Sie schlägt, zupft, rattert und knatscht. Sie quietscht, tutet und rattert. Mitten in der Oberlausitz, in Kirschau, in den Räumen der Kunstinitiative „Im Friese“ schnauft Deutschlands einzige Jazzmaschine.

Und neben ihr steht der Installationskünstler Stefan Albrecht. Gemeinsam mit dem Dresdner Komponisten und Musiker Micha Winkler hat er die „Jazzmaschine“ entwickelt. Fünf Tonnen Lebendgewicht bringt sie auf die Waage, damit ist sie so schwer wie ein ausgewachsener Elefant. Fünf stattliche Elektromotoren treiben Riemen, Gestänge und Zahnräder an. Dafür hat Albrecht vor allem nicht mehr genutzte Teile anderer Maschinen zusammengeschraubt. Ein ausgeklügeltes System aus Stangen, Federn, Zahnrädern und Trichtern sorgt für den richtigen Rhythmus. Der Komponist und Jazz-Musiker Micha Winkler hat über zwei Jahre eine spezielle Komposition für die Jazzmaschine entwickelt und auch die musikalischen Arrangements für die Aufführung in Kirschau ausgearbeitet.

„Seit 20 Jahren entwickle ich schon kinetische Objekte“, erzählt Albrecht, da war es an der Zeit mal was richtig Großes zu entwickeln. Gut drei Jahre hat er an daran gebaut. Und dieser Tage kommt die Maschine zu ihrem ersten großen Einsatz. „Im Friese“ wird das Tanztheaterstück „Move together“ aufgeführt, der musikalische Taktgeber ist die „Jazzmaschine“. Begleitet wird sie von verschiedenen Bläsern, die auf dem Monstrum stehen können und zwei Perkussionisten, von denen einer auch die Maschine steuert.

Das Tanztheaterstück ist ein grenzübergreifendes Projekt. Deutsche und polnische Kinder und Jugendliche spielen und tanzen gemeinsam. Entwickelt hat das Stück der polnische Regisseur Łukasz Duda aus Jelenia Góra.

Im Hintergrund rumpelt und pfeift die „Jazzmaschine“. Auf ihr stehen Musiker mit Trompete, Saxophon, Horn und weiterem Blechblasinstrumenten. Während sie feinsten Jazz-Sound anstimmen, ordnet Regisseur Duda die Tänzer. Erster Probentag. Noch geht viel durcheinander. Aber der Gedanke des Stückes ist erkennbar: „Move together“ – Gemeinsam tanzen. Am 8. Juli wird das 60-Minuten-Stück uraufgeführt.

Die Aufführung ist das Finale eines zweiwöchigen Theater-Camps für die Kinder und Jugendlichen. Organisiert wird dieses Projekt vom Steinhaus Bautzen. Torsten Wiegel vom dortigen Verein erläutert: „Die Kinder gestalten in Workshops das Stück mit, sie proben gemeinsam und können am Ende zusammen das Stück aufführen.“

Er ist froh, dass mit dem „Im Friese“ in Kirschau ein passender Ort gefunden wurde, in dem sowohl „Jazzmaschine“ als auch die knapp 60 Tänzer und Musiker genug Platz haben.

Schon der Ort selber ist einen Besuch wert. „Im Friese“ war früher eine riesige Textilfabrik. Heute haben hier verschiedene Künstler ihre Ateliers, in einer Galerie werden regelmäßig Ausstellungen gezeigt und die alte Werkhalle muss immer wieder für Aufführungen herhalten.

Move Together und die Jazzmaschine

Sonnabend, 8. Juli 20 Uhr und Sonntag, 9. Juli, 15 Uhr

Aufgrund der begrenzten Platzkapazitäten sollten Karten rechtzeitig im Voraus unter der 03591 531 99 72 oder via Mail an alexander.noack@steinhaus-bautzen.de reserviert werden.

Ort: Kunstinitiative „Im Friese“ e.V.; Friesestraße 31; 02681 Schirgiswalde-Kirschau OT Kirschau.

www.jazzmaschine.de