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Kunst & Kultur

Archäologiemuseum Chemnitz

Chemnitz
Glasvitrine voller Fundstücke

Nicht einfach nur Schnee von gestern

Karl-Heinz Röhrig führt uns durch die drei Etagen des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz, kurz smac. Er schwärmt vom Brunnen der Eythra etwa, gefunden im Tagebau Zwenkau. Wegen der idealen Erhaltungsbedingungen ist ein Fund wie dieser für Archäologen wie ein Sechser im Lotto. „Gefunden haben wir Keramik- und Holzgefäße, Reste von Käfern und Nahrungsmitteln, die wiederum Geschichten über die Ernährungsgewohnheiten der Menschen von vor 7.000 Jahren erzählen“, so Röhrig. Seit den 90ern ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Landesamt für Archäologie, das Museum ist für ihn die Krönung seiner beruflichen Leidenschaft. „Endlich können wir die Fundstücke sprechen lassen und Geschichten erzählen. Die Archäologie als reine Wissenschaft ist sicher interessant, aber hier machen wir was ganz Tolles: Wir lassen die Menschen ihre Geschichte selbst erleben.“

Geschichte multimedial, interaktiv und erlebbar

Im ehemaligen traditionsreichen Kaufhaus Schocken im Herzen von Chemnitz zeigt und inszeniert das smac gewissermaßen die sächsische Geburtsgeschichte. Von unten nach oben. Kernstück der modernsten europäischen Archäologieausstellung ist eine multimediale Landkarteninstallation, die die verschiedenen Zeiträume miteinander verbindet und den großen Rahmen der Geschichte greifbar macht. „Wir zeigen nicht einfach Scherben in Vitrinen, wie das vielleicht viele bei einem archäologischen Museum erwarten. Unser Ziel ist es, die Geschichten hinter den Funden zu erzählen“, so Dr. Sabine Wolfram, die Direktorin des smac. Mit interaktiven Elementen, unterschiedlichsten Lichtstimmungen und einer Fülle einzigartiger Fundstücke gelingt das dem neuen Museum auch. Sagenhafte 12.000 Jahre vor unserer Zeit wurde bereits meisterhaft gezeichnet. Das zeigt ein Schieferplättchen mit Pferdeköpfen. Gefunden in Groitzsch im Landkreis Nordsachsen. Das kleine Meisterwerk ist das Einzige seiner Art in Sachsen.

Einer der Stars in Chemnitz ist der etwa 7.000 Jahre alte „Adonis“ von Zschernitz aus der so genannten Jungsteinzeit. Dieser männliche Torso zeugt nicht nur von großer Kunstfertigkeit, er ist neben vielen Frauendarstellungen aus der Zeit die einzige gefundene männliche Figur.

Der wunderbar lebendige Ausflug durch zigtausend Jahre endet ganz oben, im 20. Jahrhundert, mit einem tollen Ausblick und einer kleinen Ausstellung zum ehemaligen Besitzer des architektonischen Juwels, in dem sich das smac befindet: dem Kaufhauskonzern-Gründer Salman Schocken. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.
www.smac.museum

Staatliches Museum für Archäologie

Sachsens einziges Museum, in dem 300.000 Jahre Menschheitsgeschichte erfahrbar sind - zugleich Schaufenster des Landesamtes für Archäologie.

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