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Ein Relikt vergangener Zeit? Von Wegen!

„Diese Halle müsst ihr euch unbedingt anschauen! Hier sieht es noch aus wie früher, nur die schweren Maschinen fehlen. Im Keller gibt es aber noch ein paar, ich zeige sie euch später.“ Die Begeisterung ist Nicole Rundo, gebürtige Italienerin und Marketingdirektorin des im Juni 2016 eröffneten Kunstkraftwerkes, deutlich anzumerken. Ihre Augen strahlen, und sie gerät vor Faszination regelrecht ins Schwärmen, wenn sie die Geschichte des ehemaligen Gaswerkes erzählt. Dessen Entwicklung ist ebenso abenteuerlich wie mittlerweile schon fast typisch für den Leipziger Westen.

Das über 100 Jahre alte Areal in Leipzig-Lindenau verfiel nach der Wende in einen tiefen Dornröschenschlaf und geriet in Vergessenheit. Erst 2012 wurde es von Markus Löffler, Professor für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie an der Universität Leipzig, und Ulrich Maldinger, Architekt und Designer, wiederentdeckt. Die beiden verliebten sich in den rauen Charme des ehemaligen Heizkraftwerkes und trafen spontan die Entscheidung, der Industriebrache neues Leben einzuhauchen. Was ihnen vorschwebte: im ursprünglichen Ambiente der industriellen Ästhetik ein internationales und interdisziplinäres Kunstzentrum zu schaffen. Besonders die Verknüpfung von Kunst und Wissenschaft sollte dabei eine zentrale Rolle spielen. „Wir sind davon überzeugt, dass Forschung und Kunst gemeinsame Wurzeln haben: Beide sind von der Neugier getrieben, neue Erfahrungen zu machen, neue Sichten und Einsichten zu erlangen und kreative Verbindungen herzustellen. Während Kunst jedoch von Fiktionen, Illusionen und Emotionen handelt, ringt die Naturforschung um das Messbare und das logisch Erschließbare. Aber mitunter verschwimmen diese Grenzen“, beschreibt Markus Löffler den konzeptionellen Ansatz.

„Wir sind eine Art Melting Pot von internationalen Mitarbeitern aus Italien, Brasilien, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Deutschland und ergänzen uns sehr gut”
Nicole Rundo
Marketingdirektorin Kunstkraftwerk

Ein Raum voller Vielfalt

Das Kunstkraftwerk schafft genau das, was Leipzig braucht, nämlich Internationalität, betont Rundo: „Wir sind eine Art „Melting Pot“ von internationalen Mitarbeitern aus Italien, Brasilien, Frankreich, England und Deutschland und ergänzen uns sehr gut.“ Sie selbst kam vor über 10 Jahren als Erasmus-Studentin nach Leipzig und ist von der Stadt begeistert von der Atmosphäre, der Kreativität und der Kunst, die das Kraftwerk heute ausstrahlt. 

Dieses bietet übrigens nicht nur Künstlern Raum, sondern kann genutzt werden für Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen oder als Eventlocation.

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Alle Fotos ©Kai Bergmann

Leipzig Travel

Die quirlige Stadt des Handels, der Medien und der Musik. Gleichzeitig eine der am schnellsten wachsenden Großstädte Deutschlands.

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