Der Schlackentransporter „Slag Taurus“ transportiert 1.200 Grad heiße Schlacke vom Hochofen zur Deponie. Er schafft bis zu 140 Tonnen pro Fuhre. Und zwar auf riesengroßen Gummireifen, nicht auf herkömmlichen Schienen. Eine Last von 40 Elefanten kann der „Multi Tasker“, ein Eisenbahnkran, auf einen Ruck stemmen. Dabei ist er leicht manövrierbar und arbeitet extrem sicher. Es sind hochtechnisierte Kolosse wie diese, die aus dem Mittelständler Kirow in Leipzig einen Weltmarktführer machen. Die Augen von Geschäftsführer Ludwig Koehne leuchten, wenn er durch die riesigen Werkhallen im Leipziger Westen führt, in denen die Spezialmaschinen zusammengebaut werden. „Wir sind mit dem Gewöhnlichen nicht zufrieden und feilen so lange, bis es passt. Deutsche Ingenieurskunst bedeutet, dass sie keinen Ärger macht und lange durchhält. Das schätzen unsere Kunden.“ Fast lapidar klingt das Erfolgsrezept des gebürtigen Düsseldorfers, der seit den 90ern in Leipzig lebt.

Die Kranunion: die weltweit führenden Schwerlast-Spezialisten

Diese Spezialmaschinen funktionieren in der ganzen Welt, in China, Brasilien und Russland. „Unsere Exportquote liegt bei über 90 Prozent.“ Kirow gehört mit den Unternehmen Ardelt und Kocks zur Kranunion – ein Zusammenschluss dreier Spezialisten für das Heben und Transportieren superschwerer Lasten. Kirow ist weltweit führend bei Eisenbahnkränen und Schlacketransportern. Ardelt ist Weltmarktführer bei Doppel-Lenker- und Wippdrehkränen und Kocks bei Goliathkränen und Containerbrücken, die beim Schiffsbau gebraucht werden. Das Trio blickt zusammen auf eine 400-jährige Geschichte zurück. Die Unternehmerfamilie Koehne übernahm nach der Wende die drei Unternehmen. „Das hieß auch in Leipzig, dass wir durch einen wirtschaftlich notwendigen Schrumpfungskurs mussten, um die Firma konkurrenzfähig zu machen“, erzählt Koehne.

Geschäftsführer in Kapuzenjacke und Turnschuhen

Heute arbeiten für Kirow in Leipzig rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein internationales Team, unter anderem aus Konstrukteuren, Mechatronikern und Mechanikern. Nachwuchsprobleme kenne er nicht, sagte Koehne. Von den sächsischen Universitäten, beispielsweise von den Technischen Universitäten in Dresden und Chemnitz, kommt hervorragender Ingenieur-Nachwuchs. Außerdem bildet das Unternehmen selbst aus. Derzeit lernen sechs junge Azubis bei Kirow. Fragt man Ludwig Koehne zu seinen Plänen für die nächsten Jahre, bleibt er beim typisch sächsischen Understatement. „Unsere Bestandskunden so betreuen, dass sie zufrieden sind. Die Auftragsbücher sind voll bis 2015.“ Sagt es, schmunzelt, zippt den Reißverschluss seiner Kapuzenjacke zu und ist auf dem Weg zum nächsten Termin. Kirow baut gerade eine weitere Werkshalle. Investitionssumme: fünf Millionen Euro.

www.kranunion.de/kirow