Zwei bis drei Marathons absolviert Christian Schwab jedes Jahr, seit er seine Leidenschaft fürs Laufen entdeckte. Und dieser Leidenschaft verdankt der Geschäftsführer eines kleinen Textilherstellers, dass sein Unternehmen im Erzgebirgsstädtchen Thum noch immer existiert. „thoni mara“ heißt die Marke, die Schwab seit 2007 schrittweise weiterentwickelt hat und die unter Langstreckenläufern einen ausgezeichneten Ruf hat. „Wer unsere Laufbekleidung einmal trägt, möchte meist keine andere mehr“, sagt der 44-Jährige nicht ohne Stolz.

Sportliche „Strickware“ aus Thum

Angefangen hat alles im Jahr 1998 als Schwabs Vater – selbst Textilunternehmer – die einstige Strumpffabrik in Thum kaufte, um seine Produktionskapazitäten zu erhöhen. Vor allem Funktionswäsche für größere Sportmarken wurde hier in Lohnfertigung hergestellt, als der diplomierte Textildesigner Christian Schwab mit ersten Prototypen für Lauftrikots experimentierte. Sein Kapital sind zwölf italienische Rundstrickmaschinen, an denen er die ersten Stücke seiner Kollektion herstellte. Dass sie im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten gestrickt statt gewebt sind, erwies sich in der Praxis als großer Vorteil. „Unsere Kunden loben den Tragekomfort und die besonders gute Ableitung von Schweiß“, erklärt Schwab und zeigt im Katalog die aktuelle Kollektion. Längst sind zu den Laufshirts auch Hosen, Pullover, Windbreaker und Fleecejacken gekommen. Die Produkte der eigenen Marke machen inzwischen rund 50 Prozent der Produktion aus, Tendenz steigend. Rückblickend sagt der Unternehmer, dass es die Firma mit 35 Angestellten „ohne thoni mara wohl heute nicht mehr geben würde.“ Denn parallel zum Start der Marke habe sich die Geschäftssituation bei der Lohnfertigung deutlich verschlechtert.

Einmal um die Republik

Für die Zukunft seiner Marke ist Christian Schwab zuversichtlich. Denn auch ohne große Werbekampagnen hat sich thoni mara in der Läufer-Szene einen guten Namen erarbeitet und ist bundesweit bei vielen Fachhändlern vertreten. Besonders freut sich Schwab, dass sich viele Endkunden mit dem Kauf ganz bewusst für Produkte „made in Germany“ entscheiden. „Das spielt neben der Qualität durchaus eine Rolle für unsere Kunden“, sagt er. Diese mutige unternehmerische Entscheidung brachte ihm denn auch mehrere Auszeichnungen ein: thoni mara schaffte es 2010 in die Finalrunde des ispo BrandNew Award und im gleichen Jahr wurde Christian Schwab mit dem „Querdenker-Award“ ausgezeichnet.

Übrigens: Bei der Spenden-Staffel Lauf-KulTour 2014 waren die Läufer mit Bekleidung von thoni mara ausgestattet. In 16 Tagen umrundeten dabei zwölf Läufer der TU-Chemnitz ganz Deutschland für einen guten Zweck.