Frank Goldammer hatte sich eigentlich für das Handwerk entschieden. Seine Leidenschaft fürs Schreiben gab er nie auf. Und gilt jetzt als einer der erfolgreichsten Autoren Dresdens.

Wenn Kommissar Max Heller durch die Ruinen Dresdens läuft und Verbrecher jagt, dann ist seine Mission nicht nur für Krimifans in ganz Deutschland eine spannende Reise in die Vergangenheit. Für Autor Frank Goldammer, der mit „Roter Rabe“ gerade seinen vierten Roman der Krimireihe um Max Heller veröffentlicht hat, ist es eine ganz besondere Erfahrung mit seiner Heimatstadt.

1975 in Dresden geboren, entschied sich Frank Goldammer zunächst für eine Maler- und Lackiererlehre, später machte er seinen Meister. Neben dem Beruf begann er mit Anfang 20 zu schreiben: Die Lust hatte ihn gepackt und die Neugier, etwas Neues auszuprobieren. Schnell merkte Frank Goldammer, dass er eigentlich nie etwas anderes hatte machen wollen. Seitdem schreibt er, wann immer er Zeit dazu findet: Am Abend, in der Freizeit, im Zug oder im Hotelzimmer. Seine ersten Romane verlegte er im Eigenverlag. Mit „Der Angstmann“, dem ersten Fall für Ermittler Max Heller, gelangte er sofort auf die Bestsellerlisten. Es ist eine ungewöhnliche Karriere zum gefeierten Buchautor – aber eine, die vielleicht gerade deshalb so authentische Schilderungen der Nachkriegszeit in Dresden hervorbringt.

Dort spielen die Kriminalfälle, die Max Heller nicht nur beruflich, sondern auch privat, in seinem tiefsten Inneren beschäftigen. Viele der Protagonisten in den Max-Heller-Büchern sind geprägt von Krieg, Armut, Hunger und den Folgen des Krieges. „Dresden ist meine Stadt, ich kann mir nicht vorstellen, jemals woanders zu leben“, sagt Frank Goldammer. „Ich erfahre diese Stadt durch zweierlei Augen: Die Augen, die das Bild der Stadt jetzt sehen, und den Augen, die geprägt sind von alten Bildern und den Geschichten von älteren Menschen. Diese Vermischung inspiriert mich, auch Geschichten zu schrieben, die vor meiner Zeit spielen.“ Dazu recherchiert er intensiv, schaut sich alte Stadtpläne an, besucht Archive und Bibliotheken. Die historische Vergangenheit seiner Heimat fasziniert ihn immer wieder und bringt ihn dazu, seine Kriminalfälle gerade im vom Krieg zerstörten Dresden spielen zu lassen.

Aber auch für eine Überraschung ist Frank Goldammer gut. Mit seinem neuen Roman wagt er sich an ein Thema, in dem sich viele seiner Leser wiederfinden werden. Eine Familienzusammenkunft an der Ostsee verspricht sowohl heiter als auch explosiv zu werden. Aber ohne etwas vorweg nehmen zu wollen – so ganz ohne Krimi kommt auch der Roman „Großes Sommertheater“ nicht aus.

Doch natürlich wird es auch für Max Heller weiter gehen, verspricht der Autor. Ideen dafür hat er noch viele – der fünfte Teil der Reihe ist schon geschrieben und zwei weitere Fälle sind vorgesehen. Der Erfolg gibt ihm Recht: Frank Goldammer gilt als einer der erfolgreichsten Dresdner Autoren, auf der Leipziger Buchmesse im März ist er natürlich dabei. Seinen Job als Maler und Lackierer gibt er dennoch nicht auf. Er will den väterlichen Betrieb übernehmen – Zeit zum Schreiben nimmt er sich dann immer noch.

www.frank-goldammer.de