Würde man die 300 höchsten Gipfel der Sächsischen Schweiz aufeinanderstapeln, entstünde – rein theoretisch – ein 110 Kilometer hoher Turm in der Landschaft. Das klingt nach jeder Menge Kletterspaß, oder? Zumal über 17.000 Kletterwege auf mehr als 1.100 frei stehende Sandsteinfelsen führen, die auf Bezwinger und ihre Bewunderer warten. Die wilde Schönheit der Berge war es, die ab dem 18. Jahrhundert erste Künstler in die Natur zog und die Caspar David Friedrich zu unvergänglichen Meisterwerken inspirierte. Ab 1890 entdeckten die ersten Kletterer den sportlichen Reiz des Sandsteins und machten die Sächsische Schweiz zu ihrem Revier. Bald folgten ihnen Wanderer und andere Naturliebhaber nach.

Per Dampfschiff, Elberadweg oder Bahn reisen die Menschen heute aus aller Welt nach Rathen, Wehlen oder Bad Schandau, um zwischen den bizarren Felsriesen einzigartige Natur zu finden. Familien kraxeln durch die Schrammsteine oder erklimmen den Lilienstein. Kinder staunen mit großen Augen auf der Festung Königstein und beim Blick auf die Elbschleife, tief unten im Tal. Das Zauberwort heißt Vielfalt: Wer den Trubel sucht, mischt sich ins Publikum der Felsenbühne Rathen, wenn Old Surehand reitet oder die Carmina Burana erschallt. Die berauschende Schönheit der Landschaft erschließt sich von der Basteiaussicht sogar für Rollstuhlfahrer. Und bei alldem ist die Einsamkeit immer nur einen schmalen Pfad entfernt.

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