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Die drei jungen Frauen sitzen vor uns mit ihren halb gefüllten Kaffeebechern. Auf dem großen Holztisch vor ihnen liegt ein kurzes, schwarzes Seil. Moment, ein Seil? Nein, das robuste Stück Stoff ist ein neuartiges Fahrradschloss aus Textil, das die Frauen, die gerade kaffeeschlürfend auf den Beginn des Interviews warten, entwickelt haben. Ihr Slogan? "Leicht, schön und sicher."Nicht unbedingt die Wörter, die einem als Erstes einfallen, wenn es um Fahrradschlösser geht. Mit tex-lock Geschäftsführerin Alexandra Baum, Entwicklerin Suse Brand und Vertrieblerin Katja Käseberg unterhalten wir uns über ihre Erfindung und die vielen Gründe, warum sie ihr Unternehmen in keiner anderen Stadt als Leipzig gründen wollten. Zum Schluss erfahren wir sogar noch, warum das niederländische Königspaar schon Fan ihres textilen Schlosses ist. Noch ein großer Schluck Kaffee und los geht es:

Leicht und schick gesichert, durch tex-lock.

Was genau habt ihr mit tex-lock erfunden?

Suse:

Wir haben ein textiles Fahrradschloss entwickelt, das aus Hochleistungsfasern besteht und den verschiedensten Angriffen standhält. Sei es ein Bolzenschneider, Feuer oder verschiedenes Schnittwerkzeug. Es ist ungefähr so sicher wie eine Stahlkette, dabei aber viel leichter und flexibler. Wir haben also nicht ein neues Material erfunden, sondern verschiedenste Fasern aus der Industrie in einer speziellen Konstruktion, einem mehrlagigen Aufbau, kombiniert. Daran haben wir über zwei Jahre gearbeitet und das Verfahren mittlerweile zum Patent angemeldet.

Wie entstand die Idee dazu? Wurde euch selbst das Rad schon einmal geklaut?

Alexandra:

Nein, das zum Glück nicht. Suse und ich sind von Haus aus Produktdesigner. Nach 13 Jahren im Produktentwicklungsbereich kommt man irgendwann unweigerlich an den Punkt, an dem man sich fragt: Jetzt entwickle ich zwar schöne Sachen für andere, aber kann ich nicht auch ein eigenes Produkt schaffen? Außerdem fahre ich in Leipzig sehr viel Fahrrad – ich habe kein eigenes Auto – und muss es dementsprechend oft anschließen. So kam mir im Alltag die Idee, dass es doch auch ein leichtes Schloss aus Textil geben könnte. So nahm die Idee ihren Lauf und seit letztem August konzentrieren wir uns ausschließlich auf tex-lock und setzen keine anderen Projekte mehr um.

Ihr habt tex-lock in Leipzig gegründet. War das eine bewusste Entscheidung?

Alexandra:

Oh ja, definitiv! In Leipzig herrscht eine positive Aufbruchstimmung – hier flirrt es ja regelrecht. Man hat hier besondere Netzwerke, in denen man sich mit Kreativen wie mit Geschäftsleuten auf einer sehr schönen Ebene treffen kann. Die Menschen fühlen sich hier wohl mit ihrer Arbeit oder ihrem Privatleben – oder im besten Fall mit beidem zusammen.

Suse:

Die Lebensqualität hier ist auf jeden Fall das Ausschlaggebende. Leipzig ist eine kleine gemütliche Großstadt mit viel Grün, Subkultur und Aufschwung. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Es wird viel gemacht und ich habe das Gefühl, die Stadt entwickelt sich mit mir.

Wenn ihr einen Wunsch für tex-lock frei hättet, welcher wäre das?

Katja:

Dann würden wir uns ganz klar wünschen, dass tex-lock ein Begriff ist, den jeder kennt, und dass wir die Menschen, die immer an uns geglaubt haben, erfreuen können, indem unser Unternehmen erfolgreich wächst.

Aussehen wie ein Seil, Stabilität wie Stahl.

Wir haben gehört, dass der niederländische König Willem-Alexander auch schon ein tex-lock Schloss hat?

Alexandra:

Ja, Anfang Februar hat das Königspaar Leipzig und auch die Spinnerei und das SpinLab besucht. Wir durften ihnen erzählen, was wir machen, und haben ihnen ein Schloss übergeben. Die drei Prinzessinnen fahren anscheinend jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule. Dort wird es sicher zum Einsatz kommen.

www.tex-lock.com

Fotos: Kiss & Tell​​​​​​​

Spinnerei Leipzig

100 Künstlerateliers, 11 Galerien, etliche Werkstätten - Eine der interessantesten Ausstellungsstätten für zeitgenössische Kunst in Europa.

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