Am 3. Oktober 2025 wurde im Boulevardtheater Dresden die »Rabusche« zum Sächsischen Wort des Jahres gekürt. Aus über 2.000 eingesendeten Wortvorschlägen wählte die Jury der Ilse-Bähnert-Stiftung den wohlklingenden, sächsischen Begriff aus. Rabusche. Allerdings benötigt das Wort für seine Bedeutung eine ganze Wortgruppe. Die heißt: Es ist etwas in die Rabusche gekommen.
Bedeutung: Wenn etwas in die Rabusche kommt, dann ist es für einige Zeit weg, eine Person hat einen Gegenstand verlegt. Der Begriff definiert keinen bestimmten Ort, wenngleich alle gewisse Vorstellung von diesem Raum haben. Und obwohl er nicht direkt sichtbar wird, existiert er. Denn seine Auswirkung auf alle möglichen Objekte ist ja unbestreitbar. Es ist eine Art Einbahnstraße, vielleicht ein flexibler Gully, der Dinge aufnimmt ohne deren Rückkehr zu versprechen. Aber es besteht zugleich immer Hoffnung auf ihre Wiederkehr. Das Ganze geschieht im Übrigen ohne jegliche Vorwarnung oder einen verbindlichen Termin. Die Vokabel ist Ausdruck für eine sehr hohe Anziehungskraft. Das sächsische Wort des Jahres beschreibt im Dialekt diesen offenen Schlund des privaten Haushalts. Aber auch andere Dinge verschwinden.
Sportlich, sächsisch, gut
Das sächsische Sportwort des Jahres: »hubbn«

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Text: Peter Ufer




