Kyra (9) und Lenja (7) aus Dresden fiebern in den nächsten Wochen bei zwei Sportlern ganz besonders mit: wenn die erst 15-jährige Short-Track-Hoffnung Anna Seidel und ihr Teamkollege Robert Seifert vom Eislauf-Verein-Dresden in Sotschi am Start sind. Short-Track ist eine Spezialdisziplin des Eisschnelllaufs, die auf einer 111 Meter kurzen Bahn ausgetragen wird. Ein schneller und extrem spannender Sport. „Gleich zwei Sportler zu den olympischen Spielen schicken zu können, das ist schon etwas Besonderes für einen kleinen Verein wie uns“, erzählt Trainer Roger Gründel. Er trainiert die Jüngsten im Alter von vier bis zehn Jahren, dabei auch Kyra und Lenja.

Hammer-Motivation für die Kleinsten: Olympioniken zum Anfassen

Beim Training unterstützt ihn Sandy Hoeft, die Mama der beiden Mädchen. Sie steht mit auf dem Eis, bindet Schuhe zu, kümmert sich. „Es ist großartig, wenn die Kinder so nah miterleben, dass Olympia wirklich möglich ist, dass sich die Anstrengung auszahlen kann“, erzählt sie begeistert. Wie ihre Töchter brennt sie für den Sport. „Klar himmeln unsere kleinen Mädels Anna alle ein bisschen an. Das ist richtig niedlich.“ Sandy Hoeft hat zusammen mit anderen Eltern eine kleine Abschiedsaktion für Anna Seidel und Robert Seifert auf die Beine gestellt. Die Jungs und Mädels der Fortgeschrittenen-Laufgruppe haben ein Glückwunsch-Fotoplakat gebastelt plus Olympia-Kraftpaket mit Energieriegeln, Glückskäfern, Glückstee und „Schokolade für Fleißige“. Die beiden Sportler hätten sich wahnsinnig darüber gefreut.

Echtes Mitfiebern im Verein

Auf der Facebookseite des Vereins gibt es ein Mini-Video, auf dem alle kleinen Sportlerinnen und Sportler ihren beiden Vorbildern alles Gute und viel Glück zurufen. Es sind diese Gesten, die zeigen, wie sächsisches Vereinsleben funktioniert. Die Eltern und Trainer geben den Kindern außerdem mit auf den Weg, dass Begeisterung und Leidenschaft ganz wichtig sind, um später – vielleicht – Leistungssportler zu werden. Short-Track-Landestrainer Johannes Markert ist überzeugt: „Die Jüngsten müssen vor allem Spaß am Training haben und gern herkommen. Wenn dann mehr daraus wird – prima.“ Die Bedingungen dafür sind im Sportland Sachsen bestens. Dresden ist einer von fünf sächsischen Bundesstützpunkten, an denen Nachwuchssportlerinnen und -sportler eine Eliteausbildung genießen. Mit Erfolg.

535-mal sind Sachsen aufs Siegertrepchenen geklettert

Die Sachsen sind stolz auf ihre medaillenreiche Sportgeschichte: Seit 1896 haben 350 sächsische Sportlerinnen und Sportler bei den olympischen Spielen und Paralympics insgesamt 535 Medaillen in 31 Sommer- und Wintersportarten erkämpft. In der sächsischen Landeshauptstadt werden Spitzensportler an der Sportoberschule und dem Sportgymnasium ausgebildet. Die neunjährige Kyra wird im September dorthin wechseln. Darauf freut sie sich schon sehr. Jetzt drückt sie aber mit ganzer Kraft die Daumen für die Vereinskameraden in Sotschi. Den Kindern geht es dabei gar nicht nur ums Gewinnen. Gefragt nach ihren Wünschen für Anna und Robert sagen sie: „Wir wünschen euch viel Spaß, dass ihr das erreicht, was ihr euch vorgenommen habt, und dass ihr euch nicht verletzt.“