Eine App unterstützt die Helfer bei der Einsatzkoordination. Die Idee dafür haben die Entwickler von „Alarm Dispatcher“ aus dem eigenen Alltag heraus entwickelt. Und haben damit deutschlandweit Erfolg.

Ein Notruf, der Alarm schrillt, es brennt. Nun zählt jede Minute, damit die Helfer von der Feuerwehr schnell vor Ort sind und löschen können. Junge Unternehmensgründer aus Dresden haben jetzt einen kleinen digitalen Helfer entwickelt, der die großen Helfer von Feuerwehr, Rettungskräften und dem Technischen Hilfswerk unterstützt. „Alarm Dispatcher“ heißt die App, die dafür sorgt, dass immer rechtzeitig genügend Feuerwehrleute am Einsatzort sind.

Funkmelder und App

Die Idee dafür haben die jungen Gründer Willi Schmidt, Maximilian Stein, Henry Agsten, Johannes Braun und Franz Jugelt 2015 aus ihrem persönlichen Alltag heraus entwickelt. Sie sind selbst bei der Feuerwehr im sächsischen Freiberg aktiv. „Häufig wussten wir nicht genau, wie die Tageseinsatzbereitschaft aussieht“, sagt Willi Schmidt, 26. Daraufhin haben die fünf einen ersten Prototyp entwickelt, der ihre Kameraden mit Einsatzinformationen und Rückmeldungen versorgt. Dabei hat sich das Team wunderbar ergänzt: Jeder der Fünf brachte andere Kompetenzen und Wissen mit: aus der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk, zur Software-Entwicklung und Elektrotechnik, über Recht, App-Entwicklung und Wirtschaftswissenschaften. Inzwischen ist aus dem Produkt studentischer Neugier und Schaffenskraft ein Produkt geworden, dass über Sachsens Landesgrenzen hinaus bekannt ist und von vielen Hundert Freiwilligen Feuerwehren und Berufsfeuerwehren, Rettungsdiensten und Technischen Hilfswerken in ganz Deutschland genutzt wird.

Und so funktioniert der „Alarm Dispatcher“: Die Alarmierungs-App informiert die Mitglieder der Rettungsdienste zusätzlich zum Funkmelder über die aktuelle Einsatzlage und Einsatzbereitschaft. „Damit ist innerhalb weniger Sekunden klar, ob genug Einsatzkräfte verfügbar sind“, sagt Maximilian Stein, 25. „Und falls doch einmal zu wenige Helfer am Einsatz teilnehmen können, ist dies sofort bekannt und es können weitere Feuerwehren alarmiert werden“, ergänzt Henry Agsten, 27. Die Rückmeldungen und weitere Einsatzinformationen wie Anfahrtskarten und Lagepläne der Hydranten werden zusätzlich auf Monitoren im Gerätehaus angezeigt, damit jeder Kamerad sofort weiß, was zu tun ist und wohin es geht.

Umkleide mit Einsatzmonitor

Anfangs gab es noch Vorbehalte bei den Feuerwehren und Kommunen. Würde jeder Kamerad sich die Zeit nehmen, erst noch auf dem Smartphone anzutippen, ob er zum Einsatz kommt oder nicht? „Klar“, sagt Entwickler Willi Schmidt, 26, der die App in der eigenen Feuerwehr ausprobiert hat. „Schließlich will jeder Helfer seinen Namen auf den Einsatzmonitoren im Gerätehaus sehen.“ Auch Sorgen bei der Übertragungssicherheit konnte das Team ausräumen. „Einsatzdaten sind besonders schützenswert. Deswegen übertragen wir keine genauen Adressen oder Namen auf die Smartphones. Sollte doch mal ein Kamerad sein Smartphone verlieren, kann niemand etwas mit den Informationen anfangen“, sagt Henry Agsten, 27.

Die App für mobile Geräte entwickelt wird kontinuierlich an die Bedürfnisse der Einsatzkräfte angepasst.

Schon haben die fünf Jungunternehmer neue Ideen. Die App kann noch mehr. Inzwischen lassen sich über das digitale Programm die Schließanlagen und Tore im Gerätehaus automatisch öffnen, damit die Einsatzkräfte noch schneller ausrücken können. „Eine Feuerwehr hat sieben Monitore im Gerätehaus an unser System angeschlossen und wünscht sich jetzt eine bessere Steuerung“, sagt Johannes Braun, 35. Neben den neuen Funktionen sollen auch neue Zielgruppen erschlossen werden. „Seit diesem Jahr benachrichtigen wir auch Mitarbeiter von Winterdiensten und lösen damit die klassischen Telefonketten ab. Auch Bereitschaftsärzte in einem Krankenhaus werden seit kurzem durch uns informiert, wenn Sie gebraucht werden“, sagt Willi Schmidt.

www.alarm-dispatcher.de