Die Kulisse könnte passender nicht sein. Verschneite Wälder, an den Straßen türmt sich meterhoch der Schnee auf. Schon die Anfahrt ist im Winter etwas ganz Besonderes. Genauso wie die Produkte, die hier im vogtländischen Muldenhammer produziert werden. Die haben nämlich beispielsweise eine 80er Taille und einen 15 Meter Radius. Kenner wissen da sofort: Es geht um Ski. So ein Kenner ist André Voigt. Sein ganzes Leben ist er schon mit damit beschäftigt, Skier zu bauen.

Das Erzgebirge und das Vogtland sind schon seit vielen Jahrzehnten für ihre Skiproduzenten bekannt. Mittlerweile gibt es aber kaum noch jemand, der dieses Handwerk ausführt. „Gegen die großen Produzenten ist einfach kaum ein Kraut gewachsen.“ sagt André Voigt – der Inhaber von VR-Spezialski, der die Snowrider fertigt. Das mussten er und sein Vater bereits in den 90er Jahren erfahren.

Roland Voigt hatte 1993 die ehemalige Germina Sprung- und Langlaufski-Fabrik am Schneckenstein in der Nähe der heutigen Manufaktur in Muldenhammer übernommen, um für ein großes Unternehmen Sprungski zu fertigen. Doch noch bevor die ersten Skier ausgeliefert werden konnten, sprang die Firma ab. Kurz darauf wurde mit dem Österreicher Reinhard Fischer der Pionier des Carving-Skis auf die Firma im Vogtland aufmerksam. Er hatte ein Snowboard in zwei Teile geteilt und daraus Carving-Ski gemacht, die Snowrider – mit die ersten ihrer Art. Im Vogtland war man sofort begeistert. Einer der beiden Ur-Carving-Skier steht noch heute in Muldenhammer. Nur gegen die große Skiindustrie, die bis Ende der 90er Jahre noch „gerade Skier“ produzierte, war kein Ankommen. „Was heute Standard ist, haben wir mit Reinhard Fischer bereits Mitte der 90er Jahre gebaut.“ sagt Voigt.

Um das Jahr 2000 übernahm André Voigt das Unternehmen VR-Spezialski mit den etwa 10 Mitarbeitern von seinem Vater und brachte immer mehr eigene kreative Gedanken ein. Zwischen 2009 und 2011 zog er von der großen Skifabrik in die kleineren Räume mit angeschlossenen Verkaufsräumen in Muldenhammer. Seitdem stellt er in Handarbeit hochwertige Profi-Ski in Sandwichbauweise her. Das heißt, es werden mehrere Schichten aus Titanaluminium, einem Holzkern aus Eschenholz und Fiberglas miteinander verleimt. „Wir verkaufen damit einen Ski in Profi-Qualität für den normalen Skifahrer“ sagt André Voigt.

Auf den ersten Blick sieht der Laden von VR-Ski so aus, wie ein ganz normales Skigeschäft. Wenn man seine Blicke aber etwas genauer schweifen lässt fällt auf: Alle Skier tragen das Snowrider-VR Spezialski-Logo. Voigt hat die Produktion Stück für Stück auf den individuellen Skibau umgestellt. „Wir bauen auch Musterski für verschiedene Hersteller. Vorrangig geht es aber darum, jedem Kunden seinen ganz eigenen Ski zu kreieren.“ Und das Geschäft funktioniert. Trotz der Lage, fernab jeder Skipiste geht die Ladentür ständig auf und zu. Auch wenn Voigt mit seinen Kunden eigentlich immer Termine vereinbart, um sie in Ruhe beraten zu können.

Bevor man bei VR-Spezialski einen Ski kauft, testet man im Winterurlaub zunächst verschiedene Modelle. Bis Ende März kann dann der Ski bestellt werden, der ganz individuell auf Größe, Gewicht, fahrerisches Können und Skifahrertyp eingestellt ist. Und zum Schluss wird er mit dem hochwertigen Snowrider-Finish für den ganz individuellen Look versehen. „Die Designs entwickeln wir selbst – und wir können zusätzlich jeden Ski so individuell gestalten, wie der Kunde das haben möchte.“ So entstehen echte Einzelstücke – Made in Saxony. Über den Sommer wird dann fleißig gebaut – und im nächsten Winter kann es dann mit dem neuen Snowrider auf die Pisten gehen.

Und André Voigt hat noch viel vor. In Zukunft soll die Werkstatt, in der die Ski gebaut werden, auch für die Kunden begehbar gemacht werden. Es soll eine Manufaktur zum Anschauen werden, damit der Kunde auch sehen kann, wie die Bretter entstanden sind, mit denen er im nächsten Winter die Pisten herunter fährt.

Alle Infos unter www.spezialski.de