Seit über 800 Jahren singt der Leipziger Thomanerchor auf höchstem Niveau. Der Advent ist dabei die anstrengendste Zeit des Jahres, dafür aber auch die schönste. Die Jungen des Chores erleben diese Zeit im Internat.

Das Leben im Internat ist ein Leben für sich – und, vor allem in der Vorweihnachtszeit, erfüllt von Entbehrungen. Nicht nur die Jüngsten vermissen dann Familie und Heimat besonders. Auch bei den Thomanern ist dies nicht anders, doch nur für einen kleinen Moment. Denn die meisten Knaben freuen sich auf das Fest und die schöne Zeit im „Kasten“, wie sie ihr Internat liebevoll nennen. Trotz der stressigen Zeit, der vielen Extra-Proben und Auftritte in der Adventszeit, ist es auch für die Thomaner die schönste Zeit im Jahr. Das liegt vor allem daran, dass es sehr viele kleine Traditionen im Internat gibt und die Flure von einer ganz besonderen Weihnachtsstimmung geprägt sind.

So viel Heimlichkeit

Begeistert erzählt Max (Sopran) von seiner ersten Adventszeit im Internat: „Die Stuben werden von den älteren Schülern zum ersten Advent dekoriert. Das passiert nachts, wenn alle schlafen. In meinem ersten Jahr habe ich zwar etwas rumpeln und rascheln gehört, wusste aber nicht, was los war. Als ich am Morgen aufgewacht bin, waren die Fenster mit Bildern verziert. Es gab Adventskränze, Tannenzweige und viel Weihnachtsschmuck. Wenn man das zum ersten Mal sieht: der Hammer!“

Auch am Heiligabend zieht eine geheimnisvolle Stimmung durch die Flure. Nach einer Vesper am Morgen schwärmen die besten Sänger zu kleinen Auftritten, zum Beispiel in Altersheimen, aus. Den Weihnachtsabend verbringen die Jungen gemeinsam mit Thomaskantor Georg Christoph Biller. Es wird viel gelacht und viel musiziert…und Geschenke gibt es natürlich auch: „Später kommt die Bescherung, an einem großen Tisch mit Gaben.“ Spätestens dann ist alles Heimweh vergessen.

Zu erleben ist der Chor bei seinen wöchentlichen Motetten in der Thomaskirche zu Leipzig oder bei einem der zahlreichen Konzerte:

www.thomanerchor.de