Der Science Match in der Messe Dresden bot diesen Januar Raum für Technologien der Zukunft (wir berichteten). Die teilnehmenden Wissenschaftler hatten je drei Minuten Zeit, um dem Publikum ihr Projekt vorzustellen. Unter dem Motto „Future Technologies“ wurden eine Vielzahl von Forschungsarbeiten aus den verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen präsentiert, deren Ergebnisse die Welt nachhaltig verändern können. Unsere Highlights findet ihr ab sofort wöchentlich auf dieser Seite. Und mit einem Klick auf die beigefügten Links gelangt ihr sogar zu den originalen Videos der 3-Minuten-Vorträge.

Industrie 4.0: Digitalisierung im Labor der Zukunft

Industrie 4.0, die Digitalisierung im Labor der Zukunft hat schon begonnen. Wo bisher feste Arbeitsplätze und Dokumentationen auf Papier dominierten, soll es künftig wabenförmig, mobile Labormöbel geben. Winzige Kameras beobachten die Arbeitsfläche, sorgen für automatische Dokumentation, zeichnen unwillkürliche Handlungen auf, Petrischalen-Roboter und Sensor-Kügelchen unterstützen die Forscher. Felix Lenk von der Technischen Universität Dresden erklärt das mit anschaulichen Animationen in diesem Video.

Vom Schwarzen Gold zum goldenen Vlies

Karbon wird in immer mehr Werkstoffen eingesetzt, inzwischen nimmt auch das Karbonfaserrecycling zu. Das Institut untersucht die Verarbeitbarkeit von Carbonfasern. Dabei werden die Fasern zerschnitten und zu einem Vlies verarbeitet. Das besteht dann aus Hochleistungsfasern mit hervorragenden mechanischen, thermischen und hydrodynamischen Eigenschaften. Die Anwendungen reichen von flächigen Faserverbünden bis hin zur Garnbildung. Die Vorteile und Anwendungen erläutert Marcel Hofmann vom Sächsischen Textilforschungsinstitut Chemnitz in diesem Video.

Der Dolmetscher aus der Hosentasche

Eurofon ist ein semantischer Taschen-Dolmetscher, das erste Anwendungsgebiet ist  Deutsch-Chinesisch. Seine Grundlage ist die begriffliche Künstliche Intelligenz. Er übersetzt nicht Wort für Wort sondern unser nichtsprachliches Denken. Heißt der Dolmetscher ahnt, was wir sagen wollen und drückt dies in der Fremdsprache aus. Dabei nimmt Eurofon die Lautfolgen, wandelt sie um und erstellt ein semantisches Netz. Klaus Däßler von der Gesellschaft für mathematische Intelligenz rechnet euch das hier mal vor.

Was kann August für Sie tun?

August ist der smarte, mobile Serviceroboter, der multi-modal arbeitet und der sich in seiner Umgebung autonom zurechtfindet, weil er ständig dazu lernt. Er kann Personen erkennen, dient schon als Tourguide für die Technischen Sammlungen und als Assistent zur Unterstützung bei der Seniorenbetreuung. Das Repertoire reicht vom Nachtwächter bis zum Interaktionspartner für die Skatrunde. Was der smarte August noch so drauf hat, erklärt Hans-Joachim Böhme in diesem Video.

Die Vision vom dezentralen Speicherkraftwerk ohne Brennstoff lebt

Ein Speicherkraftwerk wandelt die Energie zu Gas rund um die Uhr ohne Anbindung an Elektroenergie. Das Ziel ist, eine ganze Siedlung mit Wohnen und Gewerbe komplett autark zu versorgen. Wie sich das zukünftig realisieren lassen soll erklärt Tobias Zschunke von der Hoschule Zittau-Görlitz in diesem Video.

Technische Textilien für die Gewässersanierung

Aus dem Garn entsteht eine Struktur, daraus wiederum Schlingseile, Pellets oder endlos kettengewirkte Matten. Diese sind dann im Umweltmanagement einsetzbar. Oder in der Abluftreinigung oder als Festbett für Kläranalagen oder als hydraulische Steuerung für Klärteiche oder die Leistungssteigerung von Kläranlagen  durch Wiederbelüftungsanlagen. Jens Mählmann vom Sächsischen Textilforschungsinstitut erklärt das Vorgehen in diesem Video.

Faszination Holografie

Die Rechenleistung ist da, leistungsfähige Prozessoren gibt es auch. Jetzt werden noch clevere Projektionssysteme für 3-D-Bilder benötigt. Mit Spezialbrillen ist das nur steroskopisch, für echte Hologramme werden Mikrospiegel benötigt, die sind bis vier Mikrometer klein, am besten 30 Millionen Spiegel auf einem Chip, das entspricht einer Größe von ca. 800 Spiegeln auf einem Haar. Und jeder muss individuell ansteuerbar sein, am besten ca. 1000 mal pro Sekunde. Theoretisch geht das schon. In diesem Video erklärt Prof. Hubert Lakner vom Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS wie das funktioniert.

One LED keeps the mosquito away

Ein Forscher-Team der Technischen Universität Dresden baut mit einer Leuchtdiode eine wirksame Barriere gegen Insekten. Dabei entsteht ein blendfreies flächiges Licht, das den gewünschten Bereich in eine No-Go-Area für Mücken und anderes Ungeziefer verwandelt. Falk Wieland stellt das Projekt TEMPLA in diesem Video in weniger als drei Minuten vor.

Auf dem Weg zum gedruckten Ohr

3D-Drucker sind in aller Munde, die Erfindung könnte aber auch die Medizintechnik revolutionieren. Das größte Problem bei Organtransplantationen ist, dass das neue Organ vom Körper nicht akzeptiert wird. Nun sollen künstliche Organe im Labor gezüchtet werden. Lebende Zellen werden auf eine Matrix aufgebracht, dann im Labor vermehrt und schließlich in den Patienten integriert. Der 3D-Drucker printet dann mit der gespeicherten Zellstruktur Faserbündel mit Kollagen und Bindegewebsproteinen. Ina Prade vom FILK erklärt das Vorgehen in diesem Video.