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Rezepte

Leipzig und sein Gemüse

Leipzig und sein Gemüse

Leipzig ist nicht unbedingt für seine Feinschmeckertradition bekannt, sondern eher als Messe-, Buch- und Bachstadt. Und doch gibt es eine Spezialität, die es über die Grenzen des Freistaats hinaus auf die Menükarten der Restaurants dieser Welt geschafft hat – das „Leipziger Allerlei“. Das Hauptgericht aus Frischgemüsen erfreute vor allem im 19. und 20. Jahrhundert die Gaumen. Woher es ursprünglich stammt? Unklar. Wahrscheinlich wurde es bereits um das Jahr 1820 herum aufgetischt. Um 1900 fand es als „Allerlei“ Erwähnung, weil eben „allerlei“ Gemüse drin war. Die Herkunftsbezeichnung „Leipziger“ kam später hinzu, als man anfing das Gericht in diverse Kochbücher aufzunehmen. Traditionell wird die lokale Speise „Leipziger Allerlei“ eher zwischen März und August angeboten. Also genau dann, wenn die Zutaten frisch vom Feld kommen. Und was ist nun drin im „Allerlei“? Nun, verschiedenes saisonales Gemüse – Erbsen, Karotten, Kohlrabi, Spargel, Blumenkohl, Morcheln, Sellerie, grüne Bohnen, aber auch Krebsschwänze und sogar Semmelklößchen.

 

Ein Gericht im Wandel

Mit der Zeit entwickelten sich verschiedene Varianten des „Allerleis“. Bereits ab 1900 wurde zum Beispiel ein „Winter-Allerlei“ angeboten. Zu DDR-Zeiten verkam die leckere Gemüsespezialität jedoch leider zu einer zerkochten Sättigungsbeilage, die viele eher noch aus Schulküchen und Betriebskantinen kennen. Aber nun kommt das Gericht, das schon Johann Wolfgang von Goethe auf dem Teller hatte, wieder in Mode und erfährt durch junge Köche eine kleine Renaissance - weil lokale und saisonale Zutaten in der Gourmet-Küche wieder Zulauf haben.