Schifferfastnacht Postelwitz
Wir Sachsen waren schon immer eine Seefahrernation. Schließlich steht in der Nähe vom weltberühmten Schloss Moritzburg einer der ältesten Binnenleuchttürme Deutschlands. Der westelbische Sachsenstamm verdingte sich einst als Freibeuter auf Nord- und Ostsee und bis heute schippert die älteste und größte Raddampfer-Flotte der Welt die Elbe nauf und nunnor.
Okay, Okay. Das ist alles ein bisschen weithergeholt. Was aber stimmt, ist dass Fähr- und Schiffsleute aus der Sächsischen Schweiz über Generationen hinweg Waren wie Holz und Sandstein bis nach Hamburg transportieren. Und das inklusive aller Gefahren die die Schifffahrt so mit sich bringt. Die glückliche Wiederkehr der Schiffer im Winter wurde in den Orten des oberen Elbtals gefeiert. Und so entstand eine wohl einzigartige Tradition: Die Schifferfastnacht.
Die Schifferfastnacht wird u.a. in Prossen, Königstein, Rathen, Schmilka und Wehlen begangen. Erstmalig erwähnt wird die Schifferfastnach im Jahr 1612 für den kleinen Ort Postelwitz, heute ein Stadtteil von Bad Schandau. Grund genug für So geht Sächsisch. einmal in Postelwitz dabei zu sein:
Über 400 Jahre gelebte Tradition
Immer Anfang Februar wird in Postelwitz die Schifferfastnacht gefeiert. Ein Brauch der bis heute von den Menschen vor Ort begangen wird. Seemannsuniformen, Musik, festlich geschmückte Fastnachtskähne, traditionelle Schiffsmodelle und Rollen erinnern an die Zeit, in der die Elbschifffahrt das Leben prägte. Die Schifferfastnacht ist dabei mehr als ein Umzug – sie ist Zusammenhalt, Erinnerung und echtes Heimatgefühl, weitergetragen von Jung und Alt. Dass diese Tradition nach Verboten, Brüchen und Neuanfängen bis heute besteht, zeigt: Sächsisches Brauchtum lebt, wenn Menschen es beleben und bewahren.

