Rainer Jäpel kennt den Winter wie nur wenige Sachsen. Er kann von der Kälte an asiatischen Achttausendern berichten und von atemberaubenden Skitouren in den Hochgebirgen des Iran, im Taurusgebirge oder im Kaukasus. Er kennt das skandinavische Fjäll in der weißen Jahreszeit – und das sächsische Erzgebirge wie seine Daunenwestentasche. Von seinen Erlebnissen auf fernen Kontinenten erzählt er mit der gleichen Begeisterung wie vom nächtlichen Skitourenaufstieg zum Geising-Berg. Auf der Suche nach den schönsten „Winterorten“ Sachsens für den neuen Film „Being here – a Winter story“ hatte Jäpel den perfekten Riecher und immer einen Ansprechpartner parat. „Wenn man viel draußen unterwegs ist, lernt man halt ein paar Leute kennen“, sagt Jäpel bescheiden.

Ein Globetrotter am rechten Platz

Natürlich kommt es dem 43-jährigen zupass, dass er seine Winterleidenschaft gelegentlich mit seinem Job kombinieren kann. Als Leiter der Dresdner Filiale des Outdoor-Ausrüsters „Globetrotter“ müsse er schon wissen „wo man Leute mit Lust auf Natur und Wintersport hinschicken kann“, sagt Jäpel. „Schon rund um Dresden gibt es so viele Möglichkeiten auch für den Wintersport.“ Man müsse dabei nicht immer den Vergleich mit den Alpen suchen, denn so schön es dort sei – „für eine Langlaufrunde nach Feierabend kommen die nicht in Frage.“

Stattdessen suchen Jäpel und sein Team immer wieder nach Ideen, um den Kunden Lust auf den Winter in Sachsen zu machen, etwa mit Testwochenenden für Schneeschuhe oder Ski, bei denen die Kunden erst einmal ausprobieren können, welche Sportart für sie geeignet ist.

Dreharbeiten zum Film „Being here – a Winter Story“ bei schönstem Wetter

Dabei wirbt er auch gern für seine sportliche Leidenschaft, des „Telemarken“. Zusammen mit einigen Enthusiasten aus Holzhau pflegt er diese technisch und physisch anspruchsvolle Abfahrtstechnik, die bei der Kurvenfahrt an jeweils einem tief eingebeugten Knie zu erkennen ist.

Doch unabhängig von aller Liebhaberei ist sich Rainer Jäpel sicher: „Der Winter in Sachsen hat deutlich mehr zu bieten, als vielen Leuten bewusst ist.“ Damit meint er die kurzen Wege, ein familienfreundliches Preis-Leistungsverhältnis in den Wintersportorten des Freistaats und auch die tolle Gastfreundschaft. „Sobald es die Schneelage Ende Februar zulässt, ist die Langlauftour auf dem Erzgebirgskamm von Schöneck nach Altenberg Pflicht! Das sind etwa 180 Kilometer und wenn man dann abends in einer kleinen Baude einkehrt, ist man sofort mittendrin – wie in einer Familie.“

Die Stimmung am Set zum Dreh des Winterfilms war gelassen. Bei diesem Wetter macht die Arbeit Spaß.