Es war der ganz große Traum, der sich für Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher erfüllte, 2016, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Beide standen sie auf dem Siegertreppchen, Steffi die Silbermedaille um den Hals für die 500-Meter-Strecke im Vierer-Kajak, Tom mit olympischem Gold für die doppelte Distanz.

Seitdem hat die sportliche Laufbahn der beiden Dresdner Ausnahmekanuten enorm an Fahrt aufgenommen. Demnächst müssen sie bei der Kanu-WM im tschechischen Račice ihr Bestes geben. Das Los der Profisportler – permanent auf Wettkämpfen und in Trainingslagern unterwegs zu sein – teilen sie mit gemischten Gefühlen, denn in ihrer sächsischen Heimat fühlen sich die beiden 24-Jährigen nach wie vor am wohlsten.

„Die Zeit tickt hier anders“, findet Steffi. Noch nie habe sie darüber nachgedacht, Sachsen zu verlassen: „Für mich stimmt hier alles – Lebensqualität, Trainingsbedingungen am Bundesstützpunkt in Leipzig und mein Studium in Mittweida.“ Da nimmt sie gern in Kauf, dass die Elbe infolge Wellen, Wind und Strömung oft keine optimalen Trainingsbedingungen bietet. „Die reizvolle Landschaft entlang der Strecke entschädigt aber für vieles“, schmunzelt Steffi, und schließlich könne man ebenso gut in der Kiesgrube Pratzschwitz und der Talsperre Kriebstein trainieren. Aber natürlich müssten die Bedingungen für die sportliche Fortentwicklung grundsätzlich stimmen. Auch hier hat ihre Heimatstadt vorgelegt: So waren die beiden die ersten Athleten, die in den Genuss eines Stipendiums für Spitzensport gekommen sind, verliehen von Oberbürgermeister Dirk Hilbert – „eine ganz besondere Ehre, für die wir sehr dankbar sind“, betont Tom.

Das nächste große Ziel – Olympia 2020 – haben die Kanuten bereits fest im Blick. Fürs Erste aber gilt es, bei der Weltmeisterschaft in Račice alles zu geben. Dort werden sie am letzten Augustwochenende starten und einen großen Dresdner Fanblock aus Freunden, Verwandten, Bekannten und Sponsoren hinter sich wissen. Vielleicht wird sogar der Oberbürgermeister vorbeischauen. So wird das Event zu einer gefühlten Heim-WM.

Wir wünschen den beiden viel Erfolg in Račice!