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Sachsen bleibt Daheeme!

#SachsenSagtDanke: Laura Müller und Matthias Lüth

„Jetzt zeigt sich die wirkliche Stärke unserer Gesellschaft“

Seine Karriere als Nachbarschaftsheld begann ganz unspektakulär: Damit, Plakate zu verteilen. Bis dato hatte sich Matthias Lüth im Rahmen seines Studiums der Wirtschaftsinformatik hauptsächlich mit der Entwicklung von IT-Systemen beschäftigt. Seit Corona aber ist seine Uni geschlossen, Vorlesungen finden nun digital statt. Und nun?

Matthias entschied sich für Neuland: Er kümmert sich nun um Menschen, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind. Gemeinsam mit vielen Freiwilligen gründete er Mitte März die Initiative „DEINKAUF“, die Einkäufe für ältere Menschen organisiert. Mit seinen Mitstreitern hängte er über 1.000 Plakate in Hausfluren und Supermärkten auf und versucht so, die Nachbarschaft für die gute Sache zu mobilisieren. „Es lief erst langsam an, aber jetzt nutzen immer mehr Menschen unser Angebot.“ Er selbst betreut zwei Haushalte, in einem davon lebt der über 90-jährige Karl-Heinz. Einmal in der Woche kauft er für ihn ein. Durch die Hilfe und die Gespräche entsteht auch eine neue Dimension von Gemeinschaft. „Es ist schon komisch, dass wir uns trotz des Abstandes, den wir halten, immer näherkommen. Wärme ist anscheinend auch auf Distanz möglich.“

Ähnliche Erfahrungen macht auch Laura Müller. Die Studentin der Internationalen Beziehungen aus Dresden ist Mitglied der bundesweiten Gruppe „Einkaufshelden“. Wie „Deinkauf“ unterstützen auch sie Risikogruppen bei der Erledigung wichtiger Besorgungen. „Wir erfahren extrem viel Solidarität und Herzlichkeit“, berichtet Laura. Mit dem älteren Ehepaar von nebenan hatte sie schon immer ein gutes Verhältnis. Durch die Corona-Pandemie sei dieses noch enger geworden. Ihre Nachbarn gehören zu den drei Haushalten, für die Laura einkaufen geht. „Natürlich fehlt der direkte Kontakt, und das verändert den Umgang miteinander. Kleine Gesten der Aufmerksamkeit bringen uns aber wieder einander näher“. Oft legen die Nachbarn frische Blumen aus dem Garten vor der Tür ab, manchmal auch etwas Selbstgebackenes. Als ein Zeichen der Dankbarkeit.

Zudem fällt Laura auf, dass die Menschen ein größeres Bedürfnis nach Gesprächen haben. „Gegenüber unserer Wohnung ist ein Altenheim. Viele ältere Menschen schauen aus dem Fenster und winken ab und zu. Wenn es die Zeit zulässt, gehe ich auf die andere Straßenseite und unterhalte mich eine Weile mit ihnen über die jetzige Situation, aber auch über ganz allgemeine Dinge. So etwas gab es vor Corona nicht.“

Menschen, die ehrenamtlich Einkäufe erledigen oder Masken nähen, gibt es viele in ganz Sachsen. Deren Einsatz ist nicht nur ein Zeichen der Solidarität, sondern auch der Hoffnung. „In solchen Zeiten, die von uns mehr verlangen als nur zuzusehen, zeigt sich die wirkliche Stärke unserer Gesellschaft“, sagt Matthias. Mit ihrem Engagement wollen beide ein Teil der Lösung sein und zeigen, wie wichtig jeder Einzelne für das Ganze ist.

Fotos: Lukas Lindner 

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