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Handwerkskunst

Flade Werkstätten

Erzgebirge
Katrin Flade-Drechsel mit drei Spieluhren voller gedrechselter Figuren

Am liebsten möchte man die Miniaturen mit den Händen umschließen. Aber Vorsicht, Kathrinchen Zimtstern, die Erdbeerfee und all ihre kleinen Brüder und Schwestern sind Winzlinge, nicht einmal vier Zentimeter groß.

Sie wurden gedrechselt, geklebt, bemalt, alles millimetergenau und in Handarbeit. Und sie tragen alle Flachshaar: blonde Zöpfchen, ein kleiner Strubbelkopf, eine kunstvolle Steckfrisur oder lange Locken, wie das Aschenbrödel.

Wie die Frisuren gefertigt werden bleibt Geheimnis der Manufaktur Flade aus Olbernhau im Erzgebirge. Nicht jedoch, wieviel Herzblut und Leidenschaft Kerstin Flade-Drechsel, Chefin und kreativer Kopf hinter den Figuren, in ihre Manufaktur steckt. Die Erzgebirglerin hatte Museologie studiert, mit der Wende änderte sich jedoch viel und ein Neuanfang musste her.

Familientradition

Dieser ergab sich aus der Familiengeschichte. Ihr Vater, Dr. Helmut Flade, zu jenem Zeitpunkt ein international bekannter Designer und Kunsthistoriker, hatte seine Wurzeln im Drechslerhandwerk. Auch Kerstin Flade-Drechsel hatte vor ihrem Studium das Drechseln gelernt. So nutzten beide die Chance und bauten gemeinsam ein eigenes Unternehmen auf. Mittlerweile sind zwölf Mitarbeiterinnen in der Manufaktur beschäftigt.

Zudem sind in über 25 Jahren Firmengeschichte mehr als 80.000 Engelchen, 100.000 Flachshaarkinder und viele weitere „Kleine Kostbarkeiten“ zur Familie hinzugekommen. Die Miniaturen erinnern an die Zeichnungen des Dresdner Malers Ludwig Richter, der wie kein anderer die sächsische Mentalität bildnerisch darzustellen wusste. Die Figuren scheinen direkt seinem Zeichenblatt entsprungen zu sein.

Ein Schatzkästchen voller Poesie

An Ideen und Fantasie mangelt es Kerstin Flade-Drechsel nicht. Jede ihrer Figuren erzählt eine eigene, besondere Geschichte. Da gibt es zwei Mädchen auf Reisen aus Erinnerungen ihrer eigenen Kindheit, oder eine Reihe von Blumenfeen, angelehnt an ein englisches Kinderbuch. Die Figuren begeistern nicht nur Liebhaber und Sammler, jeder, der sie sieht, schließt sie in sein Herz. Es sind romantische Schönheiten in zarten Pastelltönen, unschuldig, knopfäugig, punktmündig. Sie sind in Szenen der Jahreszeiten verankert oder drehen sich auf Spieluhren. Es entstehen Wunderwelten, Schatzkästchen voller Poesie. Gerade richtig in einer Zeit der Widersprüche und Konflikte, denn kaum einer kann sich dem Bann der winzigen Figürchen entziehen.

Wirtschaftsförderung im Erzgebirge

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Mehr zu hiesigen Manufakturen findet ihr in:

"Die feine sächsische Art."