Bienenstock, Heuschnupfen, Asthma, Erzgebirge, Wirtschaft, Forschung, Innovation

Unternehmen aus dem Erzgebirge beleben den Markt für Medizintechnik durch Innovationen. So ist es dank der medizintechnischen Entwicklung des Ingenieurs und Bioimkers  Jürgen Schmiedgen endlich möglich, Bienenstockluft im Rahmen der Apitherapie anzuwenden, die beispielsweise bei Heuschnupfen oder Asthma empfohlen wird. Hierbei zeigt die Bienenstockluft wohltuende Wirkung und bietet Hoffnung für viele Allergiker, gerade in der jetzigen Allergiesaison. In einer klinischen Studie will der Entwickler nun sogar deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegen und die natürliche Behandlungsmethode sowie die Schulmedizin miteinander verknüpfen.

Apitherapie: Medizintechnik zur Anwendung der Bienenstockluft

Die Apitherapie ist die Behandlung mit Bienenprodukten zur Gesunderhaltung mit dem Fokus auf einer gut verträglichen Anwendung. Ein Teilbereich der Apitherapie ist die Inhalation von Bienenstockluft. Dieser wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben, insbesondere bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder Infektanfälligkeit. Zehntausende Bienen verarbeiten  Nektar, Pollen, Harze und andere Stoffe zu Honig. Es entstehen ätherische Öle und Dämpfe, die zur wohltuenden Bienenstockluft führen. Diese Luft verlustfrei aus dem Bienenstock herauszubekommen, ohne dabei Mensch oder Tier zu schaden, war bisher die größte Herausforderung. Bis vergangenes Jahr war die Anwendung der Therapieform deshalb kaum möglich.

Dies war auch das erklärte Ziel von Jürgen Schmiedgen aus Crottendorf: Der Bioimker hat über Jahre hinweg an einem Inhalationsgerät für Bienenstockluft gearbeitet. Seit einigen Monaten ist das es fertig: „Wir wollten endlich eine einwandfreie und zulassungsfähige Apparatur entwickeln, welche die Bienenstockluft-Therapie ermöglicht und medizinische Standards garantiert.“ Dafür hat Jürgen Schmiedgen auf bestehende Systeme zurückgegriffen, diese weiterentwickelt und zum Teil neue, patentierte Lösungen gefunden.

Bienenstock, Heuschnupfen, Asthma, Erzgebirge, Wirtschaft, Forschung, Innovation

Das Bienenhäuschen-Konzept der medizintechnischen Anlage trennt Bienenstock und Therapieraum voneinander.

Das entwickelte System mit dem Namen ‚Beecura‘ überzeugte Skeptiker bereits: „Im bayrischen Bad Königshofen hatte ein Amtsarzt die Behandlung mit Bienenstockluft aufgrund der fehlenden medizintechnischen Standards verboten. Auf Einladung des dortigen Landrats haben wir ihm unser System vorgestellt und konnten alle Bedenken entkräften. Seitdem darf durch den örtlichen Imkerverein in Zusammenarbeit mit lokalen Ärzten die Bienenstocklufttherapie durchgeführt werden“, freut sich Jürgen Schmiedgen. Der nächste Schritt ist nun die medizinische Zertifizierung.

Asthmatiker in Deutschland und Europa atmen dank Bienenstockluft auf

Dass die Bienenstockluft-Therapie wirkt, davon ist Schmiedgen überzeugt: „Wir haben beispielsweise sehr gute Erfahrungen beim weitverbreiteten Heuschnupfen oder Asthma-Erkrankungen gemacht. Nach einigen Sitzungen konnten wir deutliche Verbesserungen bei Patienten feststellen. Gleichzeitig liegen die Kosten aber deutlich unter denen einer klassischen Hyposensibilisierung“, weiß der Imker.

Bienenstock, Heuschnupfen, Asthma, Erzgebirge, Wirtschaft, Forschung, Innovation

Eine Patientin im Therapieraum des Beecura System Bienenhäuschens.

In der Kurklinik in Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirge steht Schmiedgens erstes Therapiemodul. „Für die Durchführung der Therapie ist es erforderlich, dass der Bienenstock mit den Bienen und der Raum für die Therapiesitzung getrennt sind und  keine Bienen in den Raum kommen können. Dafür haben wir uns ein Bienenhäuschen-Konzept überlegt.“

In den kommenden Monaten konzentriert sich der Ingenieur und Bioimker aber auf die klinische Studie. „Außerdem geht auch bald die neue Behandlungssaison los“, die Vorfreude bei Jürgen Schmiedgen ist deutlich zu hören. So kann in der Bienenflugzeit von Mai bis September beispielsweise in Thermalbad Wiesenbad die Bienenstockluft inhaliert werden.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung vom www.wirtschaft-im-erzgebirge.de.