„Gebrauchsgestaltung, Kunst und Handwerk auf eine einzigartige Art und Weise zu verbinden, das macht für mich die Leipziger Grassimesse aus. Ich freue mich, hier dieses Jahr meine Arbeiten zeigen zu dürfen.“ Designer Andreas Mikutta freut sich, unter den 68 Künstlern aus Europa und Asien zu sein, die in diesem Jahr auf der Grassimesse ausstellen werden. Eine hochkarätig besetzte Fachjury hatte ihn aus rund 250 Bewerbern ausgewählt. Die Grassimesse gilt als eine der führenden internationalen Verkaufsmessen für angewandte Kunst und Design. Sie findet jeweils am letzten Oktoberwochenende in Leipzig statt. Sabine Epple ist Projektleiterin beim Grassimuseum für Angewandte Kunst, das die Messe veranstaltet: „Bei uns zählen künstlerische Qualität in Gestaltung und Ausführung, eigenständiges Arbeiten und Experimentierfreudigkeit. Wir zeigen Trends und Innovationen unter anderem aus Mode und Textil, Schmuck und Accessoires, Keramik und Porzellan.“ In diesem Jahr wartet die Grassimesse erstmals mit einem Schwerpunkt Design für Kinder auf und richtet ihren Fokus auf kreative und gut gestaltete Produkte für die Kleinen.

Gutes Design muss Spaß machen

Dazu passen die Arbeiten von Designer Andreas Mikutta. Er wird auf der Messe unter anderem seinen „Trolley“ präsentieren. Das ist ein klar gestalteter kleiner Beistellwagen mit Minideichsel aus Holz, der ein bisschen an eine Giraffe und damit an Kinderspielzeug erinnert. „Ein liebenswerter Nebeneffekt“, gesteht der 33-Jährige. Für den Gestalter und jungen Vater muss Design einfach und auf den Punkt gebracht sein und eine gewisse Selbstverständlichkeit mitbringen. „Ich finde, es sollte Spaß machen, Gegenstände zu benutzen“, so der gebürtige Oberbayer. An der Grassimesse teilnehmen zu können, sei für ihn vor allem deshalb wichtig, weil sie den Bogen zwischen Kunst und Handwerk schließt. Eben diese Bereiche verbindet der gelernte Tischler, der nach seiner Ausbildung an der kleinen, feinen Designschmiede im sächsischen Schneeberg studiert hat, in seinen Möbeln.

Grassimesse: Katalysator für Design-Talente

„Gerade für die Karriere von jungen Künstlern wirkt die Grassimesse häufig wie ein Katalysator“, sagt Sabine Epple. Das liege sicher auch an dem musealen Umfeld und der langen Tradition. Gegründet 1920, sollte die Grassimesse der kommerziellen Massenware, die auf den Mustermessen angeboten wurde, Paroli bieten. „Schon damals war die Teilnahme wie ein Gütesiegel. Zu DDR-Zeiten musste die Messe Pause machen, zum ersten Mal haben wir 1995 mit der Weihnachtsmesse so etwas wie einen Neuanfang gemacht und 1997 die Grassimesse wieder unter ihrem eigentlichen Titel etabliert“, so die Kunsthistorikerin. Seitdem ist die Messe kontinuierlich gewachsen und schließt an die Reputation der Gründerjahre an. Zusammen mit dem Design-Festival designers open, 2005 aus der Grassimesse hervorgegangen, wird Leipzig auch in diesem Herbst zum Design-Mekka. Zehntausende Designliebhaber aus der ganzen Welt pilgern dann nach Sachsen.

www.grassimesse.de

www.designersopen.de

www.andreasmikutta.com