Einmal im Jahr sammeln sich 1.000 Elektro-Begeisterte im kleinen Örtchen Stroga an der Grenze zu Brandenburg zum gleichnamigen Festival. Viele ehrenamtliche Helfer sind bereits Wochen vor dem Fest mit dem Aufbau beschäftigt. Was die Veranstalter antreibt, ein solch außergewöhnliches und fast familiäres Festival auf die Beine zu stellen, haben wir sie gefragt.

Maik Siegel, Stroga, direkter Nachbar (Zimmer der Kinder sieben Meter Luftlinie zur Hauptbühne).

Ich helfe schon die ganzen Jahre mit, eigentlich von Anfang an. Angefangen habe ich als Zeltplatzwart, später habe ich dann die Ordner koordiniert. Wir gucken, dass die Leute ordentlich parken und dass auch auf dem Campingplatz alles klappt. Meine Frau und mein Schwiegervater helfen auch mit – eigentlich das ganze Dorf. So bleiben der Zusammenhalt und das Miteinander erhalten. Klar ist es ein bissel laut an dem Festivalwochenende, das gehört eben dazu. Das hält wenigstens jung.

Tina George, Frauenhain, Mediendesignerin bei www.tisign.de

Ich stamme aus Frauenhain, wie Mario, einer der Veranstalter. Wir kennen uns, seitdem wir Kinder sind. Von Anfang an habe ich beim Gestalten des Festivalgeländes geholfen. Zum Beispiel haben wir eine 10 x 2 Meter große Sperrholzwand gestaltet, auf der seit 2004 jedes Festivaljahr abgebildet ist. Da ist natürlich auch unser Maskottchen, die Kuh Hackepetra, drauf. Der haben wir Glühbirnen als Augen gebaut. Und wenn man am Schwanz zieht, leuchten die Augen. Solche Ideen entstehen im Team, wenn wir mit Freunden zusammensitzen und spinnen. Mein Freund macht auch mit. Und mein Papa unterstützt uns auch von Anfang an. Er ist Tischlermeister und hat beispielsweise die Bühne im VIP-Bereich gebaut. Wir sind hier wirklich wie eine kleine Familie, helfen uns gegenseitig, haben Spaß. Das ist für mich Heimat.

Falk Bachmann, Gasthof Zabeltitz

Wir liefern in der Auf- und Abbauphase den Helfern das Essen. Das wird bei uns im Gasthof gekocht und ich bringe es dann rüber nach Stroga. Wir finden super, was die Jungs hier in der Region auf die Beine stellen, deshalb machen wir immer einen sehr guten Preis und werden auch als Sponsoren aufgeführt. Ich gehe natürlich auch selbst hin – die Bühne und die Lichttechnik sind der Hammer. Verrückt, was die da immer auffahren.

Zehn Fakten zum Stroga-Festival:

  1. 80 Künstler aus zehn europäischen Städten legen für 1.000 Gäste auf.
  2. Die Gäste tanzen drei Tage lang auf fünf Floors – die Festivalfläche ist inklusive Campingplatz 3.000 Quadratmeter groß und befindet sich auf einem ehemaligen LPG-Gelände.
  3. Einlass ist im alten Schweinestall. Wo früher Schweine grunzten, gibt’s heute ausrangierte Möbel zum Chillen und einen alten Lkw, der zur Daddel-Station umgebaut wird. Hier kann man Super Mario Kart zocken.
  4. Jedes Jahr gibt’s andere Eintrittskarten: 2014 waren es Kinderzeichnungen, 2015 eintausend Schürzen mit individuellen Blödel-Sprüchen. Dieses Jahr sind es handtellergroße Edelmetallplaketten mit dem Umriss des Maskottchens, der Kuh „Hackepetra“.
  5. Insgesamt 50 Kilogramm wogen die personalisierten Tickets, die das Orgateam an die Festivalteilnehmer in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschickt hat.
  6. Der Künstler mit der längsten Anreise war 2015 Ken Ischii, der „japanese techno Godfather“, der aus Tokyo nach Stroga reiste: 9.000 Kilometer/14 Flugstunden.
  7. Drei Tage durchfeiern und gesund essen, das passt. Für die, die es mögen, gibt es vegane Brote vom Stullenbüro. Das ist gesundes Fast Food gemacht mit regionalen Produkten aus biologischem Anbau und kontrollierter Produktion.
  8. Alle Helfer machen freiwillig und ehrenamtlich mit. Bezahlt werden allein die Künstler und der Warenwert der Dienstleister beispielsweise für Catering und Technik. Die meisten Firmen sponsern einen großen Teil ihrer Leistungen, weil sie aus der Region kommen und das Engagement der Jungs toll finden.
  9. Bisher haben sich vier Hardcore-Festivalteilnehmer das Festivalmaskottchen „Hackepetra“ tätowieren lassen. Hier gibt’s das Interview mit dem Christian, der Erste der vier „Verrückten“.
  10. Jedes Jahr gibt es eine exklusive und limitierte T-Shirt Kollektion zum Festival. In der Herstellung stecken dieses Jahr ca. 150 Stunden Arbeit, 300 Basic-Shirts,  80 Meter Folie und zwölf Kästen Bier, um den Durst der kreativen Macher zu stillen.

Mehr zum Festival findet ihr hier.