Gedacht. Gemacht. erfahren wir von einem Haus, gebaut mit Holz aus heimischen Wäldern: energieautark, vollbiologisch, nachhaltig. Was in der Bergstadt Scheibenberg realisiert wird, ist ein wissenschaftlich begleitetes Experiment mit echten Bewohnern. Ralf Kretschmar ist einer der Köpfe hinter dem Projekt: „Ich will ein Haus als Reallabor bauen.“ Welche Motivation steckt hinter seiner Vision? Wen und was braucht es für diesen Prototypen? Zuerst ein Team, was in die Zukunft denkt. Menschen, die sich für innovatives Bauen mit Holz begeistern.

Auf geht's

„Wir treffen uns um 8 Uhr. Denken Sie an festes Schuhwerk. Wir gehen zusammen in den Wald.“ So die Mail vom Sachsenforst. Was sich nach Gestrüpp und Frühsport anhört, ist ein Teil dieser Geschichte. In der geht es um heimisches Holz, was im Erzgebirge quasi vor der Haustür wächst. Grund für den Außentermin ist das kühne Unterfangen des Scheibenberger Handwerkbetriebs Holzbau Kretschmar. Es trägt den sperrigen Arbeitstitel „RealLab FTC ONE Future Timber Construction ( F TC )“.

Einfacherer: „Wir bauen ein Massivholzhaus in Systembauweise mit Brettern aus den Wäldern rund um den Fichtelberg. Grundlage für den Wandaufbau ist ein Verbund aus acht verschiedenen Hart- und Weichhölzern. Holzdübel halten das Ganze zusammen. Auf Leime, Metall, Chemikalien oder Holzschutzmittel wird bewusst verzichtet. Die massiven Fertigteile á 3x3 Meter stellen wir dafür in meiner Werkstatt her“, so Ralf Kretschmar, Kopf, Herz und Motor des Bauprojektes.

„Holz haben wir im Erzgebirge mehr als genug.”
Ralf Kretschmar
Holzbau Kretschmar

Das Ganze hat experimentellen Charakter: Bestehen Buche, Eiche, Lärche, Aspe etc. als Team den Praxistest, wenn sie zusammen Wind und Wetter ausgesetzt sind? Sind sie ein adäquater Ersatz für die Fichte, den Brot- und Butterbaum der hiesigen Holzwirt schaft, dessen Tage in Zeiten des Klimawandels wahrscheinlich gezählt sind? Um das Projekt zu begreifen, ist es wichtig, die Wertschöpfungskette vom Baum zum Balken zu kennen. Und die beginnt im Forstbezirk Neudorf… [Artikel weiterlesen]

Text: Erik Wagler
Fotos: Beatrix Junghans-Gläserer