Dresden auf dem Trockenen

Das modernste Hallenbad der Stadt Dresden entstand 1929. Es wurde dringend gebraucht: Der Stadtteil Pieschen war ein typisches Arbeiterviertel, und das brachte Probleme für die Hygiene und Gesundheit mit sich. Viele Menschen hatten in ihren engen Wohnungen keine Bäder.

Auf den Punkt brachte es 1925 der Bäderfachmann Georg Bennecke: „Der Bau von Volksbädern erspart den Bau von Krankenhäusern.“ Der Dresdner Stadtbaurat Paul Wolf entwarf daraufhin nicht nur ein Schwimmbad, sondern eine ambitionierte Volksparkanlage. Nicht alle Projekte wurden gebaut, das Hallenbad schon.

Das Sachsenbad startete ohne seinen heutigen Namen, aber mit einer beeindruckenden Ausstattung. Neben der Bewegung standen Hygiene und Körperpflege im Mittelpunkt. Im ersten Stock fanden Besucher das 25-Meter-Schwimmbecken inklusive Platz für 1200 Zuschauer bei Wettkämpfen. Aber auch ein Bistro, ein Frisörsalon, ein Dampfbad, eine Sauna, Wannen- und Duschbäder, Räume für Heil- und Schwitzanwendungen, sowie eine Arzt- und eine physiotherapeutische Praxis gehörten zum Angebot.

Modern war auch die Technik. Die eigene Brunnenanlage versorgte Wasserhochbehälter, gelüftet und geheizt wurde äußerst effizient.

Modern sieht das Sachsenbad heute nicht mehr aus. Zuerst überstand es den 2. Weltkrieg; über Jahrzehnte lernte hier ein Großteil der Dresdner Kinder schwimmen. Aber dann folgte nach der Wiedervereinigung 1994 eine „vorübergehende“ Schließung, die bis heute anhält. Bisher sind Konzepte zur Sanierung an der Machbarkeit, der Finanzierung oder dem Denkmalschutz gescheitert. Der Zustand des Hauses verschlechtert sich indes. Dabei ist der Bedarf an einem Schwimmbad in dem dicht besiedelten Stadtteil immer noch groß.

Fotos im Text: Außenaufnahmen @Till Schuster, Innenaufnahmen Landeshauptstadt Dresden / N.N.