Eine Truppe sächsischer Breakdancer feiert seit 2013 in Deutschland und auch international Erfolge.

Schnelle Beats peitschen durch den Raum und die Körper zweier Tänzer setzen den Rhythmus in akrobatische Bewegungen um. Drehsprünge aus dem Handstand, ein Wirbel um die Körperachse und dann – zack – friert die Bewegung für zwei Sekunden ein: „Air Freeze“ heißt das im Slang der Breakdancer. Die beiden Tänzer auf dem Parkett im Dresdner Stadtteilzentrum „Emmers“ heißen Felix Roßberg und Philip Lehmann. Sie sind Gründungsmitglieder der Breakdance-Crew „The Saxonz“ und haben im September beim deutschen „Battle of the Year“ den Meistertitel in den Freistaat geholt.

Die Erben der Straßenkämpfer

Der Name des wichtigsten Wettbewerbs spielt noch mit den Wurzeln des Tanzes, der in den 1970er Jahren auf den Straßen New Yorks entstand und ab 1984 mit dem Film „Beatstreet“ weltweit populär wurde. Doch mit den Straßenkämpfen der ersten Breakdancer haben die Tänzer von heute nichts mehr am Hut, auch wenn die Gruppen-Wettbewerbe immer noch „Battles“ genannt werden. Wer Roßberg und Lehmann beim Training beobachtet, fühlt sich eher an Hochleistungssport erinnert. Diesen Eindruck bestätigt Philip Lehmann: „Wer heute vorne mitspielen möchte, muss täglich ein paar Stunden trainieren“, sagt der 27-Jährige. Er hat vor 13 Jahren angefangen und weiß, dass seine zwölf Mitstreiter der „Saxonz“ mit ähnlichem Ehrgeiz dabei sind. „Jedem von uns ist klar, dass es auch bei der Show in der Gruppe auf den Einzelnen ankommt“, ergänzt Felix Roßberg, der seit zehn Jahren Breakdancer ist. Zusammen hatten sie die Idee, mit den besten sächsischen Tänzern eine Breakdance-Crew zu gründen. 2013 wählten sie aus rund 40 Bewerbern 13 aus, die seitdem äußerst erfolgreich sind. Drei Wochen nach dem Sieg beim deutschen „Battle Of The Year“ trafen sie in Braunschweig auf die Landessieger aus der ganzen Welt und schafften es bei ihrem ersten Start gleich unter die Top Ten.

Tanzsport mit Zukunft

„Wir zufrieden und dankbar, Deutschland bei der Weltmeisterschaft vertreten zu haben“, sagt Philip Lehmann. „Wir stehen ja erst am Anfang unserer Crew–Entwicklung und haben definitiv Blut geleckt.“ Deshalb geht das Training nach der dem aufreibenden Wettkampf weiter – in Dresden und Chemnitz und wo die „Saxonz“ sonst noch herkommen. Gemeinsam arbeiten sie meist nur vor den Wettkämpfen, denn die meisten der Breakdancer zwischen 16 und 28 Jahren müssen neben dem Tanz noch arbeiten oder studieren. Allerdings gibt es inzwischen durchaus auch berufliche Perspektiven für die „Tanzsportler“: Immer mehr Breakdancer verdienen inzwischen mit ihrem Können Geld, manche leben sogar schon vom Tanzen. Gefragt sind sie bei Shows, in Werbespots oder auch für die eine oder andere Spielzeit am Theater. „Auf jeden Fall“, sagt Felix Roßberg, „bleibt es spannend.“

www.thesaxonz.com